Crystal Palace: Trotz Chaos wurde Glasner zur Legende
Inhalt
- Glasner führte Palace in neue Dimensionen
- Europäischer Rückschlag nach FA-Cup-Sieg
- Interner Machtkampf eskalierte
- Saison drohte komplett zu kippen
- Historischer Abschied für Glasner
Als Steve Parish Oliver Glasner Ende 2023 erstmals traf, ahnte Crystal Palaces Vorsitzender noch nicht, dass diese Begegnung die Vereinsgeschichte nachhaltig verändern würde.
Zweieinhalb Jahre später verlässt der Österreicher den Klub als wohl erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte, nach einer historischen Saison voller Titel, Krisen und emotionaler Wendungen.
Glasner führte Palace in neue Dimensionen
Als Oliver Glasner Crystal Palace im Februar 2024 übernahm, galt der Klub weiterhin als klassischer Premier-League-Mittelständler. Der Fokus lag vor allem auf dem Klassenerhalt und soliden Platzierungen. Große Titel oder europäische Nächte schienen für viele Fans unerreichbar. Doch genau das änderte Glasner innerhalb kürzester Zeit komplett.
Innerhalb von nur zwölf Monaten gewann Crystal Palace den FA Cup, den Community Shield und nun auch die Conference League. Im Finale in Leipzig besiegten die Eagles zuletzt Rayo Vallecano mit 1:0 und sicherten sich damit den ersten europäischen Titel der Klubgeschichte. „Er ist einer der besten Trainer, die Crystal Palace jemals hatte“, erklärte Mittelfeldspieler Adam Wharton nach dem Triumph.
Europäischer Rückschlag nach FA-Cup-Sieg
Dabei begann die historische Reise alles andere als einfach. Nur wenige Wochen nach dem sensationellen FA-Cup-Triumph gegen Manchester City folgte bereits der nächste Schock. Wegen der UEFA-Regularien rund um Mehrfachbeteiligungen wurde Palace trotz sportlicher Qualifikation die Teilnahme an der Europa League verweigert und stattdessen in die Conference League zurückgestuft.
Klubchef Steve Parish sprach damals von „einer der größten Ungerechtigkeiten im europäischen Fußball“. Doch statt daran zu zerbrechen, nutzte Glasner die Enttäuschung als zusätzliche Motivation.
Interner Machtkampf eskalierte
Hinter den Kulissen wurde die Lage allerdings zunehmend kompliziert. Mit dem Verkauf von Eberechi Eze an Arsenal verlor Palace einen Schlüsselspieler. Gleichzeitig stand auch Kapitän Marc Guehi kurz vor einem Wechsel zu Liverpool. Laut Berichten soll Glasner intern sogar mit Rücktritt gedroht haben, falls Palace auch Guehi ziehen lasse.
Der Österreicher war frustriert darüber, dass der Klub trotz der bevorstehenden Europacup-Saison eher Spieler verkaufen als den Kader verstärken wollte. Die Spannungen zwischen Glasner und der Vereinsführung wurden immer größer.
Saison drohte komplett zu kippen
Zwischen Dezember und Januar befand sich Palace schließlich in einer tiefen Krise. Zwölf Spiele in Folge ohne Sieg, das Abrutschen Richtung Abstiegszone und das sensationelle FA-Cup-Aus gegen Non-League-Klub Macclesfield sorgten für massive Unruhe.
Wenig später kündigte Glasner sogar überraschend an, den Verein am Saisonende verlassen zu wollen. Viele Beobachter glaubten damals nicht mehr daran, dass die Zusammenarbeit noch zu retten sei. Doch Klubchef Steve Parish hielt am Österreicher fest, eine Entscheidung, die sich letztlich als goldrichtig herausstellen sollte.
Historischer Abschied für Glasner
Denn ausgerechnet nach dieser Krise startete Palace die wohl erfolgreichste Phase seiner Vereinsgeschichte. Die Mannschaft stabilisierte sich sportlich, kämpfte sich durch die Conference League und gewann schließlich den europäischen Titel. Gleichzeitig sicherte sich Palace damit auch die Teilnahme an der Europa League.
Nach dem Finale wurde Glasner emotional. „Das ist ein gutes Kapitel im Buch von Crystal Palace – aber weitere gute Kapitel werden folgen“, erklärte der Österreicher. Für viele Fans bleibt Glasner dennoch unvergessen. „Er hat die komplette Entwicklung dieses Vereins verändert“, sagte Ellie Killick vom Palace-Fanzine „Eagle Eye View“.
Vor Glasner habe man von durchschnittlichen Saisonen und kleinen Cup-Läufen geträumt. Nun habe Palace innerhalb eines Jahres drei Titel gewonnen.