"Große Wunde“: Hinterhäuser bricht sein Schweigen
Inhalt
- Markus Hinterhäuser spricht erstmals über seinen Rauswurf
- Markus Hinterhäuser weist alle Vorwürfe zurück
- Markus Hinterhäuser kritisiert die Festspiel-Politik
Nach Monaten des Schweigens meldet sich Markus Hinterhäuser erstmals wieder öffentlich zu Wort. Der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele spricht in einem Interview mit "Bild" offen über seinen Rauswurf, weist die Vorwürfe gegen seine Person entschieden zurück und rechnet mit der Festspiel-Politik in Salzburg ab. Seine Aussagen zeigen, wie tief ihn die vergangenen Monate getroffen haben. Der 68-Jährige macht deutlich, dass ihn die Geschehnisse bis heute beschäftigen und findet dabei ungewöhnlich offene Worte.
Markus Hinterhäuser spricht erstmals über seinen Rauswurf
Am Rande der „Passauer Runde“ im Schloss Fuschl schildert Hinterhäuser, wie sehr ihn die Trennung belastet hat. „Es sitzt so tief, was passiert ist. Das ist eine große Wunde“, sagt der ehemalige Festspielchef. An eine Zukunft in Salzburg denkt er nach eigenen Angaben nicht mehr. Stattdessen könne er sich vorstellen, künftig in Wien zu leben. Damit zieht einer der prägendsten Köpfe der Salzburger Festspiele einen endgültigen Schlussstrich.
Markus Hinterhäuser weist alle Vorwürfe zurück
Besonders deutlich wird Hinterhäuser, wenn es um die Vorwürfe geht, die schließlich zu seiner Absetzung geführt hatten. Wochenlang sei er öffentlich als „toxisch“ und „cholerisch“ dargestellt worden. Dieses Bild weist er entschieden zurück.
Nach seinen Angaben habe es in zehn Jahren lediglich zwei Beschwerden beim Betriebsrat gegeben. Diese seien weder an ihn noch an das Kuratorium weitergeleitet worden. „Ich bin nicht zehn Jahre schreiend durchs Haus gerannt“, betont der 68-Jährige. Vieles sei konstruiert und gegen ihn verwendet worden.
Markus Hinterhäuser kritisiert die Festspiel-Politik
Auch bei seiner Rede vor den Gästen der „Passauer Runde“ spart Hinterhäuser nicht mit Kritik. Die Salzburger Festspiele dürften niemals zu einem „Instrument politischer Kleingeistigkeit und politischer Macht“ werden, erklärt er unter großem Applaus.
Unterstützung erhält der ehemalige Intendant von Kulturmanager Sven Hartberger, der Transparenz über die Kosten der Trennung fordert. Laut Hinterhäuser gehe es um Steuergelder in Millionenhöhe. Die Salzburger Festspiele verweisen hingegen auf eine Verschwiegenheitsklausel des einvernehmlichen Vertrags und betonen, dass die Entscheidung des Kuratoriums nichts an der künstlerischen Qualität des Festivals ändern werde.