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Eckfahne von Red Bull Salzburg.
Ex-Salzburg-Coach: Christian Dobrick spricht erstmals öffentlich über seine Homosexualität.
Ex-Salzburg-Coach: Christian Dobrick spricht erstmals öffentlich über seine Homosexualität.
Fabian Weirather/FC Red Bull Salzburg

Ex-Salzburg-Coach: „Ich bin schwul“

25.03.2026 um 15:09, Yunus Emre Kurt
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Christian Dobrick spricht erstmals über seine Homosexualität. Der Ex-Salzburg-Trainer setzt damit ein Zeichen im Profifußball und bricht ein Tabu.

Trainer Christian Dobrick ist schwul. Der U19-Trainer des FC St. Pauli hat sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt und setzt damit ein deutliches Zeichen. Der 29-Jährige ist damit der erste aktive Trainer im Profibereich, der diesen Schritt geht.

Dobrick sprach in einem Interview mit "Stern" und "RTL" offen über seine Entscheidung und machte klar, warum er diesen Weg gewählt hat.

„Ich bin Fußballtrainer, 29 Jahre alt. Und warum ich hier sitze, ist am Ende: Ich bin schwul und das wollte ich einmal gesagt haben“, erklärte er.

Tabuthema im Profifußball

Trotz wachsender gesellschaftlicher Offenheit beschreibt Dobrick die Situation im Fußball weiterhin als schwierig. Homosexualität sei im Profisport noch immer mit Vorurteilen behaftet.

„Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische“, sagt er.

Viele Betroffene würden sich deshalb nicht trauen, offen über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen. Der Druck, sich anzupassen, sei enorm.

Angst vor Konsequenzen

Auch Dobrick selbst hatte lange mit Zweifeln zu kämpfen. Die Entscheidung für das Coming-out fiel ihm nicht leicht.

Er habe befürchtet, dass sich ein offenes Bekenntnis negativ auf seine Karriere auswirken könnte. Diese Angst sei im Profifußball weit verbreitet.

Gerade in einer Branche, die stark von Erwartungen und einem bestimmten Image geprägt ist, fällt es vielen schwer, persönliche Themen öffentlich zu machen.

Einfluss aus Salzburg

Eine wichtige Rolle bei seiner Entscheidung spielte seine Zeit bei Red Bull Salzburg. Dort war Dobrick zwischen 2022 und 2025 als Akademietrainer tätig.

In dieser Phase traf er auch auf Jürgen Klopp, der heute als "Head of Football" bei Red Bull arbeitet. Dessen Haltung habe ihn nachhaltig geprägt.

Die Botschaft: Trainer müssten für Werte stehen und vor allem authentisch sein. Dieser Gedanke habe Dobrick bestärkt, seinen eigenen Weg zu gehen.

Unterstützung vom FC St. Pauli

Sein aktueller Verein reagierte schnell und stellte sich klar hinter den 29-Jährigen. Der FC St. Pauli positionierte sich eindeutig.

„Als FC St. Pauli stehen wir selbstverständlich hinter ihm und seinem Coming-out“, erklärte der Klub.

Und weiter: „Lieb’ doch, wen du willst!“

Signalwirkung für den Fußball

Dobrick ist überzeugt, dass er kein Einzelfall ist. Vielmehr gebe es im Fußball mehr homosexuelle Menschen, als öffentlich sichtbar sind.

Der Schritt an die Öffentlichkeit könnte daher eine größere Wirkung entfalten. Er macht deutlich, dass Veränderung möglich ist.

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