Unternehmer fordern Wasserstoff für Schwerverkehr

Bei einer Pressekonferenz in Tirol fordern Unternehmer und Mobilitätsexperten des "Green Energy Center", dass grüner Wasserstoff zukünftig auch verstärkt im Schwerverkehr eingesetzt wird.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 08.07.2022 um 10:41 Uhr

Vor Kurzem wurde von der Bundesregierung die „Wasserstoffstrategie für Österreich“ veröffentlicht. Zum Erstaunen der Wirtschaft findet Wasserstoff im Bereich der Schwerlastmobilität nicht die notwendige Gleichbehandlung für den Technologie- und Markenwettbewerb der CO2-freien Antriebstechnologien. Das steht im Widerspruch zur europäischen Strategie und deren Umsetzung in anderen EU-Ländern. In der österreichischen Strategie wird Effizienz in Form des technischen Wirkungsgrades vor die praktische Machbarkeit und Umsetzbarkeit und die Verfügbarkeit der Produkte gestellt.

So werden Wasserstoff-Verteiler-LKW als „ineffizient“ und damit „nicht prioritär“ und auch „Fernverkehr-LKW & Reisebusse“ als „minder effizient bzw. prioritär“ beschrieben. Weiters wird batterieelektrischen Bussen und LKWs eine Einsatzreichweite von 300 km beschieden. Im ganzjährigen Einsatz unter Berücksichtigung von Kühlen und Heizen der Busse oder hohen Tonnagen der LKWs und den Auswirkungen kalter Wintertage sind diese aber nicht erreichbar. Medial inszenierte Rekordfahrt-Reichweiten von 500 km und mehr schmelzen unter den Realbedingungen auf tatsächliche 100 bis 150 km. Zu wenig, um den Bedarf vieler Logistikanwendungen in Industrie und Gewerbebetrieben effizient und kostendeckend abdecken zu können.

Viele verfügbare Produkte von Partnern - Hyundai ist Branchenführer

Die Codex Partner des Green Energy Center Europe präsentierten ihre abrufbaren (bestellbaren) Produkte, die für den Umbau des Mobilitätsystems auf Autonomie mit Grünem Wasserstoff bereits kurzfristig verfügbar sind. Vor allem Hyundai ist neben dem Individualverkehr (Hyundai Nexo) auch im Bereich Bus und Trucks stark vertreten und kann liefern.

„Die Gründer und Codex Partner des Green Energy Center Europe haben seit 2014 im Zusammenhang mit der Einführung der Elektro-Mobilität generell und für den strukturierten Aufbau der H2 Mobilität speziell bis dato Großartiges im Sinne von Pionierarbeit geleistet. So wurden bereits mehr als 70 Hyundai Wasserstofffahrzeuge auf Österreichs Straßen gebracht. Ebenso sind bereits 2 Wasserstoff Stadtbusse im Einsatz. Bei entsprechend wettbewerbsfähigen Kilometerkosten sind auch die Hyundai Xcient Trucks einsetzbar. Die Schweiz hat es bereits vorgezeigt. Mit 47 Trucks wurden dort mehr als 4 Millionen Kilometer im Logistikverkehr problemlos abgespult. Die Technik ist serienreif, die Umsetzung jederzeit möglich, und es kann geliefert werden. Jeder Tag der Beschleunigung des Einsatzes von H2 Fahrzeugen hilft mehrere hunderttausend Tonnen an CO2 pro Jahr einzusparen. Der volkswirtschaftliche Preis für Deckungsbeiträge bis 2025 liegt für die wasserstoffelektrische Schwerlastmobilität bei schätzungsweise 500 Mio. EUR. Eine lohnenswerte Investition, gilt doch der Verkehr mit 30 % Anteil an den Treibhausgasen als der größte Emittent.“
Roland Punzengruber, Mitbegründer und Codex Group Mitglied des Green Energy Center Europe, sowie Geschäftsführer von Hyundai Österreich.

Foto: ©Weekend/Fritz