Vor Privathaus: Austria-Fans protestieren gegen Investor
Auf dem Weg zum Bundesliga-Auswärtsspiel in Ried sorgte eine gezielte Aktion radikaler Austria Fans für massives Aufsehen. Anhänger der Violetten stoppten in Thalheim bei Wels, dem privaten Wohnort des früheren Sportvorstands und aktuellen Investors Jürgen Werner. Während der Aktion landeten Flugblätter in den Briefkästen der gesamten Nachbarschaft. Ein darin enthaltener offener Brief erhebt schwere persönliche Vorwürfe gegen Werner.
Der Protest der Austria Fans richtet sich primär gegen die anhaltende Einflussnahme Werners, der trotz seines Rücktritts als Sportvorstand weiterhin über seine Investorengruppe maßgeblich am FK Austria Wien beteiligt ist. Die Polizei begleitete die Aktion vor Ort, um Ausschreitungen zu verhindern.
- Fanprotest vor Werner-Haus
- Offener Brief mit schweren Vorwürfen
- Polizei begleitet Fanaktion
- Austria verurteilt Aktion
- Hintergrund um Investor Werner
Fanprotest vor Werner-Haus
Mehrere hundert Austria Fans stoppten am Sonntag auf ihrer Fahrt zum Auswärtsspiel in Ried in der oberösterreichischen Gemeinde Thalheim bei Wels. Das Ziel der Aktion war unmissverständlich: Der private Wohnsitz von Jürgen Werner.
Die Anhänger verteilten Flugblätter im gesamten Ort, zudem tauchten zahlreiche Aufkleber mit der Aufschrift „Werner raus!“ im öffentlichen Raum auf.
Offener Brief mit schweren Vorwürfen
Der offene Brief, der der Kronen Zeitung zur Verfügung gestellt wurde, richtet sich direkt an die Nachbarschaft von Jürgen Werner. Darin schreiben die Austria Fans: „Sehr geehrter Anrainer! Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass in Ihrer Nachbarschaft ein selbstherrlicher Pücha sein Unwesen treibt.“
Weiter heißt es im Text: „Deshalb bitten wir Sie auf diesem Weg, sich in nächster Zeit in Acht zu nehmen – damit Sie nach dem LASK und dem FK Austria Wien nicht auch noch Opfer seiner Machenschaften werden.“
Das Schreiben der Fans enthält zudem massive persönliche Anschuldigungen: „Alles tat er, um vor Ihnen als guter, wohlhabender Nachbar auftreten zu können – der mit diesem schmutzigen Geld gerne teure Weine, schöne Abende mit seiner Frau, Häuser und Wohnungen von Portugal bis Wien finanziert. Ein Leben, das eines zeigt: Er geht über Leichen, wenn es darum geht, sich selbst finanzielle Vorteile zu ergaunern.“
Polizei begleitet Fanaktion
Die Polizei bestätigt den Vorfall gegenüber weekend.at. Rund 300 Personen aus der aktiven Fanszene der Wiener Austria hielten sich im Ort auf. Szenekundige Beamte begleiteten die Gruppe während der gesamten Dauer der Aktion vor dem Haus von Jürgen Werner.
Laut offiziellen Angaben der Polizei kam es zu keinen gewalttätigen Ausschreitungen, weshalb vorerst auch keine Anzeigen erstattet wurden. Jürgen Werner selbst verzichtete nach den Vorfällen an seinem Wohnsitz auf den geplanten Besuch des Bundesliga-Spiels in Ried.
Austria verurteilt Aktion
Der FK Austria Wien reagierte noch am Sonntag mit einer deutlichen Stellungnahme. Präsident Kurt Gollowitzer verurteilte das Vorgehen der Austria Fans im Wortlaut: „Der Klub distanziert sich klar und ausdrücklich von solchen Aktionen der Fans und verurteilt diese aufs Schärfste. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um sicherzustellen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. Mit dieser Aktion wurde eine klare Grenze überschritten. Ich möchte mich im Namen des FK Austria Wien bei Jürgen Werner und seiner Familie ausdrücklich entschuldigen.“
Hintergrund um Investor Werner
Der Konflikt zwischen Jürgen Werner und der Fanszene schwelt bereits seit längerem. Werner trat zwar im August als Sportvorstand der Austria zurück, bleibt jedoch über seine Investorengruppe „WTF“ weiterhin finanziell am Verein beteiligt.
Aktuell laufen Verhandlungen über einen möglichen Rückkauf der Anteile durch den Verein, um die Differenzen zwischen der Klubführung und der Investorengruppe beizulegen. Ziel der Austria-Verantwortlichen ist eine finale Lösung bis zum Ende des zweiten Quartals 2026.