Alles über den neuen WM-Spielball „Trionda“
Wenn im Sommer das größte internationale Turnier der Fußballgeschichte angepfiffen wird, steht ein ganz besonderer Hauptdarsteller im Rampenlicht: der offizielle Spielball Adidas Trionda. Das Sportgerät für die Fußball-Weltmeisterschaft wurde in Deutschland entwickelt und bricht bereits vor dem ersten Anpfiff Rekorde. Die größte Innovation liegt in der Konstruktion der Oberfläche: Die Trionda wird aus lediglich vier thermisch verschweißten Panels zusammengefügt. Dies ist die geringste Anzahl an Elementen, die jemals für einen offiziellen Matchball bei einer FIFA-Weltmeisterschaft verwendet wurde. Das Resultat ist eine glatte Oberfläche, die neue Maßstäbe in Sachen Performance und Fluggeschwindigkeit setzen soll.
Die Bedeutung von „Trionda“: Ein optisches Tribut an drei Gastgeber
Da die Endrunde zum ersten Mal in der Geschichte von drei Nationen parallel ausgetragen wird, spiegelt der Ball diese mathematische Besonderheit sowohl im Namen als auch im Design wider. Die Wortkreation setzt sich aus der Vorsilbe „Tri-“ (für die drei Länder) und dem spanischen Wort „Onda“ für Welle zusammen – übersetzt bedeutet der Name somit „Dreifache Welle“.
Das optische Konzept greift die Nationalfarben und die Kultur der drei Ausrichterstaaten direkt auf den vier Panels auf:
- Kanada: Repräsentiert durch die Farbe Rot und das ikonische Ahornblatt (Maple Leaf).
- Mexiko: Integriert durch ein sattes Grün sowie den Kopf eines goldenen Adlers.
- USA: Dargestellt durch die Farbe Blau und den klassischen fünfzackigen Stern.
Die fließenden Geometrien der Landesfarben laufen in Form eines Dreiecks im Zentrum jedes Panels zusammen und symbolisieren das Zusammenkommen der drei Nationen. Veredelt wird das Design durch goldene Verzierungen, die als Hommage an die goldene FIFA-Weltmeisterschaftstrophäe zu verstehen sind.
Aerodynamik und Produktion: Grip bei Nässe und Herstellung in Pakistan
Aus sportlicher Sicht bringt die Reduktion auf nur vier Polyurethan-Panels völlig neue aerodynamische Eigenschaften mit sich. Um ein unberechenbares Flattern in der Luft zu verhindern, verfügt die Trionda über tief eingearbeitete Nähte und strategisch platzierte Linien auf der Oberfläche. Diese Struktur soll für einen gleichmäßig verteilten Luftwiderstand sorgen.
Ein weiterer Vorteil der Oberflächenbeschaffenheit ist laut Adidas die Griffigkeit:
- Geprägte Makro- und Mikro-Muster: Die Symbole der drei Länder sind als fühlbare Texturen auf das matte Basismaterial geprägt.
- Erhöhter Grip: Diese Strukturierung sorgt dafür, dass die Spieler beim Dribbeln und bei harten Schüssen auch unter extrem feuchten oder regnerischen Bedingungen die maximale Kontrolle über den Ball behalten.
Hergestellt wird der Trionda übrigens vom pakistanischen Sportartikelhersteller Forward Sports in der Stadt Sialkot. Das Unternehmen hat sich als absoluter Experte für High-End-Sportgeräte etabliert und zeichnete in der Vergangenheit bereits für die Produktion des WM-Balls „Al Rihla“ verantwortlich.
Revolution im Inneren: Die neue Connected Ball Technology für den VAR
Die spektakulärste technische Neuerung verbirgt sich jedoch im Inneren des Balls. Adidas führt mit der Trionda eine völlig neue Generation der „Connected Ball Technology“ ein. Während beim Ball der WM 2022 der Sensor noch mittels eines aufwendigen Aufhängungssystems im exakten Zentrum der Blase fixiert werden musste, beschreiten die Entwickler nun einen effizienteren Weg. Der Trionda verfügt über ein innovatives, seitlich montiertes Chipsystem direkt in einem der vier Panels, das ohne zentrales Aufhängungssystem auskommt.
In einer speziell dafür geschaffenen Materialschicht innerhalb eines einzigen Panels ist ein 500-Hz-Inertialsensor (IMU) fest verbaut. Um die dadurch entstehende Unwucht des Balls perfekt auszugleichen, wurden in den verbleibenden drei Panels präzise berechnete Gegengewichte integriert. Dadurch bleibt das perfekte Gleichgewicht und die stabile Flugbahn des Balls absolut garantiert.
Die Technologie wurde in enger Kooperation mit der FIFA und der in München ansässigen Firma Kinexon entwickelt. Der Chip sendet in Echtzeit hochpräzise Bewegungsdaten direkt an das System des Video-Assistenten (VAR). In Kombination mit den Positionsdaten der Spieler und der Unterstützung künstlicher Intelligenz können die Unparteiischen dadurch Abseitsentscheidungen in Sekundenschnelle fällen. Zudem erfasst das System jede noch so feine Berührung des Balls, was den Schiedsrichtern die schnelle Aufklärung von strittigen Handspielen im Strafraum ermöglichen soll.