Mit 33 ist Schluss: Daniel Zugg beendet seine Karriere
Daniel Zugg: Der Vorarlberger Skibergsteiger beendet mit 33 Jahren seine Weltcup-Karriere und steigt mit sofortiger Wirkung aus dem internationalen Renngeschehen aus. Bei den noch ausstehenden Weltcup-Bewerben in Frankreich und in der Schweiz wird der ÖSV-Athlet nicht mehr an den Start gehen. Mit diesem Schritt schließt Zugg seine offizielle Rennkarriere im Skibergsteiger-Team des ÖSV ab.
Karriereende mit 33 – Zugg steigt aus dem Weltcup aus
Mehr als 15 Jahre lang prägte Zugg den Skitourensport, vom ersten Rennen in jungen Jahren bis an die Weltspitze. Die schneebedeckten Gipfel im Montafon übten schon als Kind eine besondere Anziehungskraft auf ihn aus, früh eroberte er mit Tourenskiern die Bergwelt. In seiner Heimatgemeinde Gargellen stand er mit 16 Jahren bei seinem ersten Skitourenrennen am Start, angespornt von seinem Vater.
Begründung und Zukunftspläne
Seine Entscheidung, die Weltcup-Karriere zu beenden, beschreibt Zugg als sorgfältig abgewogenen Schritt. Er betont, die Überlegungen hätten sich über längere Zeit hingezogen und es sei ihm nicht leichtgefallen, seine Weltcup-Laufbahn zu beenden. Zugleich verweist er darauf, dass er auf viele schöne Momente zurückblicken kann und mit dem Erreichten sehr zufrieden ist. In seinem Alter müsse er stärker an seine berufliche und private Zukunft denken. Der Skitourensport bleibe für ihn aber ein wichtiger Teil seines Lebens, und er wolle weiterhin bei ausgewählten Rennen starten.
Der gelernte Seilbahntechniker richtet seinen Fokus damit stärker auf seine berufliche Laufbahn und sein privates Umfeld. Vom Spitzensport zurückzutreten bedeutet für ihn keinen kompletten Abschied von der Rennszene, sondern einen Wechsel der Prioritäten.
Sportliche Erfolge und Bedeutung für den ÖSV
International machte Zugg 2014 erstmals im Weltcup auf sich aufmerksam, als er im französischen Courchevel bei seiner Weltcup-Premiere im Vertical-Bewerb auf Anhieb in die Top 30 lief und damit seine ersten Weltcup-Punkte sammelte. Zwei Jahre später folgte der erste Sprung auf das Weltcup-Podest.
Weitere zwei Jahre danach schrieb Zugg österreichische Skibergsteiger-Geschichte: Er feierte den ersten und bis heute einzigen ÖSV-Weltcup-Sieg im Sprint. In dieser Disziplin begeisterte er sich besonders und etablierte sich über Jahre hinweg konstant in den Top Ten der Sprint-Weltcupbewerbe. Dazu kamen nationale Erfolge wie der Titel als österreichischer Sprintmeister.
Auch abseits des Weltcups feierte Zugg bedeutende Siege, etwa bei der Mountain Attack und bei der Patrouille des Glaciers. Mit diesen Erfolgen und seiner Konstanz zählte der Vorarlberger über viele Jahre zu den Leistungsträgern im ÖSV-Skibergsteigerteam.
Teamstütze, Tüftler, Athletensprecher
Innerhalb des ÖSV-Teams galt Daniel Zugg als wichtige Stütze. Er war über Jahre hinweg nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Fixpunkt. Seine Kolleg:innen profitierten von seiner großen Erfahrung und seiner Bereitschaft, Wissen zu teilen. Zugleich war er in technischer Hinsicht ein Tüftler, der mit viel Detailarbeit immer wieder für Neuerungen sorgte.
Sein langjähriges Engagement für die Mannschaft würdigt Georg Wörter, sportlicher Leiter der Sparte Skibergsteigen im ÖSV. Er hebt hervor, Zugg habe seine Akribie und Rennerfahrung stets offen und hilfsbereit mit dem Team geteilt, sei immer zur Stelle gewesen, wenn Unterstützung gebraucht wurde, und habe sich mit großem Einsatz für andere engagiert. Über viele Jahre habe er zudem die Rolle des Athletensprechers übernommen.
Als Athletensprecher vertrat Zugg die Interessen seiner Teamkolleg:innen und prägte die Teamkultur maßgeblich mit. Mit seinem Rückzug aus dem Weltcup verliert das ÖSV-Skibergsteigerteam damit einen wichtigen Leistungsträger, Ideengeber und Vermittler, auch wenn er dem Sport weiterhin verbunden bleibt.