Anna Veith: "Problemzonen? Das kennt doch jede Frau"

Der Ex-Skistar spricht im Interview über das Gefühl im Bikini zu posieren, wie sich ihr Körper durch die Schwangerschaft verändert hat und wie sich das neue Leben mit Baby Henry anfühlt.
Autor: Brigitte Biedermann, 25.05.2022 um 12:23 Uhr

weekend.at: Sie waren im Ski Zirkus zuhause und fungieren jetzt als Bikinimodel? Wie war das Posieren?
Anna Veith: Es hat mich sehr gefreut, dass Calzedonia auf mich zugekommen ist. Ich bin kein Model und für mich steht Natürlichkeit klar im Vordergrund. Ich wollte mich wohlfühlen und habe sofort gespürt, dass das möglich ist. Es hat schon Mut gebraucht, aber es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Das ganze Team war sehr professionell. Anfänglich war es natürlich ein ungewohntes Gefühl im Bikini vor der Kamera zu stehen, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Hier geht es zu den Bildern.

weekend.at: Als Sportlerin haben Sie eine Top Figur. Kennen Sie so etwas wie Problemzonen?
Anna Veith: Ja, natürlich kenne ich das. Auch wenn sich viele von außen denken, ich habe eine gute Figur, hat jede Frau Zonen, die sie nicht so gut an sich findet. Auch ich denke mir, hier könnte es straffer sein. Das Shooting war nach der Schwangerschaft, da hat sich der Körper natürlich verändert.

Anna Veith/Andreas Tischler

weekend.at: Haben Sie sich sportlich darauf vorbereitet und extra trainiert?
Anna Veith: Das war zeitlich schwierig. Ich wollte natürlich aussehen und nicht perfekt. Aber Sport ist und bleibt für mich sehr wichtig. Ich bin ausgeglichener wenn ich Sport mache, mit einem Baby ist das zeitlich eine Herausforderung. Zum Glück zehre ich noch von meiner Karriere als Profi-Sportlerin.

weekend.at: Machen Sie noch viel Sport?
Anna Veith: Ich mache Fitnesstraining und habe nach der Schwangerschaft wieder mit dem Laufen begonnen. Durch meine Knieverletzung konnte ich circa sechs Jahre nicht laufen. Jetzt kann ich es entspannter angehen, regenerieren und meinen eigenen Rhythmus finden. Diese Zeit hat man als Profi nicht.

weekend.at: Verfolgen Sie den Sport noch im TV?
Anna Veith: Ich verfolge Skifahren nach wie vor leidenschaftlich gern und wenn es sich zeitlich ausgeht, schaue ich die Rennen. Aber ich genieße ich es noch mehr, wenn ich selbst fahren kann.

Anna Veith/Andreas Tischler

weekend.at: Sie sind vor kurzem das erste Mal Mutter geworden. Was hat sich am meisten verändert?
Anna Veith: Die größte Veränderung ist die Verantwortung, die man übernimmt und dass der Tagesablauf von jemanden anderen bestimmt wird. Man selbst tritt in den Hintergrund. Das ist vielleicht die größte Veränderung, weil man als Sportlerin immer sich selbst und seine Leistung in den Vordergrund stellt. Jetzt passiert genau das Gegenteil.

weekend.at: Was hat Sie am meisten überrascht am Muttersein?
Anna Veith: Das unglaublich große Glück, das man erlebt, hat mich sehr überrascht. Ein Kind ist einfach das größte Wunder, das einem geschenkt wird. Und die Liebe, die man empfindet, ist unvorstellbar. Es ist wunderschön, aber in vielen Phasen auch anstrengend, das kennen bestimmt viele. Da bin ich froh, dass ich Unterstützung habe. Man ist nicht mehr so flexibel und auch wenn man das Kind mitnimmt, muss man viel organisierter sein und an vieles denken. Das kann man sich vorher auch nicht vorstellen.

weekend.at: Das erste Babyjahr ist bald geschafft. Was haben Sie als anstrengender empfunden, die Neugeborenen-Zeit oder das mobil werden?
Anna Veith: Henry ist gerade dabei gehen zu lernen. Es ist also gerade eine anstrengende Zeit, aber das sagt man glaube ich in jeder Phase. (lacht) Rückblickend sind die ersten Monate emotional anstrengender und jetzt sind sie es körperlich. Das Herumtragen wird schwerer, dann kommt das Zahnen dazu und wieder ein neuer Schlafrhythmus. Man muss sich immer wieder umstellen und versucht in jeder Phase alles richtig zu machen.

weekend.at: Sind Sie jemand der Ratgeber liest oder eher auf seine Intuition vertraut?
Anna Veith: Ich bin Intuitionsmensch. Das war ich als Sportlerin und bin ich als Mama. Aber ich frage auch gerne meine Mama oder meine Schwiegermutter um Rat. Ich bin nicht so die Leseratte.

weekend.at: Es heißt, es braucht ein Dorf um ein Kind groß zuziehen. Bekommen Sie Hilfe von der Familie?
Anna Veith: Ja, meine Schwiegermutter wohnt sehr nahe und durch das Hotel sind wir viel zusammen. Henry liebt es unter Menschen zu sein. Und meine Mama unterstützt uns natürlich auch.

weekend.at: Geben Sie Henry in die Kinderkrippe?
Anna Veith: Er kommt ab drei Jahren in den Kindergarten. Es würde bei uns in Schladming früher gehen, aber das habe ich nicht geplant.

weekend.at: Ihre Freundin Michaela Kirchgasser hat vor kurzem ihre Schwangerschaft verkündet. Geben Sie Tipps oder soll jeder selbst seine Erfahrungen machen?
Anna Veith: Ich gebe ihr dann Tipps, wenn sie mich fragt. Ich bin sehr glücklich, dass die beiden das erleben dürfen. Es ist eine wunderschöne Zeit und ich freue mich sehr für sie.

weekend.at: Geben Sie ihr die Babysachen weiter oder heben Sie sie auf?
Anna Veith: Die Michi ist glaube ich gut versorgt.

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