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Bei Musiala ist laut eigener Aussage eine neurologische Dysfunktion als Ursache bekannt.
Jamal Musiala Verletzung: Sportwissenschafter Alexander Wassung betont, dass Zusammenbrüche immer ärztlich abgeklärt werden müssen.
Jamal Musiala Verletzung: Sportwissenschafter Alexander Wassung betont, dass Zusammenbrüche immer ärztlich abgeklärt werden müssen.
APA-Images / dpa / Harry Langer

„Ernst zu nehmen“: Sportwissenschaftler über Musiala-Kollaps

19.08.2026 um 09:14, Yunus Emre Kurt
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Nach Musialas Zusammenbrüchen erklärt Sportwissenschafter Alexander Wassung, warum eine genaue Abklärung entscheidend ist und wann Sportler zurückkehren können.

Zweimal innerhalb weniger Tage sackte Jamal Musiala auf dem Fußballplatz zusammen und sorgte damit für beunruhigende Bilder. Der Bayern-Star hat mittlerweile erklärt, dass bei ihm kurz auftretende Absencen infolge einer neurologischen Dysfunktion festgestellt wurden. Wie sind solche Zusammenbrüche aus sportwissenschaftlicher Sicht einzuordnen? weekend.at hat darüber mit Alexander Wassung gesprochen. Der Salzburger ist Sportwissenschafter, Trainingstherapeut, Strength and Conditioning Specialist sowie diplomierter Personal Trainer.

Ärztliche Abklärung hat oberste Priorität

Für Wassung steht bei einem Zusammenbruch auf dem Sportplatz zunächst nicht das Training, sondern die Medizin im Mittelpunkt. „Solche Sachen gehören natürlich ärztlich abgeklärt“, betont der Salzburger Experte. Aus sportwissenschaftlicher Sicht könne man zwar mögliche Einflussfaktoren betrachten, eine Diagnose müsse jedoch immer von Ärzten beziehungsweise Sportmedizinern gestellt werden.

Das gilt besonders im Fall Musiala. Der Bayern-Star hat selbst bekannt gegeben, dass hinter seinen jüngsten Aussetzern eine neurologische Ursache steckt. Für Wassung ist deshalb wichtig, den konkreten Fall klar von einem klassischen Kreislaufkollaps aufgrund hoher Belastung oder Hitze zu unterscheiden.

Hitze und Flüssigkeitsmangel als Risikofaktoren

Grundsätzlich können bei Sportlern aber auch hohe Temperaturen eine bedeutende Rolle spielen. Wassung nennt vor allem Dehydrierung, eine steigende Körpertemperatur und Verschiebungen im Elektrolythaushalt als mögliche Faktoren, die Kreislaufprobleme begünstigen können.

Gerade an sehr heißen Tagen müsse deshalb auch die Belastungssteuerung angepasst werden. Bei Temperaturen um 35 Grad könne beispielsweise ein kürzeres Aufwärmprogramm sinnvoll sein. Wichtig sei außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dabei gehe es laut Wassung nicht ausschließlich um Wasser.

„Wenn man immer nur Wasser trinkt, kann das auch zu einem Elektrolytmangel führen“, erklärt der Sportwissenschafter. Gerade Natrium und andere Elektrolyte spielen bei intensiver körperlicher Belastung und starkem Schwitzen eine wichtige Rolle.

Diese Kriterien gelten für eine Rückkehr

Wann ein Sportler nach einem Zusammenbruch wieder ins Training oder sogar in einen Wettkampf einsteigen kann, hängt laut Wassung vollständig von der Ursache ab. Einen pauschalen Zeitraum gebe es deshalb nicht.

Der Salzburger würde einen klaren Stufenplan verfolgen. An erster Stelle steht die sportmedizinische Untersuchung. Danach müssten relevante medizinische Werte wieder im Normbereich liegen. Zusätzlich müsse sich der Spieler zunächst in Ruhe vollständig wohlfühlen.

Erst dann könne ein langsamer Einstieg ins Training erfolgen. Wird die Belastung ohne Beschwerden vertragen und liegt eine medizinische Freigabe vor, kann die Intensität schrittweise gesteigert werden. „Wenn sportmedizinisch alles abgeklärt ist und die Werte in Ordnung sind, kann man auch auf das subjektive Empfinden des Spielers achten“, erklärt Wassung.

Die Ursache ist entscheidender als der Kollaps

Entscheidend ist für den Experten weniger der Zusammenbruch selbst als vielmehr das, was ihn ausgelöst hat. „Nicht der Kollaps selbst ist immer das Gefährliche, sondern vor allem die Ursache dahinter“, fasst Wassung zusammen.

Das Spektrum könne entsprechend groß sein. Eine vorübergehende Dehydrierung oder Überhitzung könne vergleichsweise schnell überwunden sein. Gleichzeitig können hinter einem Kollaps aber auch ernsthafte neurologische oder kardiologische Ursachen stecken.

Genau deshalb warnt Wassung davor, solche Vorfälle aus der Distanz vorschnell zu beurteilen. Im konkreten Fall Musiala liege bereits eine neurologische Diagnose vor und damit gehöre die weitere Beurteilung klar in die Hände der behandelnden Fachärzte. Für den Sportwissenschafter gilt deshalb eine einfache Regel: Ein Kollaps auf dem Platz muss immer ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden.

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