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Abdul El-Sayed bei einer politischen Veranstaltung in Michigan. Der Demokrat gewann die US-Senatswahl 2026 gegen Mike Rogers.
Abdul El-Sayed hat bei den US-Midterms 2026 Geschichte geschrieben: Der Demokrat aus Michigan zieht als erster Muslim in den US-Senat ein.
Abdul El-Sayed hat bei den US-Midterms 2026 Geschichte geschrieben: Der Demokrat aus Michigan zieht als erster Muslim in den US-Senat ein.
Conlan Houston / flickr

Abdul El-Sayed: Der erste Muslim im US-Senat

04.11.2026 um 11:06, Stefanie Hermann
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Abdul El-Sayed gewinnt in Michigan und wird der erste muslimische US-Senator. Alles über seine Herkunft, seine Karriere und seine politischen Positionen.

Abdul El-Sayed hat bei den US-Midterms 2026 Geschichte geschrieben. Der 42-jährige Demokrat hat die Senatswahl in Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers gewonnen. Damit zieht erstmals ein Muslim in den US-Senat ein. Der frühere Gesundheitsdirektor von Detroit steht für einen progressiven Kurs und hat sich mit seinen Forderungen nach einer allgemeinen Krankenversicherung und höheren Steuern für Milliardäre auch innerhalb seiner Partei Gegner gemacht.

​Abdul El-Sayed gewinnt historische Senatswahl

Am 3. November hat sich Abdul El-Sayed gegen den Republikaner Mike Rogers durchgesetzt. Der ehemalige Kongressabgeordnete hatte versucht, den frei gewordenen Senatssitz für die Republikaner zu gewinnen. Der bisherige demokratische Senator Gary Peters war nicht mehr zur Wahl angetreten.

Michigan zählt zu den politisch besonders umkämpften Bundesstaaten der USA. Donald Trump hatte dort 2024 die Präsidentschaftswahl gewonnen. El-Sayed ist es dennoch gelungen, den Senatssitz für die Demokraten zu verteidigen.

Sein Wahlsieg hat auch historische Bedeutung: El-Sayed wird der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das Mandat tritt er im Jänner 2027 an.

​Wer ist Abdul El-Sayed?

Abdul El-Sayed ist 42 Jahre alt und stammt aus Michigan. Er ist im Südosten des Bundesstaates aufgewachsen. Sein Vater Mohamed wanderte aus Ägypten in die USA ein. Seine Stiefmutter Jackie stammt aus einer Familie, die seit Generationen in Michigan lebt.

El-Sayed besuchte öffentliche Schulen und studierte anschließend an der University of Michigan. Später absolvierte er ein Medizinstudium an der Columbia University in New York. Als Rhodes-Stipendiat erwarb er außerdem einen Doktortitel an der Universität Oxford.

Heute lebt er mit seiner Frau Sarah und den beiden gemeinsamen Töchtern in Ann Arbor.

​Vom Arzt zum Gesundheitsdirektor von Detroit

Bevor Abdul El-Sayed in die Bundespolitik eingestiegen ist, hat er sich vor allem mit öffentlicher Gesundheit und medizinischer Versorgung beschäftigt.

Er leitete das Gesundheitsamt von Detroit und war auch für die Gesundheitsverwaltung von Wayne County tätig. In dieser Zeit setzte er sich unter anderem mit gesundheitlicher Ungleichheit und dem Zugang zu medizinischer Versorgung auseinander.

Seine beruflichen Erfahrungen haben auch seine politischen Forderungen geprägt. El-Sayed vertritt die Ansicht, dass eine gute Gesundheitsversorgung nicht vom Einkommen oder vom Arbeitgeber abhängig sein sollte.

Abdul El-Sayed im Porträt mit Steckbrief zu Alter, Herkunft, Ausbildung, Demokratischer Partei und seinem Einzug in den US-Senat 2027.
Abdul El-Sayed im Steckbrief: Der Demokrat aus Michigan hat bei den US-Midterms 2026 Geschichte geschrieben. Die Infografik zeigt sein Alter, seine Ausbildung und seinen politischen Werdegang.

​Erste Niederlage bei der Gouverneurswahl 2018

Seinen ersten größeren politischen Anlauf hat El-Sayed bereits 2018 unternommen. Damals wollte er Gouverneur von Michigan werden.

In der demokratischen Vorwahl ist er allerdings gegen Gretchen Whitmer gescheitert. Sie gewann später auch die Gouverneurswahl.

