Mit diesen Sprüchen bleibt uns Edi Finger junior in Erinnerung

„Lebe ständig, denn tot bist du länger als lebendig“ – das war eines der Lieblingszitate von Edi Finger junior. Die Sportreporter-Legende ist gestern Abend gegen 21.30 Uhr überraschend im Wiener AKH gestorben.

Als Sohn von Edi Finger sen. war der gebürtige Kärntner mit seinem Vater schon früh auf sportlichen Großereignissen präsent. Finger jun. wurde in den 1960er Jahren Sportreporter für den ORF, vor allem in den Bereichen Fußball und Ski Alpin. Bei Radio Wien bildete er gemeinsam mit Adi Niederkorn das bekannte Duo „Adi & Edi“, die beiden waren über den Sport hinaus auch als Werbe-Duo bekannt. Fingers Karriere wurde von herausragenden Sportlern begleitet – darunter Niki Lauda, Annemarie Moser-Pröll und Hermann Maier. 2006 schwang Edi Finger jun. live im Fernsehen das Tanzbein: Mit seiner Partnerin Nicole Kuntner nahm er an der zweiten Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ teil und erreichte mit ihr den achten Platz. Zuletzt kommentierte er einige Spiele der Fußball-WM 2018 für oe24.tv, darunter auch das Finale Frankreich gegen Deutschland gemeinsam mit Kollege Robert Seeger.

Edi Finger jun. | Credit: Andreas Tischler / picturedesk.com

Sportmoderator, Kommentator, Journalist und Dancing Star – Kult-Status erreichte Edi Finger jun. aber vor allem durch seine leidenschaftlichen Moderationen, in denen er nie ein Blatt vor den Mund nahm – dafür liebten ihn die Sportwelt und seine Zuschauer gleichermaßen. Wir haben einige seiner legendärsten Sager gesammelt, mit denen uns der gebürtige Kärntner mit seinem Schmäh ewig in Erinnerung bleiben wird.

Die legendärsten Sprüche von Edi Finger jun.

Österreich ist ein guter Gastgeber. Das Einzige, was wir den Gästen wegnehmen wollen, sind die Punkte und natürlich viel Geld.

ORF-Sportreporter Edi Finger junior vor dem Spiel gegen Deutschland bei der EM 2008.

Man muss sagen: Die Moldawier – sie sind nicht das Grüne vom Ei.

Aussage über einen moldawischen Gegner von Rapid Wien.

Der heutige Sturm-Trainer Franco Foda – er war früher deutscher Nationalspieler – hat unfreiwillig Fußballgeschichte geschrieben. Auf Portugiesisch heißt Franco Foda „gratis schnackseln“.

Edi Finger jun. klärt über die portugiesische Bedeutung des Namens „Franco Foda“ auf.

Sie ist Dritte geworden, da hab‘ ich mich geirrt. Entschuldigen Sie vielmals, meine Dame und Herren. Aber die Dame kennen wir leider nicht so gut.

Edi Finger jun. stellt eine rumänische Marathonläuferin in „Sport am Sonntag“ als Siegern vor. Wenige Sekunden danach wurde jedoch klar, dass sie nicht die Gewinnerin war.

Was mich stört: Der Sport hat heute unheimlich viel an Charme verloren. Und ich muss wirklich sagen: Geld verdirbt nicht nur den Charakter, sondern auch die Freude. Früher haben sie gespielt, weil sie Fußball spielen wollten und es hat nie ein Sportler über das Geld diskutiert. Heute wir nur mehr über das Geld geredet.

Das Nationalteam, also unser Fußballteam, die wirklich nicht die Größten auf Gottes Erden sind und ich glaube, das kann man in aller Bescheidenheit sagen. Die kommen mit Laptop, iPhone, iPad – da gibt es keinen Schmäh.

In einem Interview über den fehlenden Charme im Sport.

Meine größte Sünde ist mein Übergewicht.

Edi Finger jun. verheimlichte nie, dass er ein Genussmensch war.

Ich hab‘ mir nie vorstellen können, dass Menschen andere Berufe haben wie Sportreporter.

Über seine Liebe zum Beruf und das Leben als Sportreporter.

Als mir meine Ex-Frau am 13. Juli 2012 – den Tag werde ich nie vergessen – überraschend mitteilte, dass sie sich von mir trennen möchte, habe ich mich ins Wohnzimmer gesetzt und mir gesagt: Jetzt musst du dein Leben komplett neu regeln. Nach 25 Jahren! Und das habe ich dann auch gemacht. Es geht eben weiter.

In einem Interview mit Österreich.at über seine Scheidung 2012.

Bekannt war der Reporter auch für seine Auftritte bei der „tipp3 Wett-WM“. Gemeinsam mit Kollege Adi Niederkorn machte er ab 2001 Werbung für den Sportwettenanbieter.

Ein Leben als Sportreporter

Edi Finger jun. (links) mit Vater Edi Finger sen. um 1960

Foto: ©Votava / Imagno / picturedesk.com

Autor: Simone Reitmeier, 28.05.2021