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Pam Bondi und Donald Trump im Porträt – US-Präsident entlässt Justizministerin wegen Streit um Epstein-Akten
Pam Bondi und Donald Trump: Der US-Präsident hat seine Justizministerin nach wachsender Kritik an den Epstein-Akten entlassen.
Pam Bondi und Donald Trump: Der US-Präsident hat seine Justizministerin nach wachsender Kritik an den Epstein-Akten entlassen.
APA-Images / AFP / BRENDAN SMIALOWSKI

Pam Bondi: Trump feuert Justizministerin wegen Streit um Epstein-Akten

03.04.2026 um 07:42, Stefanie Hermann
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Erst Druck im Kongress, dann die Entlassung: Pam Bondi verliert ihren Posten nach massivem Streit mit Donald Trump um die Epstein-Akten.

Pam Bondi muss also gehen. Donald Trump hat die Justizministerin gestern überraschend entlassen. Sie ist damit bereits das zweite Kabinettsmitglied innerhalb weniger Wochen, das seinen Posten verliert.

Offiziell soll Pam Bondi in den Privatsektor wechseln. Trump bezeichnet sie als „wunderbare Person“, spricht aber zugleich von einem Übergang. Gleichzeitig lobt er ihre Arbeit öffentlich: Sie habe „einen großartigen Job“ gemacht und eine „massive Bekämpfung der Kriminalität“ geleitet. Intern hat sich die Lage längst zugespitzt.

Pam Bondi: Entlassung kommt überraschend

Pam Bondi galt als langjährige Vertraute und eine der loyalsten Unterstützerinnen des Präsidenten. Dass sie nun ihren Posten verliert, kommt umso überraschender. Noch kurz zuvor hatte Trump sie verteidigt und betont, sie leiste „gute Arbeit“. Hinter den Kulissen soll die Unzufriedenheit jedoch bereits deutlich gewachsen sein.

Pam Bondi werde in den Privatsektor wechseln, erklärte Trump gestern, Donnerstag. Öffentlich sprach er von einer „wichtigen neuen Rolle“, die bald bekanntgegeben werde. Eigentlicher Grund dürfte aber die wachsende Unzufriedenheit Trumps mit seiner US-Justizministerin sein. Vor allem der Umgang mit den Epstein-Akten hat Pam Bondi in der Vergangenheit massive Kritik eingebracht.

Erst vor wenigen Wochen ist Pam Bondi bei einer Anhörung im Kongress massiv unter Druck geraten. Die Befragung ist zeitweise in lautstarke Wortgefechte ausgeartet, bei denen sie einen demokratischen Abgeordneten als „washed-up loser“ bezeichnet hat.

Pam Bondi: Epstein-Akten werden zum politischen Problem

Der Fall Jeffrey Epstein wurde für Pam Bondi zum entscheidenden Belastungstest. Bondi hatte bei Amtsantritt Transparenz versprochen und sogar eine mögliche Kundenliste angekündigt.

Eine entsprechende Liste liege „auf ihrem Schreibtisch“, erklärte Pam Bondi. Später relativierte sie diese Aussage und sprach lediglich von allgemeinen Ermittlungsunterlagen.

Die verspätete Veröffentlichung von Dokumenten erfolgte erst nach politischem Druck aus dem Kongress. Dabei geriet das Justizministerium massiv in die Kritik. Einerseits seien sensible Daten von Opfern unzureichend geschützt worden, andererseits seien andere Namen weiterhin geheim geblieben.

Heftige Kritik an Pam Bondi

Sowohl Republikaner als auch Demokraten übten scharfe Kritik an Pam Bondi. Besonders brisant: Sie hätte noch im April vor dem Kongress zu dem Fall aussagen sollen. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie forderte, alle Akten vollständig offenzulegen und strafrechtlich zu verfolgen: „Ich hoffe, dass alle Epstein-Dokumente veröffentlicht werden und es zu Ermittlungen und Verhaftungen kommt.“ Auch Demokrat Ro Khanna betonte: „Das zeigt, dass der Kongress kein Fußabtreter ist.“

Auch Betroffene im Fall Epstein übten Kritik: Opfer erklärten, Pam Bondi habe weder auf Anfragen reagiert noch persönliche Gespräche gesucht. Der Fall entwickelte sich damit zunehmend zu einer politischen Belastung für das Weiße Haus.

Warum Trump Pam Bondi wirklich entlässt

Neben der Epstein-Affäre soll Trump auch unzufrieden gewesen sein, weil Pam Bondi nicht aggressiv genug gegen politische Gegner vorgegangen sei. Bereits im Vorjahr hatte er öffentlich gefordert, Ermittlungen schneller voranzutreiben. „Wir können nicht länger warten, das schadet unserem Ruf und unserer Glaubwürdigkeit“, schrieb Trump damals direkt an seine Justizministerin.

Während ihrer Amtszeit leitete das Justizministerium mehrere Untersuchungen gegen prominente Gegner Trumps ein. Dennoch dürfte das dem Präsidenten nicht weit genug gegangen sein.

Die Entlassung kommt zudem nur wenige Wochen nach dem Abgang von Heimatschutzministerin Kristi Noem. Damit verliert die Regierung erneut eine zentrale Figur. Beobachter sehen darin erste Risse in Trumps bislang vergleichsweise stabiler zweiten Amtszeit.

Todd Blanche übernimmt Justizministerium

Nachfolger von Pam Bondi wird ihr bisheriger Stellvertreter Todd Blanche. Blanche gilt als enger Vertrauter Trumps und war zuvor bereits Teil seines Anwaltsteams.

Bondi habe das Ministerium „mit Stärke und Überzeugung geführt“, so der designierte Minister. Blanche kündigt an, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und weiterhin „alles zu tun, um Amerika sicher zu halten“.

Pam Bondi: Loyale Vertraute muss gehen

Pam Bondi war bereits in Trumps erster Amtszeit Teil seines inneren Kreises. Sie unterstützte ihn im Impeachment-Verfahren und verteidigte seine Vorwürfe rund um die Wahl 2020.

Auch während laufender Gerichtsverfahren stellte sie sich öffentlich hinter den Präsidenten. Ihre Amtszeit als Justizministerin steht für politische Loyalität – und für anhaltende Zweifel an der Unabhängigkeit des Justizministeriums.

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