Nach dieser Niederlage blieb El-Sayed politisch aktiv. Er beschäftigte sich weiterhin mit Gesundheitspolitik, veröffentlichte Bücher und trat als Kommentator zu politischen und gesellschaftlichen Themen auf.

2020 wurde er in eine gesundheitspolitische Arbeitsgruppe berufen, die an gemeinsamen Positionen für Joe Bidens Präsidentschaftskampagne arbeitete.

​Welche Rolle spielt sein muslimischer Glaube?

Mit seinem Einzug in den Senat erreicht El-Sayed einen historischen Meilenstein. Noch nie zuvor hat ein Muslim einen Sitz im US-Senat gewonnen.

Seine Religion wurde im Wahlkampf wiederholt zum Thema. Republikanische Gegner griffen ihn wegen seines muslimischen Glaubens an. Auch Donald Trump stellte seine Loyalität gegenüber den Vereinigten Staaten öffentlich infrage. Belege für die dabei erhobenen Extremismusvorwürfe wurden nicht vorgelegt.

El-Sayed hat die Angriffe zurückgewiesen. Nach seinem Wahlsieg betonte er, dass die Vereinigten Staaten Platz für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion bieten müssten.

​Dafür steht Abdul El-Sayed politisch

Im Wahlkampf hat El-Sayed vor allem leistbare Gesundheitsversorgung, steigende Lebenshaltungskosten und den Einfluss großer Geldgeber angesprochen.

Eine seiner zentralen Forderungen ist „Medicare for All“. Das Modell sieht eine staatlich organisierte Krankenversicherung für die gesamte Bevölkerung vor. Damit unterscheidet sich El-Sayed von moderateren Demokraten, die das bestehende Versicherungssystem reformieren wollen.

Außerdem fordert er höhere Steuern für Milliardäre, Maßnahmen gegen hohe Wohnkosten und strengere Regeln für politische Wahlkampfspenden.

Auch in der Außenpolitik vertritt er Positionen, die innerhalb seiner Partei umstritten sind. Er kritisiert die amerikanische Unterstützung für Israels Kriegführung im Gazastreifen und setzt sich für eine Änderung der US-Politik gegenüber Israel ein.

Dafür steht Abdul El-Sayed

Die wichtigsten politischen Positionen des neuen US-Senators:

Gesundheitsversorgung

Allgemeine Krankenversicherung nach dem Modell „Medicare for All“.

Steuern

Höhere Besteuerung von Milliardären.

Wohnen

Maßnahmen gegen steigende Wohnkosten.

Wahlkampffinanzierung

Weniger Einfluss großer Geldgeber auf die Politik.

Außenpolitik

Kritische Haltung zur US-Unterstützung für Israels Kriegführung im Gazastreifen.

​Wie er sich gegen die eigene Partei durchgesetzt hat

Der Weg zur Senatskandidatur war für El-Sayed nicht einfach. In der demokratischen Vorwahl hat er sich knapp gegen die Kongressabgeordnete Haley Stevens durchgesetzt.

Stevens wurde von einflussreichen Vertretern des moderaten Parteiflügels unterstützt. El-Sayed setzte dagegen auf eine Kampagne mit zahlreichen freiwilligen Helfern und Unterstützung aus dem progressiven Lager.

Auch finanzstarke Interessengruppen beteiligten sich am Wahlkampf. Besonders seine Positionen zu Israel führten zu heftigen Auseinandersetzungen.

Die Konflikte reichten bis kurz vor die Hauptwahl. Stevens unterstützte schließlich sogar den republikanischen Kandidaten Mike Rogers. El-Sayed gewann dennoch.

​Was Abdul El-Sayed im US-Senat erwartet

Mit seinem Wahlsieg übernimmt El-Sayed im Jänner 2027 den bisherigen Sitz von Gary Peters. Für den Demokraten ist es das erste gewählte politische Amt.

Im Senat will er sich vor allem für seine gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Forderungen einsetzen. Ob er dafür ausreichend Unterstützung findet, ist offen. Gerade seine Pläne für eine allgemeine Krankenversicherung sind auch unter Demokraten umstritten.

Sein Wahlsieg hat ihm jedenfalls eine nationale Bühne verschafft. Abdul El-Sayed ist künftig nicht nur der erste muslimische US-Senator, sondern auch eine neue Stimme des progressiven Flügels der Demokratischen Partei.

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