Alaba und Baumgartner: Sorgen um ÖFB-Stars vor WM-Start
Inhalt
- Verletzungssorgen um Alaba und Baumgartner
- Zweite Reihe drängt sich auf
- Erste Halbzeit enttäuscht Rangnick
- Trotz Unterzahl deutlich verbessert
- Schlager wohl als Nummer eins gesetzt
- Kampf um die Startelf neu eröffnet
Eigentlich wollte Ralf Rangnick nach der erfolgreichen Generalprobe gegen Tunesien mit einem klaren Bild in die Weltmeisterschaft starten. Doch nach dem 1:0-Erfolg im Wiener Ernst-Happel-Stadion ist das Gegenteil eingetreten.
Der Teamchef muss sich nicht nur um die angeschlagenen David Alaba und Christoph Baumgartner sorgen, sondern auch seine Überlegungen zur Startelf für das WM-Auftaktspiel gegen Jordanien überdenken.
Denn mehrere Spieler aus der zweiten Reihe nutzten ihre Chance eindrucksvoll und brachten neue Bewegung in den Konkurrenzkampf.
Verletzungssorgen um Alaba und Baumgartner
Die größten Sorgen bereiten derzeit zwei Schlüsselspieler. Christoph Baumgartner musste bereits vor dem Anpfiff passen. Der Leipzig-Legionär verspürte beim Aufwärmen plötzlich einen Stich im Adduktoren- beziehungsweise Oberschenkelbereich.
Die erste Einschätzung von Rangnick fiel alles andere als optimistisch aus. „Bei ihm sieht es leider nicht gut aus“, erklärte der Teamchef unmittelbar nach der Partie.
Auch David Alaba konnte das Spiel nicht beenden. Der Kapitän blieb zur Halbzeit vorsorglich in der Kabine. „Er hat muskulär etwas gespürt. Ich hoffe, dass es nur eine Verhärtung ist“, sagte Rangnick. Klarheit sollen MRT-Untersuchungen bringen, deren Ergebnisse im Laufe der nächsten Tage erwartet werden.
Zweite Reihe drängt sich auf
Während einige Stammkräfte Sorgen bereiteten, nutzten andere ihre Gelegenheit. Besonders Carney Chukwuemeka und Paul Wanner hinterließen beim Teamchef einen bleibenden Eindruck.
„Was die beiden gespielt haben, war nicht so schlecht“, meinte Rangnick mit einem Schmunzeln. Neben dem Duo erhielten auch Kevin Danso und Marco Friedl Lob für ihre Leistungen nach der Pause. Vor allem die zweite Halbzeit überzeugte den Deutschen deutlich mehr als der Auftritt seiner vermeintlichen Stammelf vor dem Seitenwechsel.
Erste Halbzeit enttäuscht Rangnick
Dabei hatte Rangnick jene Mannschaft aufs Feld geschickt, die, mit Ausnahme des kurzfristigen Ausfalls von Baumgartner, wohl auch gegen Jordanien starten sollte. Doch die Leistung blieb hinter den Erwartungen zurück. „In der ersten Hälfte haben wir nicht so gespielt, wie wir es normalerweise können“, analysierte der Teamchef.
Besonders das Passspiel im letzten Drittel habe nicht funktioniert. Zudem habe Österreich mehrfach die falschen Entscheidungen getroffen. Dass Tunesien gleich zweimal Aluminium traf, spielte ebenfalls eine Rolle. „Da hatten wir das nötige Glück“, gab Rangnick offen zu.
Trotz Unterzahl deutlich verbessert
Nach der Roten Karte gegen Konrad Laimer und den fünf Wechseln zur Pause zeigte Österreich ein völlig anderes Gesicht. Obwohl die Mannschaft mehr als eine Halbzeit in Unterzahl spielte, kontrollierte sie das Geschehen weitgehend. „Wir waren mit einem Mann weniger dem zweiten oder dritten Tor näher als Tunesien dem Ausgleich“, betonte Rangnick. Gerade die Reaktion auf die schwierige Situation gefiel dem 67-Jährigen besonders.
Schlager wohl als Nummer eins gesetzt
Eine Personalie scheint dagegen geklärt. Alexander Schlager überzeugte im Tor erneut und dürfte beim WM-Auftakt gegen Jordanien zwischen den Pfosten stehen. „Man kann davon ausgehen, dass er gegen Jordanien im Tor stehen wird, wenn nichts Außergewöhnliches passiert“, erklärte Rangnick.
Kampf um die Startelf neu eröffnet
Die größte Erkenntnis des Abends: Die Karten wurden neu gemischt. „Das heutige Spiel hat schon noch ein paar Karten neu gemischt“, sagte Rangnick.
Vor dem Abflug in die USA stehen für die ÖFB-Kicker nun zwei freie Tage an. Danach geht es ins Trainingslager nach Kalifornien, wo sich endgültig entscheiden wird, wer am 17. Juni gegen Jordanien von Beginn an auflaufen darf.