Darum hat der FC Bayern Interesse an Sasa Kalajdzic

Der Manager von ÖFB-Teamstürmer Sasa Kalajdzic wurde zuletzt in der Geschäftsstelle des FC Bayern gesichtet. Dass die Münchner ihn hoch einschätzen, ist bekannt, aber nun könnte ein Transfer konkret werden – und zwar aus folgenden Gründen.
Autor: Philipp Eitzinger, 20.05.2022 um 09:18 Uhr

In Stuttgart ist Kalajdzic ein Held: Er ballerte den VfB 2021 als Aufsteiger zu einem soliden Mittelfeld-Platz und sorgte nach seiner Rückkehr nach Verletzungspause im Frühjahr 2022 dafür, dass Stuttgart im letzten Moment vor dem Abstieg gerettet wurde. Der Klub WILL Kalajdzic auch grundsätzlich gar nicht los werden, aber er wird MÜSSEN: Der Klub muss Transfererlöse erzielen, 2023 könnte Kalajdzic ablösefrei wechseln. Ähnliches gilt für weitere VfB-Leistungsträger wie Borna Sosa und Orel Mangala.

Als Lewandowski-Lehrbub?

Beim deutschen Serien-Meister aus München herrscht eine ähnliche Situation mit Robert Lewandowski, dessen Abgang in diesem Sommer zum letzten Mal mit einem kräftigen Zahlungseingang verbunden wäre. Die Bayern müssen aber so oder so an einer langfristien Lösung ohne den polnischen Weltfußballer basteln. So kann es sein, dass Kalajdzic als Lehrbub für Lewandowski kommt: Um ihn zu entlasten, damit Lewandowski etwas mehr Zeit zur Regeneration bekommt – also jene Rolle, die aktuell Éric-Maxim Choupo-Moting im Alleingang erfüllt – und um von ihm zu lernen.

Als Lewandowski-Ersatz?

Einen direkten Ersatz für einen eventuell abwandernden Lewandowski sieht man Kalajdzic in München nicht. Zum einen, weil der Österreicher natürlich (noch?) nicht die überragende Qualität von Lewandowski hat. Zum anderen, weil Kalajdzic auch ein etwas anderer Spielertyp ist. Kalajdzic ist neun Jahre jünger, entsprechend spritziger aus tieferen Positionen – das käme dem Angriffsspiel der Bayern, das in diesem Jahr zunehmend eindimensional war und hauptsächlich von der individuellen Qualität von Lewandowski und Müller lebte, entgegen.

Zudem ist Kalajdzic bei Kopfbällen wesentlich stärker als Lewandowski (er ist mit seinen 2,00 Metern auch 15 Zentimeter größer) und weniger egoistisch vor dem Tor als der große Pole. Dieser kann sich das dank seines unglaublichen Torriechers auch erlauben – Kalajdzic könnte das nicht. Er legte bei Stuttgart im Absteigskampf der abgelaufenen Saison doppelt so viele Torchancen auf als Lewandowski beim überlegenen Meister Bayern.

Nicht einziger Neuzugang

Weil Kalajdzic also eher ein spielender Stürmer ist (so wie Arnautovic oder auch DFB-Riesentalent Burkardt von Mainz), nicht so sehr ein Strafraum-Killer wie Lewandowski, werden die Bayern noch weitere Offensivspieler holen. Grund: Man kann nicht spielen, als ob Lewandowski da wäre, wenn er nicht mehr da ist. Das ganze Offensivspiel wird etwas adaptiert, darum ist auch ein weiterer Flügelstürmer auf der Wunschliste der Bayern, wie "Sky" zuletzt berichtete. Cody Gakpo (Eindhoven) soll ein Kandidat sein, aber auch Kalajdzic' VfB-Kollege Borna Sosa.