Silber-Triumphator: So lebt Fabio Gstrein
- Heimat und Herkunft: Die Skidynastie aus Sölden
- Zwischen Skilauf und Landwirtschaft: Fabio Gstrein privat am Hof
- Der Weg nach oben: Von Sölden zum Olympia-Silber
- Ruhe im Kopf und Gas auf der Piste: Mentale Stärke am Traktor
- Ein Tiroler mit Schnee im Blut: Die „Schnee-Hochzeit“ im August
Fabio Gstrein liebt das Einfache. „Ich geh für mein Leben gern ins Holz“, sagt er in einem Gespräch mit den Betreibern des Skigebiets Ötztal. Der Satz beschreibt ihn besser als jedes Ergebnis. Er steht für Arbeit, für Heimat, für das, was bleibt. Der Tiroler zählt zu den besten Slalomfahrern des Landes, ist Olympia-Silbermedaillengewinner und lebt privat dennoch so, als wäre der nächste Start immer der erste.
Heimat und Herkunft: Die Skidynastie aus Sölden
In Sölden ist Fabio daheim. Die Eltern Anita und Gotthard leiten eine Skischule, beide sind früher selbst Rennen gefahren. Der Sport liegt in den Genen: Sein Großcousin Bernhard Gstrein holte bereits 1988 bei Olympia Silber in der Kombination. „Bei uns ist Skifahren keine Entscheidung, es gehört einfach dazu“, erzählt der gebürtige Söldener. Er wächst mit dem Schnee auf, mit Hängen, die Geschichten erzählen.
Zwischen Skilauf und Landwirtschaft: Fabio Gstrein privat am Hof
Wenn kein Training ansteht, gesellt sich Fabio Gstrein privat auf den Hof seines Bruders Sandro. Dort weiß er genau, was zu tun ist. Braunvieh, Geißen und Hühner wollen versorgt sein. „Ich kümmere mich um alles, was mit Maschinen zu tun hat“, sagt er. Er steht früh auf, fährt Traktor oder schneidet Holz. „Wenn es im Gemeindewald was zum Umschneiden gibt, machen wir das immer selbst.“ Es klingt selbstverständlich, ist es für ihn auch: „Es ist ein Privileg, das zu können.“
Diese Arbeit ist für ihn kein bloßer Ausgleich, sondern ein essenzieller Teil seines Lebens. „Die Erdung hole ich mir daheim. Ich brauche das, um klar zu bleiben.“ Zwischen Stall und Startnummer besteht für ihn kein Widerspruch.
Der Weg nach oben: Von Sölden zum Olympia-Silber
Schon früh deutete sich sein Talent an: Fabio gewann mit 15 den Trofeo Topolino und holte bei der Junioren-WM 2018 in Davos Silber im Riesentorlauf. „Ich habe gewusst, dass ich das schaffen kann, wenn ich ruhig bleibe“, sagt er rückblickend. Sein größter Moment folgte im Olympiawinter mit Silber im Slalom. „Nach dem ersten wusste ich, dass es eine Medaille ist, wenn ich im Ziel Erster bin. Jetzt ist es Silber, eine richtige Gaudi“, so Gstrein gewohnt bodenständig.
Ruhe im Kopf und Gas auf der Piste: Mentale Stärke am Traktor
Im Training misst er sich mit den Arrivierten des ÖSV. „Es ist ziemlich lässig, wenn du mit den Arrivierten unterwegs bist und ihnen im Training Gas geben kannst.“ Für seine mentale Stärke nutzt er eine bodenständige Methode: „Ich führe viele Gespräche, mache meine Übungen. Das hilft mir, klar zu bleiben.“ Wo er diese Übungen macht, bleibt sein Geheimnis – oft vermutet man ihn dabei privat auf seinem Traktor im Wald.
Ein Tiroler mit Schnee im Blut: Die „Schnee-Hochzeit“ im August
Besonders emotional wurde es im Sommer 2025: Fabio Gstrein heiratete privat seine langjährige Freundin Lisa. Kurios: Mitten im August fiel in Sölden bei der Feier im „ice Q“ tatsächlich Schnee. „Es war wie ein Märchen“, sagt er über das Ja-Wort am 2. August. Die Teamkollegen Michael Matt, Johannes Strolz und Manuel Feller feierten das Paar bei diesem winterlichen Sommertag. Gemeinsam mit ihr vermietet der 28-Jährige Gästezimmer in Sölden. Die, wie er sagt, selbst von ihm in Schuss gehalten werden.