Fame reicht ihnen nicht: Diese Stars lernen weiter
- Eileen Gu: Von Olympia nach Stanford
- Millie Bobby Brown: Weltstar und trotzdem Studentin
- Kimi Antonelli: Formel 1 trifft Matura
- Paula Wolf: Ausbildung wird zur Traumkarriere
- Franjo von Allmen: Olympiasieger mit Handwerksberuf
- Olivia Rodrigo: Welthit trifft Abschlussprüfung
- Tim Schäcker: TikTok-Star mit BWL-Abschluss
- Emma Felbermayr: Rennsport und Studium zugleich
Sie fahren Formel 1, gewinnen Olympia-Gold, stehen auf riesigen Bühnen oder erreichen Millionen Menschen auf TikTok. Trotzdem verzichten diese jungen Stars nicht auf Ausbildung, Matura oder Studium. Eileen Gu, Millie Bobby Brown, Kimi Antonelli und Co. zeigen, dass Ruhm und Lernen kein Widerspruch sein müssen.
Zimmermannslehre, Make-up-Ausbildung, Matura, Onlineunterricht oder Elite-Uni: Einen einzigen richtigen Bildungsweg gibt es auch bei ihnen nicht. Und längst nicht immer geht es um einen Plan B. Paula Wolf arbeitet heute genau in dem Bereich, den sie gelernt hat, Tim Schäcker nutzt sein BWL-Wissen als Unternehmer und Eileen Gu wollte schon nach Stanford, bevor sie von Olympia träumte.
Die jungen Stars und ihre Ausbildung im Überblick
| Star | Bekannt durch | Ausbildung |
|---|---|---|
| Eileen Gu | Freestyle-Ski | Studium in Stanford |
| Emma Felbermayr | F1 Academy | Matura + Wirtschaftsstudium |
| Kimi Antonelli | Formel 1 | Matura |
| Franjo von Allmen | Ski | Zimmermannslehre |
| Tim Schäcker | Elevator Boys | BWL-Studium |
| Paula Wolf | TikTok/Beauty | Make-up-Artist-Ausbildung |
| Millie Bobby Brown | Stranger Things | Human-Services-Studium |
| Olivia Rodrigo | Musik | Highschool-Abschluss |
Eileen Gu: Von Olympia nach Stanford
23 Jahre | Freestyle-Skifahrerin & Model | Studium: International Relations
Olympiasiegerin, Model, Werbegesicht und Studentin an einer der bekanntesten Universitäten der Welt: Eileen Gu führt gleich mehrere Leben gleichzeitig.
Die Freestyle-Skifahrerin ist mit sechs Olympia-Medaillen die erfolgreichste Sportlerin ihrer Disziplin. Schon in der Schule war sie ehrgeizig: Sie hat ihren Abschluss ein Jahr früher gemacht. Stanford University sei schon seit ihrem sechsten Lebensjahr ein Traum gewesen, erklärte sie. Nach ihren ersten drei Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2022 hat sie dort ihr Studium begonnen. Und nicht gerade im Schongang: Gu hat unter anderem Kurse in Quantenphysik besucht und sich für International Relations, also Internationale Beziehungen, als Hauptfach entschieden. „Wissen zu lernen und zu wissen, wie man lernt, ist deine größte Superkraft.“
Eileen Gu: Von Olympia nach Stanford
23 Jahre | Freestyle-Skifahrerin & Model | Studium: International Relations
Olympiasiegerin, Model und Elite-Studentin: Eileen Gu führt mehrere Leben gleichzeitig. Die Freestyle-Skifahrerin ist mit sechs Olympia-Medaillen die erfolgreichste Sportlerin ihrer Disziplin, parallell studiert sie an der Stanford University. Das Studium dort sei schon seit ihrem sechsten Lebensjahr ihr Traum gewesen, so die Chinesin.
Nach den ersten drei Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2022 hat sie ihn sich erfüllt. Und nicht gerade im Schongang: Gu besucht unter anderem Kurse in Quantenphysik, ihr Hauptfach ist Internationale Beziehungen – mit Leidenschaft. Gu: „Wissen zu lernen und zu wissen, wie man lernt, ist deine größte Superkraft.“
Millie Bobby Brown: Weltstar und trotzdem Studentin
22 Jahre | Schauspielerin, Produzentin & Unternehmerin | Online-Studium: Human Services, Purdue University Global
Mit „Stranger Things“ wurde Millie Bobby Brown schon als Teenager zum Weltstar. Statt sich danach ausschließlich auf Schauspiel, Produktionen und ihre Beauty-Marke zu konzentrieren, begann sie 2022 ein Online-Studium in Human Services an der Purdue University Global. Dabei geht es unter anderem um die Arbeit mit jungen Menschen und Familien.
