Test Kia Sportage: Koreaner pfeifen auf "normales" Design!

Was man dem EV6 andichtet, nämlich coole Optik, zeigt nun auch der Sportage. Von Schönheit alleine lebt man aber nicht. Wir fuhren deshalb das SUV einige „Sportage-Tage“. Reichen 136 PS wirklich und wieso wird es wärmer, wenn man am Lautstärkenregler dreht?
Autor: Werner Christl, 25.10.2022 um 13:26 Uhr

Hybrid und Diesel

Die Frage: „Ist das ein E-Auto“ haben wir öfter ­gehört. E-Autos sind in der Regel mit modernerem Outfit versehen und altmodisch wirkt der Sportage nun wirklich nicht. Tatsächlich fährt unser Testwagen zwar mit 48-­­Volt-­Hybrid vor, aber unter der Motorhaube werkt eine 1.6-Diesel mit 136 PS. Der ist im Eco-Modus ein eher zurückhaltender Zeitgenosse, aber im Sportmodus gibt er sich überraschen flott. Die 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik in Verbindung mit einem „intelligenten Handschaltgetriebe“ hilft da dem Motor zusätzlich auf die Sprünge. Zudem können wir den Koreanern ein Plus in Sachen Geräuschdämmung eintragen. Das Fahrwerk ist durchaus im leicht sportlichen Bereich angesiedelt. Die Sechsgangschaltung könnte vielleicht eine Spur präziser zu schalten sein. Auf der anderen Seite handelt es sich um ein intelligentes Schaltgetriebe mit elektronisch gesteuerter Kupplung, das auch eine ­Segelfunktion hat und so Sprit sparen hilft. Beim Verbrauch lagen wir im Test bei 6,5 Litern.

Foto: ©Werner Christl

Cockpit

Der Arbeitsplatz ähnelt dem des EV6, was durchaus als Kompliment ­gemeint ist. Der mittige 12,3-Zoll-Screen ist relativ niedrig angebracht. Das bringt bessere Übersicht. Was speziell auffällt, ist ein Bedienpaneel mit doppelter Funktion. Über einen Pfeil wird zwischen Klimaanlage und Hauptmenüs des Multifunktionsscreens hin- und hergeschaltet. Das ist im Grund eine gute Idee, allerdings mit kleinen Tücken. So ist der Lautstärkenregler gleichzeitig der Temperaturregler für die Klimaanlage. Dadurch wird es schon einmal warm statt lauter. Die verbauten Materialien wirken großteils hochwertig, wer genauer hinsieht findet aber doch einiges an „gewöhnlichem“ Kunststoff. ­Alles in allem ein äußerst gefälliges Cockpit, das den europäischen Geschmack trifft. Überrascht hat uns das Platz­angebot auf den Rücksitzen. Die Rücklehnen Letzterer lassen sich übrigens verstellen. Im Gegenzug ist der Kofferraum (dort verstecken sich ja die Hybridbatterien) etwas kleiner als der des Konkurrenten VW Tiguan. Das Fazit der Geschichte: Der Spor­tage zeigt, dass auch progressives Design vom Kunden angenommen wird. Der Kia Sportage startet preislich ab 31.490 Euro. Das Testauto in der Goldvariante mit Allrad, Glaspanoramadach sowie anderen Nettigkeiten liegt bei über 50.000 Euro.

Kia Sportage 1.6 CRDi AWD :

Leistung: 136 PS
Testverbrauch: 6,5 Liter
Motor: 1.6 Diesel
Kofferraum: 526 Liter
Länge: 4,52 Meter