Bleibt Babler Minister? Marterbauers Antwort lässt aufhorchen
- Marterbauer lässt Bablers Zukunft offen
- Babler will in der Regierung bleiben
- SPÖ steht vor personellem Umbau
- Auch Marterbauers Rolle bleibt ungeklärt
Andreas Babler will Anfang 2027 als SPÖ-Chef und Vizekanzler zurücktreten, der Bundesregierung aber weiterhin angehören. Ob dieser Plan aufgeht, ist offen. Sein designierter Nachfolger Markus Marterbauer vermeidet im Ö1-Morgenjournal eine verbindliche Zusage. Stattdessen kündigt er an, über das gesamte Regierungsteam nachdenken zu wollen.
Marterbauer lässt Bablers Zukunft offen
Im Gespräch mit Ö1-Moderatorin Stefanie Leodolter wird Marterbauer auf die politische Zukunft von Andreas Babler angesprochen. „Ich bin ihm gegenüber sehr loyal“, betont Marterbauer zunächst sein gutes Verhältnis zum scheidenden SPÖ-Chef.
Ob er ihm etwas schulden, will Ö1-Moderatorin Stefanie Leodolter von Marterbauer wissen. Schließlich hatte Babler den Finanzminister politisch unterstützt und soll nun Anfang 2027 seinen Platz als Vizekanzler räumen. Marterbauer bekennt sich zwar zu Babler, eine Garantie, dass Babler auch nach dem Wechsel an der Spitze des SPÖ-Regierungsteams Minister bleibt, lässt er sich nicht entlocken.
„Ich werde über das alles, über das gesamte Team nachdenken“, blockt Marterbauer. „Aber ich spreche mit Sicherheit jetzt nicht über einzelne Positionen.“
Babler will in der Regierung bleiben
Dabei hatte Babler seinen weiteren Verbleib in der Bundesregierung bereits als Teil seines politischen Rückzugs angekündigt.
Anfang Oktober erklärte der SPÖ-Vorsitzende, dass er sowohl den Parteivorsitz als auch das Vizekanzleramt mit Beginn des kommenden Jahres abgeben werde. Seine bisherigen Ressortaufgaben möchte er jedoch weiterhin wahrnehmen – auf expliziten Wunsch von Marterbauer, wie er selbst betonte. Marterbauer selbst will das heute nicht bestätigen.
SPÖ steht vor personellem Umbau
Marterbauer soll Babler als Vizekanzler nachfolgen und damit die Führung des sozialdemokratischen Regierungsteams übernehmen.
Der Wechsel an der Regierungsspitze ist für Anfang 2027 vorgesehen und hängt maßgeblich mit gesundheitlicher Situation zusammen. Der Finanzminister hatte im Juli seine Erkrankung an einem Lymphom öffentlich gemacht und sich einer Chemotherapie unterzogen.
Im Ö1-Morgenjournal gibt er nun ein zuversichtliches Gesundheitsupdate: „Ich bin auf dem besten Weg der Genesung und die Ärzte und Ärztinnen sind sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf meiner Krankheit.“ Die Übernahme des Vizekanzleramts ist für Anfang 2027 vorgesehen. Bis dahin soll Marterbauer ausreichend Zeit zur Erholung haben.
Auch Marterbauers Rolle bleibt ungeklärt
Parallel dazu muss die SPÖ ihre Parteiführung neu aufstellen. Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher sollen die Partei nach Bablers Rückzug zunächst bis zum Parteitag im Frühjahr 2027 führen. Wer anschließend dauerhaft den SPÖ-Vorsitz übernimmt, ist noch nicht entschieden.
Marterbauer selbst legt sich auf eine mögliche Kandidatur für den Parteivorsitz nicht fest. „Die Frage stellt sich jetzt noch nicht“, wiegelt er im Ö1-Morgenjournal ab.
Damit bleiben zwei zentrale Personalfragen offen: Wer führt die SPÖ nach dem Parteitag, und welche Rolle spielt Andreas Babler künftig in der Bundesregierung?
Quelle
ORF Ö1, Morgenjournal vom 14. Oktober 2026: Interview von Stefanie Leodolter mit Finanzminister Markus Marterbauer über die politische Zukunft von Andreas Babler und die Zusammensetzung des künftigen SPÖ-Regierungsteams. Interview im Ö1-Player anhören