Nations League mit Brasilien und Co.: Gemeinsam gegen FIFA-Pläne

Seit Jahren tobt der Machtkampf zwischen dem Fußball-Weltverband FIFA und dem europäischen Verband UEFA. Es geht um Macht, Prestige und natürlich um viel Geld.

Die FIFA, angeführt von Präsident Gianni Infantino, blickt neidvoll auf die Unmengen an Geld, welche die UEFA vor allem mit ihrer Champions League umsetzt. Als Weltverband fühlt man sich natürlich dazu berufen, selbst das Sagen zu haben, was die großen Einnahmen angeht. Die anvisierte große Klub-WM mit 24 Teams ist wegen des massiven Widerstands Europas und der Corona-Pandemie vorerst auf Eis gelegt.

Dafür drücken Infantino und der zu seinem willfährigen Schoßhund mutierte Arsène Wenger nun mit macht auf eine Total-Reform im Weltfußball. Ihr Vorhaben: Eine WM alle zwei Jahre statt, wie bisher immer, alle vier Jahre.

Damit würden alle anderen Turniere entweder (wie die EM oder die stets heiß umkämpfte Südamerika-Meisterschaft, die "Copa América") entwertet oder, wie die Nations League, de facto unmöglich gemacht.

Eiserne Allianz Europa-Südamerika

Bei der UEFA in Nyon und beim südamerikanischen Verband CONMEBOL mit Sitz in Paraguay Hauptstadt Asunción ist man davon - wie auch praktisch alle Fans in diesen beiden Kontinenten - strikt gegen die Idee eine WM im Zweijahres-Rhythmus. Darum wird zusammengearbeitet.

Der Praxis-Teil des Plans ist die gemeinsamen Nations League. Ab der übernächsten Auflage, die im Herbst 2024 über die Bühne geht (also nach der EM in Deutschland und der Copa in Ecuador) spielen die Top-6 Nationen Südamerikas in der A-Gruppe der UEFA Nations League und die restlichen vier in der B-Gruppe. Alle Spiele würden in Europa ausgetragen.

WM ohne Europa und Südamerika? Wertlos!

Was die Pläne einer gemeinsamen Nations League aber vor allem sein sollen: Ein erhobener Mittelfinger an die FIFA. Grund-Aussage: "Ihr wollt eine WM alle zwei Jahre? Dann macht das. Aber ohne uns!"

Weil alle wissen: Wenn Teams aus Europa und Südamerika eine WM im Zweijahres-Rhythmus boykottieren, gibt es keine WM. Ganz einfach. Wenn sich Mexiko, Nigeria, Japan und Australien einen Turniersieger ausmachen, ist das Sponsoren und Zusehern weltweit unmöglich als größtes Fußballturnier der Welt zu verkaufen.

Autor: Philipp Eitzinger, 20.12.2021