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Donald Trump spricht über NATO-Austritt und kritisiert Verbündete im Iran-Krieg
US-Präsident Donald Trump sorgt mit Aussagen zur NATO für internationale Unruh
US-Präsident Donald Trump sorgt mit Aussagen zur NATO für internationale Unruh
APA-Images / REUTERS / Evan Vucci

Trump droht mit NATO-Austritt: USA stellen Bündnis infrage

01.04.2026 um 14:11, Stefanie Hermann
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US-Präsident Donald Trump stellt die NATO erneut infrage. Er kritisiert fehlende Unterstützung durch das Bündnis im Iran-Krieg scharf.

US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer brisanten Aussage für internationale Unruhe. In einem Interview erklärt er, dass ein Austritt der USA aus der NATO ernsthaft zur Debatte steht. „Oh ja, ich würde sagen, das steht außer Frage“, sagt Trump im Interview mit der britischen Zeitung ‚Telegraph‘. Die NATO ist das zentrale militärisches Verteidigungsbündnis des Westens. Trump stellt mit seinen Aussagen die jahrzehntelange sicherheitspolitische Grundlage des Westens offen infrage.

Trump: NATO bietet keine Unterstützung im Iran-Krieg

Auslöser für die drastischen Überlegungen ist die Haltung der NATO-Partner im aktuellen Iran-Krieg. Seit Wochen eskaliert der Konflikt im Nahen Osten weiter. Die USA sehen sich von ihren Verbündeten nicht ausreichend unterstützt. Konkret geht es um die Nutzung von Militärstützpunkten und die Absicherung strategischer Handelsrouten.

Trump zeigt sich darüber deutlich verärgert. „Dass sie nicht da waren, war mehr als nur Abwesenheit – es war tatsächlich schwer zu glauben“, erklärt der US-Präsident. Besonders Spanien, Großbritannien und Deutschland stehen im Fokus seiner Kritik.

Spanien hatte zuletzt seinen Luftraum für militärische Operationen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gesperrt, Großbritannien wiederum genehmigte die Nutzung seiner Stützpunkte nur eingeschränkt und ausschließlich für Verteidigungszwecke.

Straße von Hormuz als geopolitischer Brennpunkt

Im Zentrum der Krise steht die Straße von Hormuz. Die Meerenge ist seit Wochen faktisch blockiert. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen normalerweise durch diese Route. Die Folgen sind bereits spürbar: steigende Energiepreise und wachsende Sorgen vor einer globalen Rezession.

Für Trump ist die Lage auch ein Test für das Bündnis gewesen. „Wir waren immer automatisch da, auch für die Ukraine“, sagt er. „Sie waren nicht für uns da.“

Trump: NATO ist „Papiertiger“

Besonders scharf fällt Trumps grundsätzliche Kritik an der NATO aus. Nicht nur die aktuelle Zusammenarbeit, sondern die gesamte Glaubwürdigkeit des Bündnisses stellt er infrage. „Die NATO hat mich nie beeindruckt. Ich wusste schon immer, dass sie ein ,Papiertiger ist, und Putin weiß das übrigens auch“, so Trump.

Auch Außenminister Rubio zweifelt am Bündnis

Nicht nur Trump selbst äußert Zweifel. „Wir werden den Wert der NATO und dieses Bündnisses für unser Land neu prüfen müssen“, kündigt auch US-Außenminister Marco Rubio eine Neubewertung der NATO an.

Rubio verweist insbesondere auf den strategischen Nutzen der Militärstützpunkte in Europa. Sollten diese nicht mehr uneingeschränkt nutzbar sein, sei das Bündnis für die USA kaum noch von Vorteil. „Dann ist die NATO eine Einbahnstraße“, so Rubio.

In den USA selbst stößt der Iran-Krieg auf vergleichsweise wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Auch innenpolitisch steht die Regierung zunehmend unter Druck.

NATO-Artikel 5 greift im Iran-Krieg nicht

Zentraler Punkt in der Debatte ist die Beistandspflicht der NATO. Artikel 5 sieht vor, dass ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gilt. Im aktuellen Iran-Krieg greift diese Regel jedoch nicht, da kein NATO-Staat direkt angegriffen wurde.

Die Forderung der USA nach Unterstützung stößt daher bei vielen Partnern auf rechtliche und politische Grenzen.

Zukunft der NATO ungewiss

Ob es tatsächlich zu einem Austritt der USA kommt, ist fraglich. Ein tatsächlicher Austritt der USA wäre ein historischer Einschnitt mit weitreichenden Folgen für Europa und die globale Sicherheitsordnung. Klar ist aber, dass die Aussagen von Trump und Rubio das transatlantische Bündnis weiter massiv unter Druck setzen. Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, ob sich die Spannungen innerhalb der NATO weiter verschärfen oder entschärfen.

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