Sturm raus: Ingolitsch spricht von „Boyband“
- Champions-League-Traum ist vorbei
- Ingolitsch spricht von einer „Boyband“
- Sturm hält lange auf Augenhöhe mit
- Talisca entscheidet die Partie
- Europa League bleibt als Trost
Der Traum von der Champions League ist für Sturm Graz vorbei. Nach dem 0:2 im Hinspiel in Istanbul mussten sich die Steirer im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen Fenerbahçe mit 0:1 geschlagen geben. Mit einem Gesamtscore von 0:3 scheidet Sturm aus der Königsklassen-Qualifikation aus.
Vor 15.599 Zuschauern in Graz präsentierte sich die junge Mannschaft von Trainer Fabio Ingolitsch lange mutig und hielt mit dem türkischen Favoriten phasenweise gut mit. Am Ende fehlten aber erneut die nötige Präzision und Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor.
Champions-League-Traum ist vorbei
Sturm war nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel unter Zugzwang und musste offensiver auftreten. Ingolitsch hatte bereits vor dem Rückspiel angekündigt, mehr Risiko eingehen zu wollen. Dafür nahm er drei Änderungen in der Startelf vor.
In der Defensive begannen Arjan Malic und Sommer-Neuzugang Petar Petrovic, im Angriff sollte Axel Kayombo mit seiner Geschwindigkeit für Gefahr sorgen. Auffällig war dabei erneut das geringe Durchschnittsalter der Grazer Mannschaft.
Ingolitsch spricht von einer „Boyband“
Nach dem Spiel hob Ingolitsch den großen Unterschied in Sachen Erfahrung hervor. „Natürlich hat Fener das richtig abgewichst gemacht“, sagte der Sturm-Trainer. Der türkische Vizemeister habe mit einem Durchschnittsalter von rund 30 Jahren und zahlreichen international erfahrenen Spielern begonnen.
Sturm hingegen habe im Schnitt mit einer deutlich jüngeren Mannschaft gespielt. Ingolitsch sprach dabei von einer „Boyband“ und einer jungen, hungrigen Truppe. In der Startelf der Grazer war Kapitän Jon Gorenc Stankovic der einzige Spieler, der älter als 23 Jahre war.
Bei Fenerbahçe hingegen war kein Akteur jünger als 24 Jahre. Der finanzielle Unterschied zwischen beiden Vereinen ist ebenfalls enorm. Laut Medienberichten könnte der türkische Traditionsclub seinen Kader sogar noch weiter verstärken.
Sturm hält lange auf Augenhöhe mit
Im Vergleich zum Hinspiel attackierten die Grazer früher und traten offensiv deutlich präsenter auf. Die erste große Chance hatte dennoch Fenerbahçe. Talisca zwang Sturm-Torhüter Daniil Chudjakow bereits in der elften Minute mit einem Flachschuss zu einer Parade.
Wenig später rettete Chudjakow erneut stark, als Kerem Aktürkoglu alleine vor ihm auftauchte. Danach gewann Sturm zunehmend Spielanteile. Kopfbälle von Seedy Jatta und Gorenc Stankovic sowie Distanzversuche von Emran Soglo und Axel Kayombo blieben jedoch ungefährlich.
Direkt nach der Pause wurde es enger. Ein Stanglpass von Jacob Peter Hödl wurde in letzter Sekunde von Archie Brown geklärt, kurz darauf setzte Malic einen Kopfball nur knapp neben das Tor. Sturm war nun voll in der Partie, doch der entscheidende Treffer wollte nicht fallen.
Talisca entscheidet die Partie
In der 66. Minute folgte schließlich der entscheidende Rückschlag. Petrovic kam im Strafraum gegen Talisca zu spät, der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Der brasilianische Angreifer übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den Foulelfmeter sicher zum 1:0.
Damit war die Aufgabe für Sturm endgültig kaum noch zu bewältigen. Die beste Chance auf den Ausgleich hatte Belmin Beganovic in der 76. Minute, der eingewechselte Offensivspieler scheiterte jedoch an Fenerbahçe-Torhüter Mert Günok.
In der Schlussphase verhinderte Chudjakow gegen Aktürkoglu sogar noch einen höheren Rückstand. Fenerbahçe brachte den knappen Vorsprung souverän über die Zeit und blieb damit auch im zehnten Duell mit einem österreichischen Verein ungeschlagen.
Europa League bleibt als Trost
Für Sturm ist der Champions-League-Traum damit zwar beendet, die internationale Saison geht aber weiter. Die Grazer stehen fix in der Ligaphase der Europa League und dürfen sich dort auf weitere attraktive Gegner freuen.
Fenerbahçe zieht hingegen ins Play-off der Champions-League-Qualifikation ein und darf weiter von der ersten Teilnahme an der Königsklasse seit der Saison 2008/09 träumen. Sturm bleibt nach zwei engagierten Auftritten gegen den großen Favoriten zumindest die Erkenntnis, dass die junge Mannschaft auch auf internationalem Niveau mithalten kann.