Weekend-Test: Porsche Taycan auf Kurzvisite

Das erste rein elektrische Sportauto der legendären Marke gibt es bereits seit 2019. Da starteten die starken Modelle: 4S, Turbo und Turbo S. Jetzt schieben die Stuttgarter ein "Einstiegsmodell" nach, den Taycan. Der hat zwar weniger PS und "nur" Hinterradantrieb, ist aber trotzdem ein vollwertiger Sportwagen und trägt den legendären Namen zurecht.

Quasi druckfrisch aus der Fabrik in Stuttgart machte das nagelneue Einstiegsmodell bei uns in Linz Station und passend dazu zog ein Graupelschauer über die oberösterreichische Landeshauptstadt. War uns aber egal, denn die Chance  diesen Porsche zu fahren MUSS man ergreifen. Auch im Leben eines Motorjournalisten nicht alltäglich. 

Technische Daten - nicht auf allen Vieren!

Die nackten Zahlen klingen nicht so beeindruckend wie beim Topmodell Turbo S. So leistet der Einstiegler maximal 408 PS mit Overboost (Turbo S, 761 Pferde) und der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 5,4 Sekunden mit Launch Control (Turbo S, 2,8 Sekunden). Die Antriebskraft kommt beim Taycan rein vom Heck, während seine größeren Brüder über Allradantrieb verfügen.

Aber Hand aufs Herz, 354 Newtonmeter Drehmoment sofort verfügbar hat man sehr selten unter dem gut beheizten Hinterteil und das Fahren im Taycan macht einfach Spaß. Wir hatten immer das Gefühl, dass genug Power da ist. In der Stadt, auf der Landstraße und auf der Autobahn. Das Teil ist schnell, pickt auf der Straße und macht einfach Freude. Spannend zu beobachten ist auch, wie andere Verkehrsteilnehmer in PS-stärkeren Verbrennern auf den Porsche reagieren. Da wird schon mal an der Ampel versucht den Taycan zu fordern. Aber auf solche Spiele lassen wir uns natürlich nicht ein.

Details zum Verbrauch lassen sich nach so einem kurzen Test (ca. 2 Stunden) nicht seriös beantworten. Porsche gibt eine maximale Reichweite von 431 Kilometer an (79,2 kWh Batterie). Wir hatten bei Beginn der Testfahrt rund 80 Prozent Ladung im Auto und die Anzeige war bei knapp unter 300 Kilometer. Aber bei so einer kurzen Fahrt achtet man nicht auf den Langstreckenverbrauch. Übrigens: Beim Ladesystem haben die Stuttgarter nicht gespart. Bis zu 270 Kw Schnelladung sind möglich (in Ermangelung einer derart starken Säule nicht getestet). Und der Taycan hat gleich zwei Ladebuchsen, eine fürs Schnelladen und eine fürs Langsamere.

Fazit - ein Porsche ist ein Porsche ist...

Ohne jetzt in Lobhudelei ausbrechen zu wollen, aber dieses E-Auto ist einfach eine Wucht und jeder E-Sportwagen wird sich dieses Auto als Benchmark nehmen müssen. Auch der Innenraum sucht seinesgleichen und ist hervorragend gestaltet. Viele Bildschirme, viele Touchflächen, viel weiches Material und Leder und tadellose Verarbeitung. Dagegen wirkt so manches amerikanische E-Auto wie ein Spielzeuggefährt. 

Der Preis? Sagen wir es so, für zwei Einstiegstaycan bekommt man einen Turbo S! Der Taycan in der Basisvariante startet nämlich bei EUR 86.868,-, der Turbo S bei über 190.000,-. 
Unter 100.000 bekommt man aber keines der stärkeren Modelle. Insofern ist der Preis für das Gebotene fair und man hat trotzdem das Feeling eines hochmodernen Porsche. Und an der Ampel oder beim Cruisen durch die Einkaufsstraße weiß ja eh niemand ob man jetzt weniger als sechsstellig für das Gefährt gezahlt hat! Die vielen Blicke die wir ernteten waren Zeugnis dafür.

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Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 22.03.2021