Pfiffe gegen Stefan Schwab: Jetzt bricht er sein Schweigen
Inhalt
- Stefan Schwab: Pfiffe trotz Klassenerhalt
- Klub und Mannschaft stellen sich hinter Schwab
- Schwab spricht offen über Belastung
- Abschied aus Kiel zeichnet sich ab
Stefan Schwab erlebt bei Holstein Kiel ein Saisonfinale voller Emotionen. Der frühere Rapid-Kapitän und ÖFB-Legionär wurde in den vergangenen Wochen immer wieder von Teilen der eigenen Fans ausgepfiffen, trotz des geschafften Klassenerhalts in der 2. deutschen Bundesliga.
Nun spricht der 35-Jährige offen über die schwierige Situation und die Belastung, die die Anfeindungen mit sich brachten. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass Schwab den Verein im Sommer nach nur einer Saison wieder verlassen wird.
Stefan Schwab: Pfiffe trotz Klassenerhalt
Besonders beim Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig wurde die angespannte Stimmung erneut sichtbar. Als Schwab in der 65. Minute eingewechselt wurde, reagierten Teile der Zuschauer mit Pfiffen. Für viele Beobachter überraschend, schließlich hatte der routinierte Mittelfeldspieler seinen Anteil am Klassenerhalt der „Störche“. Dennoch entwickelte sich Schwab in einer schwierigen Saison immer mehr zur Zielscheibe der Kritik.
Der ehemalige Kapitän von PAOK Thessaloniki galt bei seiner Verpflichtung als erfahrener Führungsspieler und Hoffnungsträger. Die Erwartungen an den ÖFB-Legionär waren entsprechend hoch. Sportlich verlief die Saison jedoch nicht wie erhofft. Schwab kam deutlich seltener zum Einsatz als ursprünglich geplant.
Klub und Mannschaft stellen sich hinter Schwab
Innerhalb des Vereins erhielt Schwab allerdings große Unterstützung. Trainer Tim Walter, die Mannschaft und selbst Teile der Fanszene stärkten dem Mittelfeldspieler öffentlich den Rücken. Kapitän Jonas Meffert machte klar, dass die Pfiffe gegen einen eigenen Spieler innerhalb der Mannschaft auf Unverständnis stoßen. „Stefan ist für uns auf und neben dem Platz enorm wichtig“, lautet die klare Botschaft aus der Kabine.
Auch Trainer Walter fand deutliche Worte. „Er gehört zu Holstein Kiel und bringt enorm viel Erfahrung und Qualität mit“, erklärte der Coach. Wer eigene Spieler auspfeife, müsse das mit sich selbst ausmachen. Auf der Vereinshomepage wird Schwab zudem als „Anführer im Training“ bezeichnet. Besonders junge Spieler würden von seiner Erfahrung profitieren.
Schwab spricht offen über Belastung
Der ÖFB-Legionär selbst geht inzwischen sehr offen mit der schwierigen Situation um. Er räumt ein, dass die Erwartungen an seine erste Saison in Kiel andere gewesen seien. „Man macht sich natürlich Gedanken“, erklärte Schwab über die vergangenen Wochen. Die Pfiffe seien nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Gerade weil er in seiner Karriere bereits bei Rapid Wien und PAOK Thessaloniki unter großem Druck gespielt habe, wisse er genau, wie schnell einzelne Spieler in schwierigen Phasen herausgepickt werden.
Gleichzeitig zeigte der Mittelfeldspieler auch Verständnis für die Fans. Kritik gehöre im Fußball dazu, betonte Schwab mehrfach. Umso wichtiger sei für ihn die Unterstützung aus Mannschaft und Trainerteam gewesen.
Beim letzten Heimspiel erlebte der 35-Jährige schließlich eine Art Versöhnung mit den Anhängern. Neben vereinzelten Pfiffen gab es diesmal auch viel Applaus und aufmunternde Rufe. „Da fällt schon einiges ab“, meinte Schwab danach erleichtert.
Abschied aus Kiel zeichnet sich ab
Sportlich dürfte das Kapitel Holstein Kiel dennoch im Sommer enden. Nach nur einer Saison stehen die Zeichen klar auf Abschied. Wohin es den ehemaligen Rapid-Kapitän zieht, ist derzeit noch offen. Ein Karriereende kommt für Schwab aber nicht infrage. Der Mittelfeldspieler fühlt sich weiterhin fit und glaubt, noch mehreren Vereinen helfen zu können.