Vor Olympia 2026: Marco Schwarz trifft harte Entscheidung
Marco Schwarz wird bei Olympia in Italien nicht in der Abfahrt an den Start gehen. Der 29-jährige Kärntner erklärte am Montag, dass er die Olympia-Abfahrt am Samstag in Bormio auslassen wird. Grund dafür sind fehlende Abfahrtsstarts im Weltcup in den vergangenen beiden Jahren, eine Voraussetzung, um auf der berüchtigten Stelvio-Piste antreten zu dürfen. Damit ist klar: Marco Schwarz Olympia steht ganz im Zeichen der Technikbewerbe.
Kein Start auf der Stelvio
„Ich hätte in den letzten zwei Jahren eine Abfahrt starten müssen, das ist nicht der Fall. Jetzt haben wir das Programm umgeswitcht, ich bin daheim geblieben“, erklärte Schwarz im ORF. Die Entscheidung sei bewusst und im Sinne einer optimalen Vorbereitung gefallen.
Schauplatz eines schweren Sturzes
Die Stelvio in Bormio ist für Schwarz kein gewöhnlicher Ort. Ende 2023 zog er sich dort bei einem schweren Sturz massive Knieverletzungen zu. Der Unfall warf den Allrounder monatelang zurück und machte einen langfristigen Neuaufbau notwendig. Auch wenn Schwarz mittlerweile wieder auf höchstem Niveau konkurrenzfähig ist, will er kein unnötiges Risiko eingehen.
Statt frühzeitig nach Bormio zu reisen, blieb der Kärntner in Österreich und trainiert aktuell in Bad Kleinkirchheim und Saalbach. „Der Fokus liegt auf Super-G und Riesentorlauf. Darauf kann ich mich in Ruhe vorbereiten“, so Schwarz.
Klare Prioritäten für Olympia
Für Schwarz beginnt Olympia erst später als ursprünglich geplant. Sein erster Einsatz ist der Slalom der Teamkombination am 9. Februar. Zusätzlich wird er im Riesentorlauf, im Super-G sowie im abschließenden Slalom antreten und damit insgesamt vier Bewerbe bestreiten.
Die Entscheidung, auf die Abfahrt zu verzichten, ist auch sportlich logisch: Ohne aktuelle Abfahrtsstarts fehlt nicht nur die Rennerfahrung, sondern auch die Sicherheit auf einer der anspruchsvollsten Strecken im Weltcup-Kalender. Die Stelvio gilt als extrem schnell, technisch fordernd und kompromisslos, Fehler werden dort kaum verziehen.
ÖSV setzt auf bewährte Abfahrer
In der Olympia-Abfahrt am Samstag wird Österreich dennoch stark vertreten sein. Für den ÖSV gehen Vincent Kriechmayr, Daniel Hemetsberger, Stefan Babinsky und Raphael Haaser an den Start. Das erste Abfahrtstraining in Bormio ist für Mittwoch angesetzt.
Schwarz’ Rolle innerhalb des Teams bleibt dennoch zentral. Als einer der vielseitigsten Athleten im Weltcup zählt er insbesondere in den technischen Disziplinen zu den Medaillenhoffnungen des ÖSV. Mit seiner Erfahrung und taktischen Herangehensweise gilt er als Medaillenkandidat, vor allem im Slalom und im Riesentorlauf.
Vernunft statt Risiko
Der Verzicht auf die Abfahrt ist ein weiteres Zeichen dafür, wie kontrolliert Schwarz nach seiner schweren Verletzung zurückgekehrt ist. Statt auf ein zusätzliches Rennen zu setzen, das kaum Medaillenchancen bietet, konzentriert er sich auf jene Bewerbe, in denen er realistisch um Spitzenplätze kämpfen kann.
„Darauf kann ich mich in Ruhe vorbereiten“, betonte Schwarz – ein Satz, der seine Olympia-Strategie auf den Punkt bringt. Nicht Quantität, sondern Qualität soll bei diesen Spielen den Ausschlag geben.