So erfolgreich geht Olympia in Peking für Österreich weiter

Nach 6 von 16 Wettkampf-Tagen hält Österreich bei Olympia in Peking bei 13 Medaillen. Kann es gelingen, den Rekord von 23x Edelmetall zu knacken? Wir blicken voraus: So laufen die verbleibenden zehn Wettkampf-Tage für Rot-Weiß-Rot!
Autor: Philipp Eitzinger, 10.02.2022 um 09:25 Uhr

2006 in Turin war es, als Österreichs Wintersportler 23 Medaillen von Olympia mit nach Hause nehmen konnten. Der Dreifach-Sieg im Herren-Slalom am letzten Wettkampf-Tag (Benjamin Raich vor Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder) sorgte für den Höhe- und Schlusspunkt von zwei Wochen, die zwar auch Negativ-Schlagzeilen brachten – Stichwort: Razzia bei den Langläufern und die spektakuläre Flucht des eigentlich ausgesperrten Trainers Walter Mayer - aber vor für allem sportliche Erfolgsmeldungen sorgte.

Allerdings: Nach sechs Tagen, wo Österreich nun 2022 in Peking bei 13 Medaillen steht, waren es in Turin gerade mal sechs gewesen. Ist der Rekord also eigentlich schon vorgezeichnet?

 

Unsere Medaillen-Prognose

Ski Alpin - noch 3 Medaillen

Kombi-Sieger Johannes Strolz, Marco Schwarz und Manuel Feller haben in Slalom und Riesenslalom noch zwei Chancen auf Medaillen. Bei den Frauen, so ehrlich muss man sein, wäre eine Medaille in den Speed-Bewerben eher eine Überraschung, Conny Hütters Sieg zuletzt in Garmisch zum Trotz. Im Teambewerb muss das ÖSV-Team auf eine Medaille gehen, aber dieser ist bis zu einem gewissen Grad auch Glückssache.

Nordische Kombi - noch 2 Medaillen

Deutschland, Österreich, Norwegen und Japan - diese vier Länder kommen für die drei Medaillen im Teambewerb im Frage. Österreich hatte im ersten Einzelbewerb drei Athleten unter den Top-7 und alle vier unter den Top-20, die Form stimmt. Das gilt auch für den Einzelbewerb von der 140-Meter-Schanze, wo der Bronzene Lukas Greiderer und Weltcup-Leader Johannes Lamparter zum ganz enden Kandidaten-Kreis gehören.

Skispringen - noch 1 Medaille

Einzel- und Teamspringen von der Großschanze stehen noch an. Österreichs Quartett gehört, dem überraschenden Silber von Manuel Fettner zum Trotz, eher zu den Außenseitern im Rennen um die Podestplätze. Im Mannschaftspringen ist das Feld relativ ausgeglichen: Eine positive Überraschung ist genauso möglich wie ein anonymer fünfter Platz. Realistischerweise wird es eher nicht mehr als eine Medaille für die ÖSV-Adler geben.

Biathlon & Langlauf - noch 1 Medaille

Teresa Stadlober hat sich ihren Olympia-Traum mit Platz drei in der Doppelverfolgung schon erfüllt, hat noch das 30-km-Massenstartrennen vor sich – ein Top-10-Platz sollte es sicher werden, für eine Medaille muss alles passen. Das gilt auch für Lisa Hauser bei den verbleibenden drei Biathlon-Einzelrennen: Sie gehört immer zu den Kandidaten, aber davon gibt es im Biathlon eben immer 20... Für die Herren wäre jeder Top-10-Platz ein Erfolg, die Staffeln werden wohl chancenlos sein.

Snowboarderin Anna Gasser

Snowboard - noch 1 Medaille

Die Snowboard-Rennen sind fast vorbei, Österreich holte dabei 2x Gold und 1x Silber - stark! Im Cross-Teambewerb wird es wohl eher nichts. Danach stehen noch die Big-Air-Bewerbe am Programm, bei den Frauen ist Anna Gasser nach ihrem Olympiasieg von Pyeongchang 2018 natürlich wieder eine ganz heiße Aktie. Sie hat es drauf, wieder zu reüssieren, aber es kommt auf jede Kleinigkeit an.

Bob und Skeleton - noch 0 oder 1 Medaille

Für den Playboy hat sich Janine Flock ausgezogen, im Eiskanal heißt es aber warm anziehen: Sie gehört zu den Medaillen-Kandidaten die echten Favoriten sind aber andere. Ähnliches gilt für Benjamin Maier danach in den Bob-Bewerben – gelegentlich fuhr er im Weltcup aufs Podest, in diesem Winter dreimal in 16 Rennen, die Vorbereitung in Peking war mit den positiven Corona-Tests seiner Anschieber auch nicht gut. Und Katrin Beierl? Letztes Jahr Gesamtweltcup-Siegerin, dieses Jahr im Nirgendwo.

Freestyle-Ski, Eischnell- und Eiskunstlaufen - noch 0 oder 1 Medaille

Beim Skicross ist man auch viel von der Auslosung abhängig - Adam Kappacher und Johnny Rohrweck bei den Männern sowie Katrin Ofner bei den Frauen haben Außenseiter-Chancen auf Edelmetall, damit rechnen kann man nicht. Der hoch gehandelte 17-Jährige Matej Svancer bezahlte in der Big-Air-Quali Lehrgeld, hat im Slopestyle noch einen zweiten Bewerb vor sich. Speed-Skaterin Vanessa Herzog  hätte, wenn in den letzten Monaten gesundheitlich alles nach Plan gelaufen wäre, in den Sprint-Distanzen 500m und 1.000m sicher eine Chance auf Edelmetall gehabt. Da ihr Körper zuletzt aber eher gestreikt als geholfen hat, wird es in Peking wohl eher nichts. Für Kunstläuferin Olga Mikutina ist schon die Qualifikation ein Erfolg, ein Einzug unter die Top-24 - die die Kür absolvieren dürfen - wäre schön. Miriam Ziegler und Severin Kiefer hätten das Zeug für die Top-15, wurden durch den Handgelenksbruch von Kiefer zurückgeworfen. Aber selbst im Optimal-Fall wäre eine Medaille für sie alle meilenweit außer Reichweite.

Es könnte klappen

Realistischerweise kann man also noch zwischen acht und zehn Medaillen für Österreich erwarten - also zwischen 22 und 24 insgesamt. Es könnte also klappen, den Rekord von Turin 2006 zu erreichen!