Brown erklärte, dass sie mehr darüber lernen wollte, wie man anderen helfen kann. Für sie war das Studium deshalb kein Plan B, sondern eine zusätzliche Ausbildung neben einer längst erfolgreichen Karriere. „Ich wollte nicht aufhören. Ich wollte beides machen“, so Brown.
Kimi Antonelli: Formel 1 trifft Matura
20 Jahre | Formel-1-Fahrer bei Mercedes | Matura: Internationale Beziehungen & Marketing
Mit 18 Jahren für Mercedes in der Formel 1 fahren und gleichzeitig die Schulbank drücken: Klingt verrückt, war aber 2025 der Alltag von Shooting-Star und WM-Titel-Anwärter Kimi Antonelli.
Während andere Schüler feierten und büffelten, reiste Antonelli von Grand Prix zu Grand Prix, trainierte – und paukte. Dabei ist ihm die Doppelbelastung zeitweise ordentlich auf die Nerven gegangen. Aufgeben wollte er so kurz vor dem Ziel trotzdem nicht. „Ich habe so viele Jahre Schule gemacht. Es wäre schade, ausgerechnet im letzten Schuljahr aufzuhören“, so Antonelli. Außerdem sei der Abschluss seiner Mutter besonders wichtig gewesen.
Unterrichtsmaterial bekam er digital, Unterstützung von seinen Mitschülern. Im Juni 2025 war es geschafft. Nur wenige Tage nach seinem ersten Formel-1-Podium absolvierte Antonelli auch seine letzten Schulprüfungen. „Ich konnte Kanada nicht einmal feiern, weil ich sofort nach Hause musste, um zu lernen.“
Er legte die Matura gemeinsam mit seinen Mitschülern am Istituto Gaetano Salvemini bei Bologna ab. Sein Schwerpunkt: Internationale Beziehungen und Marketing.
Paula Wolf: Ausbildung wird zur Traumkarriere
28 Jahre | Beauty-Creatorin & Unternehmerin | Ausbildung: professionelle Make-up-Artistin
Bei Paula Wolf zeigt sich besonders gut, dass eine Ausbildung nicht unbedingt der Plan B sein muss. Sie kann auch der Anfang von etwas viel Größerem sein.
Die Wienerin interessierte sich schon früh für Make-up und absolvierte nach der Schule eine professionelle Make-up-Artist-Ausbildung. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Wolf zu ihrer Ausbildung. Danach wollte sie eigentlich ganz klassisch in einem Make-up-Geschäft arbeiten.
Daraus wurde nichts. Wolf bekam den Job nicht. Also begann sie, die Looks, die sie gelernt und geübt hatte, auf Instagram zu posten. Später kam TikTok dazu. Die Videos gingen viral.
Heute gehört Wolf zu den größten Beauty-Creatorinnen Österreichs. Ihre Agentur weist allein auf TikTok mehr als sechs Millionen Follower aus. Außerdem hat sie eine eigene Beauty-Marke gegründet und ein Make-up-Buch veröffentlicht.
Franjo von Allmen: Olympiasieger mit Handwerksberuf
25 Jahre | Ski-Rennfahrer | Ausbildung: Zimmermannslehre
Bei Franjo von Allmen ist die Ausbildung kein Studium und kein Onlinekurs. Der Schweizer Skistar hat einen ganz normalen Handwerksberuf gelernt: Zimmermann.
2026 folgte der endgültige Durchbruch: Bei den Olympischen Winterspielen gewann von Allmen Gold in der Abfahrt, im Super-G und in der Team-Kombination. Damit wurde er erst der dritte männliche Skifahrer überhaupt, der bei denselben Olympischen Spielen drei alpine Goldmedaillen holte.
Seine Zimmermannslehre sieht der Schweizer keineswegs als vergangenes Kapitel. Auf seiner Website schreibt er, dass sie ihm die nötige „Bodenhaftung“ gegeben habe. Wenn Zeit bleibt, arbeitet er noch heute gerne in seinem Beruf, hilft im Bagger- und Transportunternehmen seines Bruders oder schraubt in seiner Garage.
