Lake Ontario: Trump benennt See im Streit mit Kanada um
- Trump macht aus Lake Ontario „Lake America“
- Außerhalb der USA bleibt es Lake Ontario
- Kanada widerspricht Trump deutlich
- Selbst New York verweigert den neuen Namen
- Hinter dem Namensstreit steckt ein größerer Konflikt
- Trump will Atlantik oder Pazifik umbenennen
Der Streit mit Kanada hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: US-Präsident Donald Trump hat die Umbenennung des Lake Ontario in „Lake America“ angeordnet. Der neue Name soll künftig von US-Bundesbehörden verwendet werden. Kanada lehnt die Bezeichnung entschieden ab. International durchsetzen können die USA die Umbenennung nicht.
Trump macht aus Lake Ontario „Lake America“
Der Lake Ontario ist einer der fünf Großen Seen Nordamerikas und liegt direkt an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Im Norden grenzt der See an die kanadische Provinz Ontario, im Süden an den US-Bundesstaat New York. Genau dieses zwischen beiden Ländern geteilte Gewässer bekommt nun zumindest auf amerikanischer Seite einen neuen Namen: US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, dass US-Bundesbehörden den Lake Ontario künftig als „Lake America“ bezeichnen.
Trump hat die entsprechende Executive Order am Donnerstag im Oval Office unterzeichnet. Das US-Innenministerium soll den neuen Namen innerhalb von 30 Tagen in das Geographic Names Information System eintragen.
Bei der Unterzeichnung steht hinter Trump bereits eine Karte der Großen Seen, auf der über dem Lake Ontario in großen roten Buchstaben „Lake America“ zu lesen ist. „Wir haben alle verschiedenen Stellen informiert, die wir informieren müssen“, sagt Trump. Die Entscheidung sei „mit sofortiger Wirkung offiziell“.
Außerhalb der USA bleibt es Lake Ontario
Für Kanada ändert sich dadurch nichts. Die Regierung in Washington kann zwar festlegen, welchen Namen amerikanische Bundesbehörden verwenden, Kanada oder andere Staaten aber nicht zur Übernahme der Bezeichnung verpflichten. Entsprechend deutlich fällt die Reaktion aus Ottawa aus.
Kanada widerspricht Trump deutlich
Kanadas Premierminister Mark Carney reagiert auf die Entscheidung mit einer klaren Botschaft. „Wir wissen, dass sich Amerika verändert. Seine Handelsbeziehungen, seine Außenpolitik, seine nationalen Denkmäler, seine Gewässernamen“, sagt Carney. Der Name Lake Ontario hat eine mehr als 400-jährige Geschichte und indigene Wurzeln. „Die Kanadierinnen und Kanadier wissen auch, dass man die Dinge beim Namen nennen muss. Und dieser See heißt Lake Ontario, heute und für immer.“
Ontarios Premier Doug Ford schlägt in dieselbe Kerbe: „Für die Kanadier und den Rest der Welt ist es der Lake Ontario. Jetzt und für immer.“
Selbst New York verweigert den neuen Namen
Gegenwind erhält Trump auch aus dem eigenen Land. Kathy Hochul, demokratische Gouverneurin des Staates New York auf dessen Territorium sich der See befindet, kündigt an, die Bezeichnung „Lake America“ nicht zu verwenden. Die demokratische Kongressabgeordnete Debbie Dingell bezeichnet Trumps Anordnung offen als „idiotisch“. Sie plant, einen Gesetzesentwurf einzubringen, der die Namensänderung wieder rückgängig machen soll.
Unterstützung bekommt Trump dagegen von Innenminister Doug Burgum. „Wir sind dran, Herr Präsident“, erklärt Burgum. Die zuständigen Bundesbehörden sollen die Executive Order umsetzen.
Hinter dem Namensstreit steckt ein größerer Konflikt
Die Umbenennung des Sees ist nur das bislang letzte Kapitel im eskalierenden Handelsstreit zwischen Washington und Ottawa. Nach gescheiterten Gesprächen haben die USA Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar verhängt. Kanada hat seinerseits Gegenzölle von 15, 25 und 50 Prozent auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar angekündigt. Sie sollen am 8. September in Kraft treten.
Trump seinerseits bestreitet allerdings, dass der neue Name für den Lake Ontario eine direkte Botschaft an Kanada sein soll. Die US-Regierung führt ausdrücklich die wirtschaftliche und historische Bedeutung des Sees für die USA an. Außerdem behauptet die Executive Order, die tiefsten Teile des Sees befänden sich auf US-Gebiet und die USA verfügten deshalb über den größten Anteil am Wasservolumen.
Trump will Atlantik oder Pazifik umbenennen
Die Umbenennung des Lake Ontario ist nicht Trumps erster Eingriff in geografische Bezeichnungen. Bereits zuvor hat er für US-Bundesbehörden den Golf von Mexiko in „Gulf of America“ umbenennen lassen.
Bei der Unterzeichnung der neuen Executive Order bringt Trump bereits weitere Gewässer ins Spiel. „Wir haben einen Golf und wir haben einen See. Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean“, sagt Trump. Vielleicht müsse man den Atlantik oder den Pazifik umbenennen: „Vielleicht ändern wir auch beide.“
Eine konkrete Anordnung für eine Umbenennung der Ozeane gibt es nicht. Beim Lake Ontario ist die Namensänderung für die US-Bundesverwaltung dagegen bereits angeordnet.
FAQ: Trumps Umbenennung des Lake Ontario
Heißt der Lake Ontario jetzt wirklich „Lake America“?
Für die US-Bundesverwaltung heißt der Lake Ontario künftig „Lake America“. US-Präsident Donald Trump hat die Umbenennung per Executive Order angeordnet. International ist die neue Bezeichnung jedoch nicht verbindlich.
Muss Kanada den Namen „Lake America“ übernehmen?
Nein. Der Lake Ontario liegt zwischen den USA und Kanada. Die US-Regierung kann festlegen, welchen Namen ihre Bundesbehörden verwenden, Kanada aber nicht zur Übernahme der Bezeichnung verpflichten. Die kanadische Regierung hält am Namen Lake Ontario fest.
Warum benennt Trump den Lake Ontario um?
Die US-Regierung begründet die Umbenennung des Lake Ontario mit der wirtschaftlichen und historischen Bedeutung des Sees für die Vereinigten Staaten. Die Entscheidung fällt zugleich mitten in einen eskalierenden Handelsstreit zwischen Washington und Ottawa.
Will Trump auch Atlantik und Pazifik umbenennen?
Trump hat bei der Unterzeichnung auch mögliche neue Namen für den Atlantik und den Pazifik ins Spiel gebracht. Eine konkrete Anordnung zur Umbenennung der Ozeane gibt es bislang jedoch nicht.