„Nicht meine größten Fans“: Karl reagiert auf ÖSV-Duo
Das überraschende Comeback von Benjamin Karl sorgt im österreichischen Snowboard-Team weiter für Diskussionen. Andreas Prommegger und Alexander Payer hatten die Entscheidung des zweifachen Olympiasiegers öffentlich kritisiert und sogar Zweifel an der künftigen Teamchemie geäußert. Nun reagiert Karl selbst auf die Aussagen seiner langjährigen ÖSV-Teamkollegen und zeigt sich davon alles andere als überrascht.
ÖSV-Kollegen kritisieren Karls Comeback
Eigentlich hatte Benjamin Karl seine erfolgreiche Snowboard-Karriere nach den Olympischen Spielen 2026 beendet. Nach einigen Monaten mit verstärktem Fokus auf den Radsport folgte Anfang September allerdings die überraschende Kehrtwende: Der 40-Jährige will wieder im Snowboard-Weltcup antreten.
Bei allen Teamkollegen kam diese Entscheidung nicht gut an. Andreas Prommegger erklärte gegenüber der „Krone“, dass er Karls Rückkehr nicht positiv sehe. Alexander Payer ging noch einen Schritt weiter und äußerte schwere Bedenken. Aus seiner Sicht könnte durch das Comeback sogar die Teamchemie gefährdet sein.
Die Kritik richtet sich dabei nicht in erster Linie gegen Karls sportliche Qualitäten. Vielmehr geht es laut den beiden Routiniers um unterschiedliche Ansichten und Werte sowie um Spannungen, die sich offenbar über mehrere Jahre aufgebaut haben.
Karl reagiert gelassen auf die Aussagen
Karl selbst zeigt sich von den öffentlichen Aussagen wenig überrascht. Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ betonte er, dass Snowboarder grundsätzlich Einzelsportler seien, die gemeinsam trainieren und zu den Rennen reisen.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn innerhalb einer Mannschaft alle gut miteinander auskommen würden. Nach vielen gemeinsamen Jahren seien unterschiedliche Meinungen und Konflikte aber nichts Ungewöhnliches.
Besonders deutlich wurde Karl bei seiner Einschätzung des Verhältnisses zu Prommegger und Payer: „Dass die beiden nicht meine größten Fans sind, habe ich vorher auch gewusst.“ Zusätzliche Motivation scheint ihm die Kritik jedenfalls durchaus zu liefern. Seine Reaktion darauf fasste er mit den Worten zusammen: „Reibung erzeugt Wärme.“
Persönliches Gespräch steht noch aus
Ausgesprochen wurden die Differenzen bislang offenbar noch nicht. Karl erklärte, dass es seit den öffentlichen Aussagen kein persönliches Gespräch mit Prommegger oder Payer gegeben habe.
Auch innerhalb des ÖSV wird die Situation aufmerksam verfolgt. Snowboardchef Christian Galler sieht das Teamgefüge trotz der Kritik nicht unmittelbar in Gefahr. Die Beteiligten würden seit vielen Jahren gemeinsam erfolgreich arbeiten.
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher hatte zuletzt ebenfalls deutlich gemacht, dass er sich eine interne Aussprache zwischen den Beteiligten wünsche. Dass der Konflikt öffentlich ausgetragen wird, stößt innerhalb des Verbandes auf wenig Begeisterung.
Karl will mehrere Jahre weitermachen
Sportlich richtet Karl seinen Fokus nun wieder vollständig auf das Snowboarden. Mitte September soll er zum ÖSV-Team ins Trainingslager in der Skihalle von Landgraaf stoßen.
Ein großes Ziel wartet bereits im kommenden März mit der Heim-Weltmeisterschaft im Montafon. Doch Karls Comeback soll offenbar keine kurzfristige Angelegenheit bleiben. Im Interview erklärte der 40-Jährige, dass für ihn bei einer Rückkehr von Beginn an klar gewesen sei, mehrere Jahre weiterzumachen.