Olivia Rodrigo: Welthit trifft Abschlussprüfung
23 Jahre | Sängerin, Songwriterin & Schauspielerin | Ausbildung: Highschool-Abschluss mit AP-Kursen
Bei Olivia Rodrigo war 2021 ein Hammer-Jahr: Im Jänner erscheint „Drivers License“. Der Song geht weltweit auf Platz eins. Wenige Monate später folgt ihr Debütalbum „Sour“. Dazu dreht Rodrigo weiterhin für die Disney-Serie „High School Musical: The Musical: The Series“. Und dann waren da auch noch die Abschlussprüfungen.
Dass „Drivers License“ weltweit an der Spitze der Charts stand, änderte absolut nichts daran, dass noch Hausaufgaben und Prüfungen auf sie warteten. Für ihren Abschluss hat sie auch noch gestrebert als sie bereits einer der größten neuen Popstars der Welt war. Dabei machte sie es sich nicht besonders leicht. Rodrigo belegte sogenannte AP Classes, besonders anspruchsvolle Highschool-Kurse auf College-Niveau.
Tim Schäcker: TikTok-Star mit BWL-Abschluss
27 Jahre | Content Creator, Model & Unternehmer | Studium: Betriebswirtschaftslehre, Universität Mannheim
Aufzüge, TikTok-Videos, Modeljobs und Millionen Fans: Mit den Elevator Boys wurde Tim Schäcker zum Social-Media-Star als er gerade Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, zeitweise auch in Barcelona, studierte.
Während andere seiner Kollegen ihre Zukunft schon in Unternehmensberatung oder Investmentbanking sahen, begann seine Karriere im Netz gerade so richtig abzuheben. Den Abschluss ließ er trotzdem nicht liegen.
„Ich bin froh, dass ich mein Studium fertig absolviert habe.“ Ihm sei wichtig gewesen, nicht nur als „Influencer abgestempelt“ zu werden. Das abgeschlossene Studium habe ihm ein solides Grundgerüst gegeben. Und das merkt man: Das Wissen blieb nicht theoretisch. Schäcker hat inzwischen mehrere Unternehmen mitgegründet, darunter die eigene Managementfirma der Elevator Boys, eine Investmentgesellschaft und ein Social-Media-Start-up.
Emma Felbermayr: Rennsport und Studium zugleich
19 Jahre | Rennfahrerin in der F1 Academy | Matura + Fernstudium Wirtschaft
Den Spagat zwischen Lernen und Spitzensport kennt auch Emma Felbermayr. Mit 19 fährt die Oberösterreicherin ihre zweite Saison in der F1 Academy und repräsentiert dort Audi. Der Motorsport bestimmt inzwischen ihren Alltag, ihre Ausbildung hat sie trotzdem nicht aufgegeben.
Noch im vergangenen Schuljahr musste Felbermayr beides gleichzeitig unter einen Hut bringen. Wegen ihrer Rennkarriere fehlte sie nach eigenen Angaben rund 40 Tage in der Schule. Trotzdem machte sie ihre Matura. Inzwischen studiert sie Wirtschaft an einer Fernuni.
Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. „Ich studiere jetzt nebenher, aber finde für das fast keine Zeit. Also immer nur am Flughafen, im Flieger und so weiter“, erzählt Felbermayr. Der Fokus liege mittlerweile klar auf dem Rennfahren. Ihr Studium sieht sie dennoch als „Balance zwischen Rennfahren und noch was anderem nebenher“.
Wie ernst Felbermayr Schule und Motorsport gleichzeitig genommen hat, zeigt eine Anekdote von Allan McNish. Bei einem Rennwochenende musste sie nach einem Zwischenfall ihr Rennen vorzeitig beenden. Einige Stunden später entdeckte McNish sie an einem Samstagabend mit einem iPad. Er ging davon aus, dass die junge Rennfahrerin ihre Daten analysierte. Doch Felbermayr beschäftigte sich gar nicht mit dem Rennen: Sie erledigte ihre Aufgaben für die anstehenden Schulprüfungen am darauffolgenden Dienstag.
Dass Bildung neben einer möglichen Profikarriere wichtig bleibt, ist McNish generell ein Anliegen. Nicht jeder Nachwuchsfahrer schaffe den Sprung an die Spitze. „Sie brauchen eine Ausbildung. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass auch die schulische Bildung nicht zu kurz kommt“, sagt er im Gespräch mit weekend.