Juliette Willmann: Freeriderin stirbt bei Lawinenunglück
Die Freeride-Szene trauert um Juliette Willmann: Die 29-jährige Französin und ihr Ehemann wurden von einem Schneebrett in die Tiefe gerissen. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät, sie konnte nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden.
Von Lawine überrascht
Das Unglück ereignete sich am 29. September am Cerro Crestón nahe El Chaltén im argentinischen Patagonien. Willmann und ihr 30-jähriger Ehemann waren dort wohl auf einer Skitour unterwegs, als sich eine Schneebrettlawine löste. Nach vorläufigen Angaben der Behörden wurden beide rund 400 Meter den Berg hinuntergerissen. Andere Skifahrer, die sich ebenfalls in dem Gebiet aufhielten, erreichten die Unfallstelle als Erste und gruben das Paar aus. Willmann wurde in etwa eineinhalb Metern Tiefe gefunden und zeigte keine Lebenszeichen mehr. Unter Anleitung einer Ärztin wurden noch Wiederbelebungsversuche unternommen, die jedoch erfolglos blieben.
Ehemann überlebt
Juliette Willmanns Ehemann, der Bergführer Pierre-Idris Mehdi, konnte glücklicherweise lebend geborgen werden. Laut ersten Informationen wies er keine offensichtlich schweren Verletzungen auf und wurde anschließend zur medizinischen Versorgung nach El Chaltén gebracht. Aufgrund des schwer zugänglichen Geländes dauerte der Einsatz mehrere Stunden.
Willmann und Mehdi hatten 2025 in Les Houches geheiratet. Die Freeriderin stammte aus den französischen Hautes-Alpes und lebte seit rund zehn Jahren im Tal von Chamonix.
Erfolgreiche Freeriderin
Willmann war in der internationalen Freeride-Szene bekannt und startete auf der Freeride World Tour. Noch 2022 belegte sie beim Bewerb in Baqueira Beret in Spanien den vierten Platz. Sie war zudem Mitglied des Team Chamonix, dem international aktive Spitzensportler der Region angehören. Auch abseits des Skisports war die Französin sportlich aktiv. Sie trat bei Enduro-Mountainbike-Bewerben an und arbeitete beim Club des Sports de Chamonix als Trainerin für den Nachwuchs.