Arbeit muss sich lohnen, und zwar für alle

Menschen, die mit miesen Gehältern Monat für Monat durchkommen müssen, haben jetzt ihre „15 Minuten Ruhm“ bekommen. Zwei Wiener Bäckereibetriebe beklagten, dass sie kein Personal  für den Verkauf finden. Bäckerei Felber musste aus diesem Grund schon fünf Filialen schließen. Die Situation habe sich durch die Pandemie noch verschärft, so Chefin Doris Felber. Nach der Covid-bedingten Auszeit auf dem Abstellgleis einfach wieder auf den fahrenden Zug aufspringen, das wollen wohl immer weniger.

Es gibt keine Gewinner

„Alle Branchen leiden“, so Do & Co Boss Attila Dogudan, „Tourismus und Gastronomie aber weit mehr.“ Während Mitarbeiter mit Bürojobs sich störrisch wie die Esel zeigen, ihr Homeoffice zu verlassen, um wieder an ihre Schreibtische zurückzukehren, laufen der schlecht bezahlten Dienstleistungsbranche die Leute komplett weg. Ob sie Gefallen am Nichtstun gefunden haben, sich weiterbilden oder beruflich neu orientieren, wird man sehen. Fehlen werden sie in jedem Fall. Die Lösung? Das Gesamtpaket muss stimmen. Gerechte Entlohnung und zwei freie Tag pro Woche sollten selbstverständlich sein. Und: Der Unterschied zwischen Arbeitslosengeld und Gehalt muss größer werden. Aber nicht dadurch, indem man das Arbeitslosengeld kürzt.

Autor: Andrea Schröder, 23.06.2021