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Peter Stöger und Peter Schöttel
Peter Stöger und Peter Schöttel
Hans Leitner / First Look / picturedesk.com

Peter Stöger: Holt Schöttel seinen alten Kumpel zum ÖFB?

04.04.2022 um 08:46, Philipp Eitzinger
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Peter Stöger gilt als klarer Favorit für den Posten des ÖFB-Teamchefs. Er war ein durchaus erfolgreicher Trainer - vor allem aber ist er seit 34 Jahren ein Weggefährte von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel.

Grundsätzlich könne er es sich schon vorstellen, ÖFB-Teamchef zu werden. Das ließ Peter Stöger zuletzt wissen - und er ist schließlich auch derjenige, der von vielen Seiten als heißester Kandidat und als beinahe schon logischer Nachfolger für Franco Foda als Auswahltrainer gehandelt wird.

Er ist dies, weil er eine beachtliche Trainer-Karriere vorweisen kann: Zweimal Meister mit der Austria (2005 im Duett mit Frenkie Schinkels, 2013 alleine), den 1. FC Köln aus der zweiten Liga in den Europacup geführt, er war Feuerwehrmann bei Dortmund und ist zuletzt als ungarischer Tabellenführer bei Ferencváros gegangen worden.

Weg des geringsten Widerstandes

Stöger ist aber auch ein alter Weggefährte von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel. Die beiden haben zwei Jahre gemeinsam bei Rapid gespielt, sind gemeinsam 1996 Meister geworden und ins Europacup-Finale gekommen. Sie waren auch fast zehn Jahre gemeinsam im Nationalteam aktiv - sie haben 1988 sogar im selben Spiel debütiert - und sind 1998 zusammen zur WM gefahren.

Man kennt sich, man versteht sich. Das ist einerseits einer gedeihlichen Zusammenarbeit durchaus förderlich. Es riecht aber auch ein bisschen nach jener Freunderlwirtschaft, dessen laues Lüftchen den ÖFB seit vielen, vielen Jahren umweht, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. 

Stöger wäre die phantasielose Lösung, für Schöttel der Weg des geringsten Widerstandes. Der breiten Öffentlichkeit ist Stöger vermittelbar. Er ist ein sehr umgänglicher Typ und kommt eigentlich mit jedem gut aus - ein wichtiger Kontrast zu den letzten Jahren unter Franco Foda. Die Berichte über massive menschliche Konflikte zwischen den Spielern und Foda kommen aus zu vielen verschiedenen Ecken, um frei erfunden zu sein.

Wirklich die beste Lösung?

Ein Teamchef Stöger wäre keine Katastrophe. Aber Zweifel sind diskutierbar, ob er wirklich die ideale Lösung wäre - wie ja auch Florian Klein angemerkt hat. Von seiner Zeit beim GAK abgesehen, wo er in der Regionalliga 2010/11 ein wildes Pressing aufgezogen hat, ist er überall eher mit einem defensiven Spiel aufgefallen - in Wr. Neustadt und in Köln vor allem, aber auch in Dortmund.

Als er die Austria 2013 zum Meistertitel führte, hatte er gut die taktischen Schwächen im Abwehrverhalten der Gegner erkannt und ausgenützt, damit gegen die "kleinen" Teams praktisch keine Punkte abgegeben. Gegen Salzburg hingegen gab es nur ein Tor und keinen einzigen Sieg in vier Spielen.

Die Welt hat sich seither auch im Fußball neun Jahre weitergedreht und unter Foda war es eben genau die Krux, dass es keine Idee gab, wie man gegen gut organisierte Abwehrreihen zu Torchancen kommt. Die aktuellen Teams aus Dänemark und Wales sind nicht vergleichbar mit Mattersburg, Innsbruck und Admira im Jahr 2013.

Und letztlich muss auch die Frage erlaubt sein, ob Stöger nicht viel lieber den Job von Schöttel als jenen von Foda will...

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