Skitickets: Jetzt kommen flexible Preise

„Dynamic Pricing“ nennt sich das Modell, das in der Schweizer Skigebieten schon seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz ist.
Autor: Simone Reitmeier, 12.10.2022 um 15:41 Uhr

Was in Zermatt (Schweiz) bereits vor vier Jahren eingeführt wurde, kommt nun auch in Österreich: Mehr und mehr Skigebiete setzen auf das Geschäftsmodell „Dynamic Pricing“. Das Prinzip kennen wir bereits aus der Hotel- und Flugbranche und ist schnell erklärt: Wer früher kauft, Stoßzeiten umgeht oder Tage mit geringer Nachfrage erwischt, holt sich das Schnäppchen. Ähnlich soll nun auch der Skiticket-Verkauf funktionieren.

Für Sparfüchse: Skitickets zum Bestpreis

Ganz neu ist das Modell nicht, denn Saisonkarten gibt es im Vorverkauf schon seit geraumer Zeit deutlich billiger. Nun sollen vermehrt auch Tages- und Mehrtageskarten zu flexiblen Preisen angeboten werden, wovonauch Skiurlauber profitieren. Ein paar wenige Skigebiete experimentieren bereits seit vergangener Saison mit Dynamic Pricing. So zum Beispiel die Bergbahnen Sölden, Gastein sowie Montafon & Brandnertal. Bis zu 20 Prozent für Tageskarten konnten Frühbucher beim Kauf im Onlineshop sparen. 2022 springt auch ein großer Skiverband auf den Zug auf: Ski amadé mit 25 Skiorten und 760 Pistenkilometern in Salzburg und der Steiermark setzt heuer flächendeckend auf Dynamic Pricing.

Buchungszeitpunkt und Nachfrage bestimmen Preis

Der Online-Ticketshop von Ski amadé wurde so umgestellt, dass die Skipass-Preise je nach Kaufzeitpunkt und Nachfrage variieren. „Wer flexibel bei der Buchung ist, kann sich über die Saison hinweg deutliche Preisvorteile verschaffen. Vor allem Familien mit Kindern, die in der Regel früh buchen, werden von diesem neuen Angebot besonders profitieren“, erklärt Geschäftsführer Christoph Eisinger. Ist die Nachfrage an bestimmten Tagen geringer, gehen durch einen automatischen Algorithmus die Preise für Tages- und Mehrtagestickets nach unten. Umgekehrt steigen allerdings die Preise, wenn die Nachfrage groß ist. Der bereits festgelegte Höchstpreis wird aber nie überschritten. Im Idealfall kann man sich in den großen Skigebieten über zehn Euro pro Tagesticket sparen.

Skiticket-Kasse in einem Skigebiet. | Credit: Stefanie Oberhauser / EXPA / picturedesk.com

Auch Seilbahnen profitieren

Skigebiete führen Dynamic Pricing aber nicht nur aus reinem Wohlwollen ein, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn durch eine flexible Preisgestaltung können Besucherströme gelenkt sowie die Umsätze an schwachen Tagen und Nebensaisonzeiten gesteigert werden. Außerdem greifen Frühbucher eher zu Mehrtages- als Tageskarten. Direkt vor Ort werden je nach Wetterlage Tickets für einzelne Tage gekauft. Ein Vorteil für Seilbahner und Skifahrer: Durch einen gesteigerten Onlinekauf verkürzen sich die Wartezeiten an den Kassen.

Absage: Keine flexiblen Preise

Nicht alle Seilbahnbetreiber sind von dem Modell überzeugt. Bei den Alpin Card-Skigebieten wird es heuer keine flexible Preisgestaltung geben. Zu diesem Kartenverbund gehören die Schmitten in Zell am See, das Kitzsteinhorn in Kaprun und der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. „Wir möchten in der aktuell unsicheren Zeit etwas Sicherheit bieten und haben uns daher gegen flexible Preise bei Tageskarten entschieden“, erklärt Isabella Dschulnigg-Geisler, Geschäftsführerin der Bergbahnen Saalbach. Das heißt: Egal ob Sonnenschein oder Schneesturm, viele oder wenige Skifahrer, früh oder spät gebucht – in Saalbach, auf der Schmitten oder am Kitzsteinhorn kostet das Erwachsenen-Tagesticket in der Hauptsaison 66,– Euro.