Er ist zurück am Court: Djokovic spielt in Monte Carlo!

Novak Djokovic ist zurück! In Monte Carlo kann er nicht nur antreten, sondern in Abwesenheit von Daniil Medvedev sogar seine Führung in der Weltrangliste wieder ausbauen. Wer hätte das vor ein paar Wochen noch gedacht?
Autor: Philipp Eitzinger, 11.04.2022 um 10:30 Uhr

Vor sechs Wochen war Daniil Medvedev in Traumform, sprang an Novak Djokovic vorbei auf Platz eins im ATP-Ranking - und Djokovic selbst sah wegen der Impfpflicht in vielen Ländern viel Stehzeit, aber wenig Matches auf dem Tennis-Court entgegen.

Nun, Mitte April, ist die Sachlage völlig anders: Medvedev hat in Folge eines Leistenbruches die Weltranglisten-Führung wieder an Djokovic abgeben müssen und muss noch einige Zeit aussetzen. Gleichzeitig hatte Impfpflicht für einreisewillige Sportler etwa in Frankreich nur einige wenige Wochen Bestand. Also kann - und wird - Djokovic in Monte Carlo antreten, Medvedev jedoch nicht.

Wenig Matchpraxis

Zur Erinnerung: Der ungeimpfte Djokovic durfte nach einer wochenlangen Posse um seine letztlich zurückgezogene Einreiseerlaubnis in Australien nicht in Melbourne antreten, auch die beiden großen US-Turniere in Indian Wells und Miami fanden zuletzt ohne ihn statt. Im Jahr 2022 hat er nur drei offizielle Matches in den Beinen: Siege über Lorenzo Musetti und Karen Khachanov sowie eine Viertelfinale-Niederlage gegen Jiří Veselý bei seinem bisher einzigen Turnier. In Dubai war das.

Beim Monte Carlo Masters, das Djokovic 2013 und 2015 gewinnen konnte, kann aus der aktuell hauchdünnen Führung für Djokovic im Optimalfall ein relativ komfortable werden – der größte Test würde in einem möglichen Viertelfinale am Freitag gegen Mega-Talent Carlos Alcaraz warten. Auch seiner Titelverteidigung bei den French Open ab Ende Mai steht nun nichts mehr im Wege, Großbritannien hat seine Beschränkungen ebenso gelockert – das wird ein Antreten in Wimbledon ermöglichen. Einerseits!

Medvedev bis Wimbledon klar im Vorteil

Andererseits wird Djokovic aber auch eine gute Sandplatz-Saison brauchen, um die Spitzenposition zu verteidigen: Er kann nämlich nur bei den Masters-Turnieren in Monte Carlo und Madrid Punkte holen (2.000 nämlich). In Rom, Paris und Wimbledon kann er keinen einzigen Zähler dazugewinnen, sondern nur bis zu 5.000 Punkte verlieren. Warum? Weil Djokovic 2021 alle drei dieser Turnier gewonnen hat und diese Siege dann aus der Wertung fallen. Für die Weltrangliste werden stets die Turniere der letzten 52 Wochen berücksichtigt.

Medvedev hingegen, der sich auf Sand ohnehin nicht wohlfühlt und letztes Jahr im April wegen einer Corona-Erkrankung ebenfalls passen musste, verteidigt bis inklusive Wimbledon nur 380 Zähler. Djokovic' Weltranglisten-Führung mittelfristig ist also eine trügerische...