Test: VW T-Roc R – Scharfer T-(R)ocker

Was passiert, wenn man eine kleineres kompaktes SUV mit 301 Pferden ausstattet? Tja, das hätten wir auch gerne gewusst. Und deshalb haben wir den T-Roc R einem Test unterzogen. Ist er nun mehr Schein als Sein oder womöglich ein echter „Rocker“?
Autor: Werner Christl, 07.11.2022 um 12:46 Uhr

Rot und scharf

Wenn man einen Blick ins Cock­­pit des T-Roc R wirft, sieht es auf den ersten Blick nicht unbedingt so aus, als wäre da etwas Wildes am Werken. Es gibt zwar Sport­sitze und einige coole Applikationen, aber insgesamt sieht er eben wie ein T-Roc aus. Also drücken wir den silbernen Startkopf und stellen zur Sicherheit den Fahrmodus auf „Race“. Angeblich wird dadurch aus Dr. Jekyll ein Mr. Hyde. Und ja, da wird schnell klar, dass die fehlende Sportlichkeit im Cockpit beim Fahren mehr als wieder gutgemacht wird. Der „R“ überrascht gleich mehrfach. Die 301 Allrad-PS treiben das Sport-SUV gehörig nach vorne und die 100 km/h sind in 4,9 Sekunden erreicht. Sogar eine Launch-Control-Funk­tion gibt es! Irgendwie fährt sich der Deutsche so gar nicht wie ein SUV. Extrem gut in den Kurven zu fahren, der Motor, wenn die Drehzahl stimmt, lässt wirklich viel Fahrspaß zu. Bremsen, Lenkung – da passt alles. Und da wäre noch die R-Performance-Abgasanlage zu erwähnen. Die vier Endrohre sind nicht nur noble Zierde, sondern da röhrt und ploppt es. Unterm Strich ist der T-Roc ein Auto mit überraschend hohem Spaßfaktor. Beim WLTP-Verbrauch spricht Volkswagen kombiniert von 8,5 bis 9,4 Litern. So um die zehn Liter haben wir im Test verbraucht. Wer im Normalmodus auf der Landstraße gondelt, kommt locker unter die 8,5 Liter. Wer den Sportknopf missbraucht, natürlich über zehn Liter.

Foto: ©Werner Christl

Alltagsqualitäten.

Wie schon angedeutet, ist der T-Roc R trotz seiner Sportlichkeit im Alltag relativ komfortabel zu bewegen. Platz gibt es auch genug. Etwas mehr Kniefreiheit auf den hinteren Rängen wäre nett – aber wir sprechen hier von einem 4,2 Meter langen Auto. Im Cockpit ist wie bei allen T-Rocs etwas viele härterer Kunststoff verbaut. Im Gegenzug wirkt dafür alles sehr robust. Gut gefallen hat uns die coole Lichtsignatur und dass es optional LED-Matrixscheinwerfer gibt. Bei den Assistenten wird auch nicht gepatzt. Das Blechkleid zeigt eindeutig eine gewisse Sportlichkeit, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Heißt: Der T-Roc R fährt sich brutaler, als er aussieht. Fazit: Dieser T-Roc ist eine Spaßkanone mit überraschend guten Fahrwerten. Das Cockpit könnte vielleicht etwas mehr Liebe vertragen, denn mit einem Endpreis von über 60.000 Euro ist das Testfahrzeug nicht unbedingt ein Schnäppchen. Der Startpreis liegt bei 53.560 Euro.

Foto: ©Werner Christl

Eckdaten VW T-Roc R 4Motion

Leistung: 301 PS

Verbrauch WLTP: 8,5–9,4 Liter

Motor: Zweiliter Vierzylinder Benziner TSI

Getriebe: 7-Gang-DSG

0–100 km/h: 4,9 Sekunden