Peinliche Afrikacup-Pannen: Hymnen-Hoppala und Schiri-Farce

Magere zwölf Tore in den ersten zwölf Spielen, davon vier Elfmeter, und viel einfallsloses Gekicke! Dass ein Turnier sportlich nicht so recht in die Gänge kommt, wie der derzeit im Kamerun stattfindende Afrikacup, kann schon mal passieren. Was sich am Mittwoch bei den Vorrunden-Spielen in der Küstenstadt Limbe abgespielt hat, spottete aber jeder Beschreibung...

Wer hat an der Uhr gedreht?

Zunächst pfiff Referee Janny Sikazwe das Match zwischen Mali (mit den Ex-Salzburgern Haidara und Samassékou) und Tunesien schon nach 85 Minuten ab. Die mit 0:1 im Rückstand liegenden Tunesier schäumten, der Schiedsrichter hat seinen Fehler wohl erkannt, und pfiff gleich wieder an. Wenig später kam es zu einem Foul, die Szene wurde knapp zwei Minuten am VAR-Monitor kontrolliert.

Das Match ging weiter, aber nur kurz, weil der Referee bei 89:45 Minuten erneut abpfiff – diesmal endgültig. Und eben wieder zu früh.

Eine halbe Stunde später sollte das Spiel weitergehen, sogar die Pressekonferenz wurde dafür wieder unterbrochen. Tunesien weigerte sich aber, bei der Farce mitzumachen – eine Neuaustragung des Matches steht nun im Raum. Sikazwe selbst war im Übrigen vor drei Jahren schon einmal von seinem Verband suspendiert worden. Wegen Korruptionsvorwürfen...

Wer hat die Hymne versteckt?

Eine Stunde später sollte das nächste Spiel im Stadion von Limbe starten - zwischen Mauretanien und Gambia. Als der Stadionsprecher lautstark die Hymne von Mauretanien ankündigte, ertönte zwar Musik, die Hymne von Mauretanien war das aber nicht. Die Spieler sahen sich ratlos an, nach etwa 15 Sekunden war es wieder still. Wieder erklang Musik, wieder kam die falsche, Spieler und Funktionäre waren teils ungehalten, teils amüsiert, teils erschüttert.

Offenbar wurde in der Stadionregie fieberhaft nach dem richtigen Lied gesucht, dieses aber nicht gefunden. Nein einer Minute peinlicher Stille meldete sich wieder der Stadionsprecher: "Wir ersuchen die Spieler aus Mauretanien, ihre Hymne selbst zu singen, und entschuldigen uns für den Fehler!" Es folgte eine weitere Minute peinlicher Stille, in der niemand gesungen, aber sich umso verwunderter angeschaut hat. Die Hymne von Gegner Gambia (der das Match 1:0 gewinnen sollte) lief dann problemlos vom Band...

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Autor: Philipp Eitzinger, 13.01.2022