Oliver Kahn: Dafür lieben und hassen wir den neuen Bayern-Boss

Seine kultigen Sprüche

Wenn Oliver Kahn das Mikro in die Hand nimmt, lässt der nächste gute Spruch meist nicht lange auf sich warten. Sowohl als Spieler als auch als TV-Experte nahm sich der „Titan“ selten ein Blatt vor den Mund. Seine Sprüche sind legendär.

Das einzige Tier bei uns zu Hause bin ich!

Interviews von mir nach dem Spiel haben nur eine bedingte Zurechnungsfähigkeit.

Es ist schon verrückt, was der Fußball aus mir macht!

Wenn der Oliver Kahn einen Furz lässt, dann wir der halt auch ewig aufgeblasen!

Der Trainer hat gesagt, wir sollen uns am Gegner festbeißen. Das habe ich versucht zu beherzigen.

Über den Wangenbiss an Heiko Herrlich.

Ich war das erste Mal Kapitän, da muss man einfach ein Tor machen!

Über sein Eigentor im DFB-Match gegen Israel.

Ich habe kein Problem damit, der Arsch zu sein!

Oli in Aktion | Credit: GEPA pictures/ULMER/ Bjoern Hake

Die Niederlage im UEFA-Cup-Halbfinale

Mit dem Namen Oliver Kahn verbindet man in erster Linie glorreiche Zeiten und Triumphe mit dem großen FC Bayern. Zuvor stand er allerdings im Tor des Karlsruher SC und war an einer der schönsten Sternstunden des österreichischen Fußballs beteiligt. So verlor er mit Karlsruhe im Halbfinale gegen Austria Salzburg – der letzte große Schritt auf dem legendären Weg ins Finale. Nach dem 0:0 im Hinspiel musste sich Oliver Kahn Torschütze Hermann Stadler geschlagen geben.

Die Wahl seines Studium-Standortes

Auch nach dem Ende seiner erfolgreichen Karriere bewies der Titan Ehrgeiz – und biss sich durch das Wirtschaftsstudium. Als Standort wählte er damals Salzburg. Im Oktober 2009 bekam Oliver Kahn an der Privatuni Seeburg den MBA-Titel verliehen und legte damit den Grundstock für seine Karriere nach der Karriere.

Seine Schüttel-Attacke gegen unseren Volkshelden

So unterhaltsam seine Ausraster auf dem Platz für die Zuschauer oft auch waren – den Gegnern und Mitspielern lernte Oliver Kahn damit das Fürchten. „Ich hatte Todesangst“, sagte einst Thomas Brdaric, nachdem er von Gegenspieler Kahn am Nacken gepackt wurde. Und auch Heiko Herrlich bekam es mit der Angst zu tun, als Kahn im wahrsten Sinne des Wortes Zähne zeigte und kurz davor war, dem Gegner in den Hals zu beißen. Schluss mit lustig war für uns Österreicher allerdings, als er Rekordteamspieler Andreas Herzog „schüttelte“ – als Mitglied der eigenen Mannschaft wohlgemerkt. Nachdem ein Ballverlust des Österreichers zu einer Torchance des Gegners geführt hatte, stürmte der Torhüter auf den Mitspieler zu. „Das Schleudertrauma war nach fünf Jahren erledigt“, scherzte Andi Herzog später in einem Interview.

Einer von Oliver Kahns Ausraster | Credit: GEPA pictures/ Witters/ TayDucLam

Die Überlegenheit mit den Bayern

1994 wechselte der frühere Karlsruhe SC-Keeper für 4,6 Millionen Euro zum FC Bayern München. Nie wurde zuvor so viel für einen Torhüter bezahlt. Die Bayern sollten es nicht bereuen: In den darauffolgenden Jahren wurde er mit den Münchnern achtmal Meister, sechsmal DFB-Pokalsieger sowie Champions-League Sieger 2001. Gut, für alle Bayern Sympathisanten – bitter für alle restlichen Fans. Doch wie sagte Kahn einst so treffend: „Ich habe kein Problem damit, der Arsch zu sein. Was gibt es schöneres, als das ganze Stadion gegen sich zu haben.“

Autor: Sandra Eder, 02.06.2021