EZB erhöht Leitzins: Das kommt jetzt auf Kredit, Sparen und Aktien zu
Der Leitzins der Europäischen Zentralbank steht vor einer entscheidenden Wende. Nach dem jüngsten Anstieg der Inflation auf 3,2 Prozent gilt eine Zinserhöhung bei der Sitzung am 11. Juni als praktisch fix. An den Finanzmärkten ist dieser Schritt bereits weitgehend eingepreist.
Leitzins im Fokus: EZB vor Zinsschritt im Juni
Analysten erwarten eine Anhebung des Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Damit würde der Einlagensatz von aktuell 2,0 Prozent auf 2,25 Prozent steigen. Für die EZB ist dieser Schritt vor allem ein Signal im Kampf gegen die anhaltend hohe Teuerung.
Inflation treibt Leitzins nach oben
Haupttreiber für die Entwicklung des Leitzinses sind die gestiegenen Energiepreise. Vor allem der Iran-Konflikt sorgt für höhere Ölpreise und damit für zusätzlichen Inflationsdruck in der Eurozone.
Die Preise für Energie sind zuletzt um mehr als zehn Prozent gestiegen. Unternehmen geben diese Kosten zunehmend an Konsumenten weiter. Dadurch bleibt die Inflation deutlich über dem Zielwert der EZB von zwei Prozent.
Weitere Zinsschritte wahrscheinlich
Mit der Juni-Entscheidung ist die Entwicklung des Leitzinses jedoch nicht abgeschlossen. An den Märkten wird inzwischen mit mehreren Zinsschritten gerechnet. Viele Experten erwarten zumindest eine weitere Erhöhung im September.
Insgesamt könnte der Leitzins bis Jahresende um rund 0,50 Prozentpunkte steigen. Die EZB betont allerdings, dass sie weiterhin datenabhängig agieren wird und sich nicht vorab festlegt.
Wirtschaft unter Druck durch höheren Leitzins
Ein steigender Leitzins hat direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft. Kredite für Unternehmen und Haushalte verteuern sich, was Investitionen und Konsum bremsen kann. Genau dieser Effekt soll helfen, die Inflation zu senken.
Gleichzeitig wächst aber die Sorge vor einer schwächeren Konjunktur. Die Wirtschaft im Euroraum zeigt bereits erste Anzeichen einer Abkühlung. Experten warnen daher vor dem Risiko einer Stagflation.
Märkte reagieren sensibel auf Leitzins-Signale
An den Anleihemärkten sind die Renditen bereits gestiegen. Gleichzeitig reagieren Aktienmärkte empfindlich auf jede neue Einschätzung zur Geldpolitik.