Janosch ist tot: Die traurige Kindheit hinter der Tigerente
- Janosch auf Teneriffa gestorben
- Tigerente machte Janosch weltberühmt
- Schwere Kindheit hinter den fröhlichen Geschichten
- Vom Fabrikarbeiter zum Kinderbuchstar
- Die Tigerente bleibt
Die Tigerente rollt weiter, doch ihr Erfinder ist für immer gegangen. Janosch ist tot. Der Mann, der Millionen Kindern mit Tiger, Bär und einer kleinen Holzente ein Lächeln ins Gesicht zauberte, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Hinter seinen fröhlichen Geschichten verbarg sich eine Kindheit, die alles andere als märchenhaft war.
Janosch ist auf Teneriffa gestorben
Kinderbuch-Legende Janosch ist am Dienstag, dem 3. November 2026, auf Teneriffa gestorben. Sein Verleger Bernhard Feil bestätigte die traurige Nachricht am Mittwoch. Über die Todesursache ist bislang nichts bekannt. Der Künstler, der eigentlich Horst Eckert hieß, lebte seit den 1980er-Jahren auf der spanischen Kanareninsel. Dort hatte er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Janosch auf einen Blick
- Bürgerlicher Name: Horst Eckert
- Geboren: 1931 in Hindenburg, Oberschlesien, heute Zabrze in Polen
- Gestorben: 3. November 2026 auf Teneriffa
- Alter: 95 Jahre
- Beruf: Schriftsteller, Kinderbuchautor, Zeichner und Illustrator
- Bekannt für: Tigerente, kleiner Tiger, kleiner Bär und „Oh, wie schön ist Panama“
Tigerente machte Janosch weltberühmt
Gelb, schwarz gestreift, vier Räder und ein ziemlich unverwechselbares Gesicht: Die Tigerente wurde zu Janoschs berühmtester Schöpfung. Gemeinsam mit dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären eroberte sie die Kinderzimmer. „Oh, wie schön ist Panama“ aus dem Jahr 1978 wurde schnell zum Klassiker. Darin machen sich Tiger und Bär auf die Suche nach ihrem Traumland, nur um am Ende festzustellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist. Für das Buch erhielt Janosch den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Die bekanntesten Werke von Janosch
- „Oh, wie schön ist Panama“ (1978): Die Reise von Tiger und Bär ins vermeintliche Traumland. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1979.
- „Post für den Tiger“: Eine Geschichte über Freundschaft und darüber, wie Tiger und Bär miteinander in Verbindung bleiben.
- „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“: Eine Geschichte über Fürsorge und Zusammenhalt.
- „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“: Ein Roman für Erwachsene, der eine deutlich düsterere Seite des Autors zeigt.
Schwere Kindheit hinter den fröhlichen Geschichten
So warmherzig seine Bücher waren, so düster war Janoschs eigene Kindheit. Horst Eckert wurde 1931 in Hindenburg in Oberschlesien, dem heutigen Zabrze in Polen, geboren. Die Familie lebte in Armut, sein Vater war alkoholkrank und gewalttätig. Wie tief diese Jahre Spuren hinterließen, beschrieb Janosch später gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ mit erschütternden Worten: „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person.“
Vom Fabrikarbeiter zum gefeierten Kinderbuchautor
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Janosch zunächst in einer Textilfabrik. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch. Was folgte, war eine außergewöhnliche Karriere als Autor, Zeichner und Illustrator. Neben seinen beliebten Kindergeschichten schrieb er auch Bücher für Erwachsene, darunter „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“. Seine Figuren waren oft klein, eigenwillig und alles andere als perfekt.
Die Tigerente bleibt
Seine letzten Jahrzehnte verbrachte Janosch auf Teneriffa, weit weg vom Trubel um seine berühmten Figuren. Mit seinem Tod verliert die Kinderbuchwelt einen ihrer bekanntesten Erzähler. Tiger, Bär und Tigerente aber bleiben. Und mit ihnen die wohl schönste Erkenntnis aus Janoschs Geschichten: Manchmal liegt das größte Glück direkt vor der eigenen Haustür.