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VW Amarok
Der „Pick-up des Jahres 2023“ ist mit dem Vorgänger nicht zu vergleichen.
Der „Pick-up des Jahres 2023“ ist mit dem Vorgänger nicht zu vergleichen.
Peter Christian Mayr

Test: VW Amarok – So rockt man schwere Lasten

13.02.2024 um 16:46, Werner Christl
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Er scheut keine steinigen Wege und lässt sich mit einem großen "Ama-ROCK" beladen. Nur kleine Tiefgaragenparkplätze mag er nicht. Der VW Amarok im Test.

Wer möchte, kann den neuen Amarok über Stock und Stein prügeln oder mit Letzterem kräftig beladen. Der Pick-up sieht vielleicht nicht so aus, versteckt aber hinter der coolen Fassade ein echtes Nutztier. Dank fetter Bodenfreiheit und im Testauto verbauter Geländeuntersetzung sowie Allrad und kräftigen 240 PS lässt sich auch bei widrigen Verhältnissen viel Ladegut flott bewegen. 3,5 Tonnen maximale Anhängelast und eine Zuladung von bis zu 1,19 Tonnen sind möglich. Das Wort „Nutztier“ ist im Grunde nicht treffend: Im Innenraum gibt es viel Komfort. Auffallend ist der extrem große 12,3-Zoll-Screen im Bereich der Mittelkonsole. Derartiges ist selbst im Pkw-Bereich eine Seltenheit. Die Menüführung wirkt logisch und man vergaloppiert sich nicht in Schnickschnack-Untermenüs. Wer schlaglochverseuchte Wege nimmt, tut sich jedoch schwer, den richtigen „Touch“ zu finden. Ja, altmodische Knopferl haben auch Vorteile.

Wie ein Ford Ranger?

Wie alle Pick-ups dieser Welt sind der Komfort-Federung Grenzen gesetzt, schließlich muss diese auch schwere Lasten verdauen. Generell hat VW die Fahrwerksabstimmung super hinbekommen. Im Alltag fährt sich der große Amarok überraschend komfortabel und unproblematisch, solange man nicht mit 100 Sachen auf Serpentinenjagd geht – aber wer will das schon? Nebenbei bemerkt: Der neue Amarok wird gemeinsam mit Ford gebaut. Rein optisch betrachtet gehen Ford Ranger und VW Amarok sehr unterschiedliche Wege. Das gilt auch für den Innenraum. Bis auf den riesigen horizontal angeordneten Screen gibt es kaum offensichtliche Gemeinsamkeiten. Dieser leistet gute Dienste als Rückfahrkamera, da die Anhängekupplung am Screen gut zu sehen ist.

Ab ins Gelände

Beim Verbrauch liegt der Amarok laut WLTP kombiniert bei 8,6 bis 10,2 Liter, im Test schafften wir bei braver Fahrweise gut 9,4 Liter. Wer bleifußartig in der Stadt fährt, kommt leicht auf 12 Liter – der Amarok ist eben kein Kleinwagen, sondern eine gewichtige Erscheinung. Verglichen mit dem Vorgänger ist er sogar um 10 Zentimeter gewachsen. Und wie macht er sich als Zugpferd? Nun, alle Modelle haben Allrad. Je nach Getriebe ist dieser unterschiedlich zuschaltbar – also 2H, 4H und 4L oder 4A, 2H, 4H sowie 4L. Eine Differenzialsperre ist ebenfalls vorhanden. Wer will, kann sogar Flüsschen durchqueren, denn 80 Zentimeter Watttiefe stehen bereit.

Sechszylinder mit Power

Alternativ zum getesteten Dreiliter-Sechszylinder-Diesel gibt es auch noch die beiden kleineren Selbstzünder mit 170 oder 205 Pferden. Der Startpreis liegt bei Euro 56.200,- brutto. Das Testauto mit überkompletter Ausstattung mit 4Motion in der Aventura Ausstattung kostet 97.550,-Euro.

Eckdaten:

Antrieb: Allrad 4MOTION

Leistung: 240 PS

Motor: 3.0-Liter TDI V6

Anhängelast: max. 3,5 Tonnen

Drehmoment: 600 Nm

Zuladung: max. 1,19 Tonnen

Länge: 5,35 Meter

Verbrauch: 8,6 - 10,2l/100km

Start/Endpreis: 56.200/97.550,-EUR

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