Nach Quali-Debakel: So flogen frühere ÖFB-Teamchefs aus dem Amt

Otto Baric - 0:5 in der Türkei

Unter dem letztes Jahr verstorbenen "Otto Maximale" rettete Österreich in der Quali für die WM 2002 mit viel Glück Gruppenplatz zwei und durfte damit im Playoff antreten. Im Hinspiel im November 2001 gab es daheim ein 0:1 gegen die Türkei, im Rückspiel setzte es ein übles 0:5-Debakel.

Baric wollte zwar weitermachen, sah aber schnell ein, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert werden würde.

Herbert Prohaska - 0:9 in Spanien

Sechs Jahre war der nunmehrige ORF-Experte Herbert Prohaska ÖFB-Teamchef – nach der WM-Teilnahme von 1998 ging man erwartungsfroh in die Quali für die EM 2000. Einem vernünftigen Start (Siege gegen Zypern und San Marino, Remis gegen Israel) folgte im März 1999 der legendäre "Kegelabend von Valencia". Neun Trümmer fing sich Torhüter Franz Wohlfahrt ein, bei 0:5 in der Halbzeit gab Toni Pfeffer sein legendäres "Hoch gwinna ma's nimmer" zu Protokoll.

Herbert Prohaska war natürlich nicht zu halten.

Alfred Riedl - 0:3 gegen Dänemark

In einem Jahr als Teamchef gewann Alfred Riedl nur ein einziges Match – ein Heimspiel gegen die Färöer. Ansonsten taumelte das Team unter dem einstigen Austria- und GAK-Torjäger von einer Blamage in die nächste, so wie bei einem 0:6 in einem Testmatch in Schweden. Nach einer besonders erbärmlichen Vorstellung beim 0:3 gegen Dänemark im September 1991 war Schluss.

Man erzählt sich, dass es schon währenddessen so weit war. Es heißt, ÖFB-Präsident Beppo Mauhart wäre in der Halbzeit in die Kabine gekommen, um Riedl vor versammelter Mannschaft von seiner bevorstehenden Entlassung zu informieren...

Josef Hickersberger - 0:1 gegen die Färöer

Bei der WM 1990 gab es das Vorrunden-Aus, wenn auch in einer starken Gruppe (mit Gastgeber Italien und dem späteren Viertelfinalisten Tschechoslowakei). Die Stimmung vor dem ersten Quali-Spiel für die EM 1992 war positiv: Es ging gegen die Hobby-Kicker von den Färöer-Inseln, die ihr allererstes offizielles Spiel bestritten und mangels eigenem Fußballplatz ins südschwedische Landskrona ausweichen mussten. Man diskutierte nur, ob es einen zweistelligen Sieg geben würde oder nicht.

Und dann das! 0:1 verloren, Zipfelmützen-Torhüter Jens-Martin Knudsen hielt alles, Torkil Nielsen traf, Hickersberger trat sofort zurück.

Erich Hof - 1:0-Sieg gegen die Niederlande

Den sicherlich patschertsten Abgang als ÖFB-Teamchef vollzog Erich Hof im November 1984. Die sensible Sportclub-Legende stand nach einem verpatzten Start in die Qualifikation für die WM 1986 schwer in der Kritik, ehe es im November 1984 einen überraschenden 1:0-Heimsieg gegen die Niederlande gab. Hof nützte dies und wollte sich auch von offizieller Seite Rückendeckung holen. Er bot seinen Rücktritt an, in der Erwartung, dass er nach dem Erfolg über Oranje das Präsidium hinter sich hatte.

Hatte er nicht: Das ÖFB-Präsidium nahm Hofs Rücktritt an.

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Autor: Philipp Eitzinger, 06.09.2021