Große Trauer: Oscar-Regisseur mit 52 Jahren verstorben
Der chilenische Regisseur Sebastián Lelio ist am 6. November 2026 in Chile gestorben. Er wurde 52 Jahre alt. Öffentlich gemacht hat den Tod seine Lebensgefährtin Amalia Kassai, selbst Schauspielerin und Regisseurin, in einem Beitrag auf Instagram.
Übereinstimmenden Berichten lokaler Medien zufolge wurde Lelio leblos in seinem Haus in Las Condes aufgefunden, einer Gemeinde im Großraum Santiago de Chile. Kassai sprach in ihrem Posting von „gesundheitlichen Gründen“, eine genaue Todesursache ist bisher nicht bekannt. Wie ORF und news.at unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichten, wollen die Behörden die Umstände des Todes klären.
Ein Oscar für Chile
International bekannt ist Lelio als Oscar-Preisträger: 2018 holte er mit „Eine fantastische Frau“ (im Original Una mujer fantástica) die Trophäe für den besten fremdsprachigen Film. Für Chile ist es bis heute der einzige Sieg in dieser Kategorie. Daniela Vega spielt darin eine trans Frau, die nach dem Tod ihres Partners mit Vorurteilen konfrontiert wird. Schon 2017 hatte der Film bei der Berlinale einen Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten, den Lelio sich mit Gonzalo Maza teilte.
Von „Gloria“ bis Hollywood
Geboren wurde Lelio am 8. März 1974 im argentinischen Mendoza, seine Kindheit verbrachte er in Viña del Mar, das Filmhandwerk lernte er an einer Filmhochschule in Santiago. Den Durchbruch brachte „Gloria“: Bei der Berlinale 2013 im Wettbewerb gezeigt, bekam Hauptdarstellerin Paulina García den Silbernen Bären. Später verfilmte er den Stoff als „Gloria Bell“ auf Englisch neu, mit Julianne Moore in der Titelrolle. Es folgten „Disobedience“ mit Rachel Weisz und Rachel McAdams sowie die Romanverfilmung „The Wonder“ mit Florence Pugh. „La ola“ lief 2025 in Cannes. Laut Variety arbeitete er zuletzt an einer Adaption von Alejandro Zambras Roman „Chilean Poet“, deren Dreharbeiten bereits Ende September 2026 begonnen hatten.
Reaktionen aus Chile
In Chile löste die Nachricht Betroffenheit aus. Kulturminister Francisco Undurraga reagierte erschüttert, auch die Schauspielergewerkschaft Chile Actores zeigte sich bestürzt. Der frühere Präsident Gabriel Boric würdigte das Vermächtnis des Filmemachers.
Die Familie bat darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.