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Lindsey Vonn Sturz erstes Statement – US-Ski-Star in Cortina d’Ampezzo vor Olympia-Abfahrt 2026, wenige Minuten vor ihrem schweren Unfall.
Lindsey Vonn hat sich nach ihrem schweren Sturz das erste Mal selbst zu Wort gemeldet.
Lindsey Vonn hat sich nach ihrem schweren Sturz das erste Mal selbst zu Wort gemeldet.
APA-Images / AFP / STEFANO RELLANDINI

Erstes Statement: Lindsey Vonn meldet sich aus dem Krankenhaus

10.02.2026 um 08:17, Anna Kirschbaum
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Nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen 2026 meldet sich Lindsey Vonn erstmals zu Wort. Das ist ihr erstes Statement aus dem Krankenhaus.

Es sind nur wenige Sekunden, die über Glück und Tragödie entscheiden. Lindsey Vonn stürzt am Sonntag bei der Olympia-Abfahrt in Cortina d’Ampezzo nach nur 13 Sekunden schwer. Mittlerweile ist die 41-Jährige zweimal operiert worden. Zwei Tage nach dem Unfall meldet sich die Ski-Ikone erstmals aus dem Krankenhaus zu Wort.

Lindsey Vonn: Start mit Kreuzbandriss

Trotz eines erst neun Tage alten Kreuzbandrisses will es Vonn noch einmal wissen: „Gold oder Fangnetz“, so das Kampfmotto der US-Speedqueen. Kurz nach dem Start zeigt sich, dass es sich nicht ausgeht. Eine Bodenwelle hebt sie aus, danach zieht Vonn zu eng an das Tor. Der rechte Arm verhakt sich, die Kontrolle ist verloren. „Ich war einfach fünf Zentimeter zu eng auf meiner Linie“, erklärt Vonn in ihrem ersten Statement.

Vonn bestätigt komplizierten Unterschenkelbruch

Unmittelbar nach dem Sturz wird Lindsey Vonn auf der Piste notversorgt und per Helikopter ins Ca’-Foncello-Krankenhaus Treviso gebracht. Die Ärzte diagnostizieren eine komplexe Fraktur des linken Schienbeins. Mittlerweile ist die US-Rennläuferin bereits zweimal operiert worden, um die Bruchstellen zu stabilisieren. Ein äußerer Fixateur hält den Knochen derzeit in Position. „Leider habe ich mir eine komplexe Schienbeinfraktur zugezogen, die derzeit stabil ist, aber mehrere Operationen erfordern wird, um sie richtig zu behandeln“, so Vonn via Instagram.

„Es war kein Happy End – es war einfach das Leben“

In ihrem langen Statement auf Instagram geht Vonn über die Sturzdetails hinaus: „Gestern endete mein olympischer Traum nicht so, wie ich es mir erträumt hatte. Es war kein märchenhaftes Happy End, sondern einfach nur das Leben.“ Trotz Kreuzbandriss anzutreten, sei richtig gewesen. „Auch wenn der gestrige Tag nicht so geendet hat, wie ich es gehofft hatte, und trotz der starken körperlichen Schmerzen, die er verursacht hat, bereue ich nichts.“

„Kreuzband hatte mit dem Sturz nichts zu tun“

Die Kritik, sie sei fahrlässig angetreten, weist Vonn zurück. „Mein Kreuzband und frühere Verletzungen hatten mit meinem Sturz überhaupt nichts zu tun.“ Ursache sei ein technischer Fehler gewesen – wenige Zentimeter auf der falschen Linie. „In der Abfahrt kann der Unterschied zwischen einer strategischen Linie und einer katastrophalen Verletzung nur zwölf Zentimeter betragen.“

Lindsey Vonn: Risiko als Lebensprinzip

„Zu wissen, dass ich dort stand und die Chance hatte zu gewinnen, war an sich schon ein Sieg.“ Das Risiko nimmt sie bewusst in Kauf: „Ich wusste, dass Rennenfahren ein Risiko ist. Es war schon immer ein unglaublich gefährlicher Sport und wird es auch immer bleiben.“

Mut und Lebenshaltung

Vonn spricht nicht nur über Verletzung und Risiko, sondern über Grundhaltung: „Ähnlich wie beim Skirennen gehen wir auch im Leben Risiken ein. Wir träumen. Wir lieben. Wir springen. Und manchmal fallen wir. Manchmal wird unser Herz gebrochen. Aber das ist auch das Schöne am Leben: Wir können es versuchen.“

Am Ende fasst Vonn ihre Haltung zusammen: „Ich habe es versucht. Ich habe geträumt. Ich bin gesprungen.“

„Das einzige Versagen ist, es nicht zu versuchen“

Vonn schließt mit einem Appell an ihre Fans: „Ich hoffe, wenn ihr etwas aus meiner Reise mitnehmt, dann ist es, dass ihr alle den Mut habt, Großes zu wagen. Das Leben ist zu kurz, um keine Risiken einzugehen. Denn das einzige Versagen im Leben ist, es nicht zu versuchen. Ich glaube an euch, so wie ihr an mich geglaubt habt.“

Vater Alan Kildow: „Das ist das Ende ihrer Karriere“

Während Vonn kämpferisch klingt, äußert sich ihr Vater Alan Kildow nüchterner. Gegenüber der Associated Press erklärt er: „Sie ist 41 Jahre alt … und es wird keine weiteren Rennen für Lindsey geben.“ Er ist während der Spiele an ihrer Seite und berichtet, er habe „eine Nacht an ihrem Krankenbett verbracht“. Für ihn steht die Gesundheit seiner Tochter über allem: „Es ist Zeit, an die Zukunft zu denken und eine neue Lebensphase zu beginnen.“

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