Große Unsicherheit: So geht es bei Marcel Hirscher weiter
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Ski-Legende Marcel Hirscher hat erstmals ausführlich über seine Rückkehr in den Weltcup gesprochen und dabei überraschend selbstkritische Töne angeschlagen. Nach fünf Jahren Pause feierte der Salzburger im Oktober 2024 sein viel beachtetes Comeback, blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Im Gespräch mit dem Schweizer Sender SRF räumt Hirscher nun ein, dass der Wiedereinstieg nicht optimal verlaufen ist. „Das Comeback ist eigentlich viel zu schnell gekommen“, sagt der 37-Jährige rückblickend. Eine von der FIS eingeführte Wildcard hatte ihm den direkten Weg zurück in den Weltcup ermöglicht.
Ursprünglich anderer Plan
Dabei sah Hirschers ursprüngliche Strategie ganz anders aus. Schritt für Schritt wollte sich der achtfache Gesamtweltcupsieger wieder an die Spitze herantasten.
„Der Plan war, einige FIS-Rennen zu fahren und körperlich fit zu werden, dann ein paar Europacuprennen. Und wenn es sich ausgeht, das eine oder andere Weltcuprennen“, erklärt Hirscher. Doch dieser Plan wurde durch äußere Umstände und wohl auch durch die sich bietende Chance beschleunigt.
Mit etwas Abstand betrachtet sieht der Salzburger die Situation heute nüchterner: „Im Nachhinein das Buch rückwärts zu lesen, ist immer einfach.“
Verletzung als Rückschlag
Nach nur drei Rennen folgte im Dezember 2024 der nächste Rückschlag: Hirscher zog sich einen Kreuzbandriss zu. Eine schwere Verletzung, die ihn erneut ausbremste und seine Zukunft im Rennsport ungewiss machte.
Besonders bitter: Während seiner aktiven Karriere war Hirscher lange Zeit von schweren Verletzungen verschont geblieben. Nun musste auch er diese Erfahrung machen.
„Jetzt kann ich auch bei diesem Thema mitreden“, sagt er. Gleichzeitig zeigt er großen Respekt vor anderen Athletinnen und Athleten: „Hut ab vor jedem, der nach Verletzungen zurückkommt.“
Zukunft völlig offen
Ob es für ein weiteres Comeback reicht, will Hirscher derzeit nicht prognostizieren. Im Mittelpunkt steht für ihn zunächst die vollständige Genesung.
„Zuerst muss ich wieder gesund werden, dann schauen wir, ob Skirennen möglich sind“, erklärt er. Ob er allerdings noch einmal in der absoluten Weltspitze mitfahren kann, bleibt unklar: „Ob es für die oberste Liga reicht, getraue ich mich heute absolut gar nicht mehr zu beantworten.“