Kühbauer hadert: „Musst zwei, drei Tore machen“
Der Traum von der Champions League ist für den LASK in weite Ferne gerückt. Die Linzer mussten sich im Play-off-Hinspiel bei Celtic Glasgow mit 0:3 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel allerdings deutlich klarer aus, als es der Spielverlauf vermuten ließ. Während der schottische Rekordmeister seine Möglichkeiten eiskalt nutzte, vergab der LASK mehrere hochkarätige Chancen. Trainer Dietmar Kühbauer haderte nach dem Spiel vor allem mit der fehlenden Effizienz.
LASK lässt große Chancen liegen
Vor rund 55.000 Zuschauern im Celtic Park präsentierten sich die Linzer von Beginn an mutig. Zwar hatte Celtic deutlich mehr Ballbesitz, der LASK setzte aber immer wieder gefährliche Nadelstiche und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten.
Besonders bitter: Moses Usor und Samuel Adeniran brachten den Ball in der ersten Hälfte jeweils im Tor unter, beide Treffer wurden jedoch wegen knapper Abseitsstellungen nicht anerkannt. Auch darüber hinaus vergaben die Gäste Möglichkeiten, die an einem besseren Abend durchaus zu Toren hätten führen können.
„Aus diesen Chancen musst du zwei, wenn nicht drei Tore machen“, ärgerte sich Kühbauer nach der Partie. Genau diese Ineffizienz sollte sich auf internationalem Niveau rächen.
Celtic bestraft defensive Fehler
Celtic zeigte dagegen, warum Fehler auf dieser Bühne besonders teuer werden. Benjamin Nygren brachte die Hausherren in der 26. Minute in Führung. Noch vor der Pause erhöhte Camilo Duran auf 2:0, ehe er nach dem Seitenwechsel mit seinem zweiten Treffer den 3:0-Endstand herstellte.
Alle drei Tore entstanden, ohne dass Celtic die Linzer Defensive dauerhaft auseinanderspielen musste. Vor allem bei zweiten Bällen agierte der LASK zu nachlässig. Kühbauer kritisierte, dass seine Mannschaft in diesen Situationen nicht konsequent genug verteidigt habe.
„National wird das reichen, international nicht“, brachte es der LASK-Trainer auf den Punkt. Celtic nutzte genau jene Momente, die der österreichische Double-Gewinner ungenutzt ließ.
Kühbauer lobt seine Mannschaft
Trotz des deutlichen Resultats wollte Kühbauer seiner Mannschaft keinen grundsätzlichen Vorwurf machen. Für den Trainer spiegelte das 0:3 die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nur bedingt wider. Der LASK habe über weite Strecken ein gutes Spiel gezeigt und sich sogar die besseren Möglichkeiten erarbeitet.
Auch Kapitän Sascha Horvath sprach von einer zu hohen Niederlage. Aus seiner Sicht wäre für die Linzer deutlich mehr möglich gewesen. Die Mannschaft müsse nun vor allem aus den vergebenen Chancen und den defensiven Fehlern lernen.
Für den LASK war es erst die dritte Niederlage im 32. Pflichtspiel seit Kühbauers Rückkehr auf die Trainerbank. Gleichzeitig endete eine Serie von 13 Pflichtspielen ohne Niederlage.
LASK braucht jetzt ein Fußballwunder
Die Ausgangslage für das Rückspiel in Linz ist denkbar schwierig. Am Dienstag müssen die Oberösterreicher einen Drei-Tore-Rückstand aufholen, um zumindest eine Verlängerung zu erzwingen. Dafür muss laut Horvath praktisch alles passen: hinten kompakt stehen, Räume schneller schließen und vor allem die eigenen Chancen verwerten.
Aufgeben will beim LASK dennoch niemand. „Wenn Celtic drei schießen kann, können wir das zuhause auch“, gab sich Adeniran kämpferisch. Auch Kühbauer kündigte an, alles daran zu setzen, das scheinbar Unmögliche noch möglich zu machen.
Selbst im Falle des Ausscheidens bleibt den Linzern der Europacup-Herbst erhalten. Einen Platz in der Ligaphase der Europa League hat der LASK bereits sicher. Der große Traum von der Champions League lebt vor dem Rückspiel aber nur noch mit sehr viel Hoffnung.