Frankreich tobt über Schiri: "Eines Halbfinales nicht würdig"
- Deschamps stellt Schiri in Frage
- Elfmeter vor der Pause als Auslöser
- Frankreich kommt nach Rückstand nicht zurück
- Letzte Spiele als Teamchef
Spanien gewinnt das WM-Halbfinale gegen Frankreich mit 2:0 und ist über weite Strecken die klar spielbestimmende Mannschaft. Frankreich findet kaum Zugriff, bleibt offensiv ohne Durchschlagskraft und gerät nach der Pause endgültig ins Hintertreffen. Dass die Kräfteverhältnisse klar waren, räumt man nach Abpfiff auch bei Les Bleus ein. Nichtsdestotrotz sieht man noch einen Schuldigen: den Schiedsrichter.
Deschamps stellt Schiri infrage
Der französische Teamchef äußert sich unmittelbar nach Abpfiff deutlich. „Es gibt eine Frage, auf die ich keine Antwort habe: Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein Halbfinale der Weltmeisterschaft?“, fragt Didier Deschamps. Eine klare Bewertung vermeidet er, wiederholt die Frage jedoch mehrfach – auch später auf der Pressekonferenz.
Elfmeter vor der Pause als Auslöser
„Vor der Pause gab es einige Entscheidungen, die mehr als fragwürdig waren“, so Deschamps. Kurz vor der Pause erhält Spanien einen Elfmeter und geht in Führung. Der Strafstoß wird nach einem Foul im Strafraum gegeben, bei dem ein spanischer Spieler im Duell zu Boden geht. Die Entscheidung sorgt sofort für Proteste auf französischer Seite und wird auch danach mehrfach thematisiert.
Auf Nachfrage bleibt Deschamps bei seiner Linie: „War der Schiedsrichter heute eines WM-Halbfinales würdig? Ich werde die Frage nicht beantworten.“ Nach eigenen Angaben sucht Deschamps während der Partie den Dialog mit den weiteren Offiziellen. „Mit dem vierten und dem fünften Offiziellen konnte ich normal reden. Die haben einige Dinge ähnlich gesehen wie ich“, erklärt er.
Frankreich kommt nach Rückstand nicht zurück
Sportlich bleibt Frankreich nach dem Rückstand ohne klare Antwort auf die überlegenen Spanier. Viele Angriffe werden früh unterbrochen, im Zentrum fehlen Lösungen. Spanien kontrolliert das Spiel über weite Strecken, hält den Ball und erhöht in der 58. Minute durch Pedro Porro auf 2:0. Auch Kylian Mbappé, eigentlich Anwärter auf den Goldenen Schuh, bleibt ohne Treffer und findet kaum Einfluss auf das Spiel.
Deschamps räumt die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft ein. „Wir hatten Schwächen und Fehler. Pässe, die zu Chancen führen sollten, kamen nicht an“, sagt er. „Wir mussten akzeptieren, dass wir heute nicht gut waren.“
Letzte Spiele als Teamchef
Für Deschamps ist das Turnier zugleich der Abschluss einer langen Amtszeit. Seit 2012 betreut er die französische Nationalmannschaft. Mit dem WM-Titel 2018 gehört er zu den erfolgreichsten Trainern der Teamgeschichte, das Halbfinale ist sein 26. WM-Spiel als Trainer – mehr als jeder andere vor ihm. Das Match um Platz drei wird sein letztes als Teamchef sein.
Mit Zinedine Zidane soll bereits sein Nachfolger in den Startlöchern stehen.