Fußball WM Italien: Rücktritte nach nächstem WM-Debakel – Verband vor Neustart
- Rücktritte nach drittem WM-Aus in Serie
- Buffon folgt: Fühle mich frei
- Gattuso vor ungewisser Zukunft
- Politischer Druck auf den Verband
- Strukturelle Probleme im Fokus
- Italien vor umfassendem Neustart
Desaster bei der Fußball WM Italien: Der italienische Fußball steht nach dem erneuten Scheitern in der Qualifikation zur Fußball-WM vor einem personellen Umbruch. Verbandspräsident Gabriele Gravina und Sportdirektor Gianluigi Buffon haben nach dem Play-off-Aus von Italien gegen Bosnien-Herzegowina ihren Rücktritt erklärt. Teamchef Gennaro Gattuso steht massiv unter Druck.
Fußball WM Italien: Rücktritte nach drittem WM-Aus in Serie
Mit der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina hat Italien die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 verpasst. Es ist bereits das dritte WM-Aus in Folge nach 2018 und 2022. Der politische und öffentliche Druck auf die Verbandsspitze ist im Beben danach erwartungsgemäß gestiegen. Mehrere Regierungsvertreter, darunter auch Sportminister Andrea Abodi, haben Konsequenzen gefordert.
Verbandspräsident Gravina hat mittlerweile seinen Rücktritt erklärt. Eine Neuwahl ist für den 22. Juni angesetzt.
Buffon folgt: „Fühle mich frei“
Kurz nach Gravina hat jetzt auch Sportdirektor Gianluigi Buffon seinen Rückzug bekannt gegeben. „Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei, das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte“, erklärte der frühere Teamtorhüter.
Er habe trotz seiner Bemühungen das Ziel verfehlt, Italien zurück zur Weltmeisterschaft zu führen.
Italien-Trainer Gattuso vor ungewisser Zukunft
Offen ist weiterhin die Zukunft von Teamchef Gennaro Gattuso. Der 48-Jährige hat sich nach dem Spiel selbstkritisch gezeigt: „Ich persönlich entschuldige mich bei den Italienern. Ich habe es nicht geschafft. Es tut so weh.“
Ob er im Amt bleibt, ist derzeit unklar. Medienberichte gehen davon aus, dass auch hier eine Entscheidung bevorsteht.
Politischer Druck auf den Verband
Die Krise hat sich im fußballverliebten Italien mittlerweile zu einem politischen Thema gemausert. „Es ist offenkundig, dass der italienische Fußball neu aufgebaut werden muss. Dieser Prozess muss mit einer Erneuerung der Verbandsspitze beginnen", Sportminister Andrea Abodi fordert einen grundlegenden Neustart.
Mit seiner Forderung ist er nicht allein. Vertreter mehrerer Parteien haben sich dem Appell angeschlossen.
Fußball WM Italien: Strukturelle Probleme
Neben personellen Konsequenzen rücken mit der gescheiterten WM-Qualifikation strukturelle Defizite in den Mittelpunkt der Debatte. Kritisiert werden unter anderem die Nachwuchsarbeit, die Rolle ausländischer Spieler in der Liga sowie infrastrukturelle Schwächen.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sieht die Ursachen ebenfalls tiefer: „Ihr habt hier eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas.“
Italien vor umfassendem Neustart
Mit den Rücktritten an der Verbandsspitze beginnt eine Phase der Neuaufstellung. Nach dem dritten verpassten WM-Turnier in Folge steht der italienische Fußball vor grundlegenden Reformen – sportlich, strukturell und organisatorisch.
Wie schnell dieser Neustart gelingt, wird entscheidend dafür sein, ob Italien künftig wieder bei einer Weltmeisterschaft vertreten ist.