Test Kia Ceed GT-Line: Ceed orange aus!

In der Regel sieht der Alltag eines Motor­redakteurs so aus: Testauto übernehmen, einsteigen, losfahren und dann langsam die Feinheiten kennenlernen. Bei diesem Ceed GT-Line war es etwas anders: Übernehmen, einsteigen und: „Aha, des schaut net schlecht aus!“ Bei einem Auto aus der Kompaktklasse ist es vorsichtig ausgedrückt in der Regel so, dass man vom Innenraum nicht zu viel erwarten darf. Ja, für den GT-Line muss man zumindest 32.190 Euro hinblättern und der Startpreis eines Ceed liegt nur bei knapp über 18.000 Euro. Trotzdem hinterlässt der Innenraum einen besonders guten Eindruck. Extrem viel geschäumter Kunststoff, sogar im Bereich der Türen lacht einem ein hochwertiger Materialmix entgegen. Dazu Teilledersitze mit super Seitenhalt, coole Armaturen ohne Schnickschnack und dann noch der große Screen. Auch außen wurde die GT-Line schön behübscht. So viel zum ersten Eindruck – aber wie fährt er sich?  

Los geht’s. Ein 1,5-Liter-Benziner klingt zuerst einmal nett, aber nicht mehr. Die 160 PS klingen da etwas besser. ­Unterm Strich eine gute Kombination aus Doppelkupplungsgetriebe, eher direkter Lenkung (Sportmodus) und einem ziemlich leisen Motor der 48-Volt-Mild-Hybirdtechnik mitbringt. Immerhin beschleunigt der Ceed in 8,6 Sekunden auf 100 km/h und erst bei 210 km/h steht die Tachonadel still. Letztere gibt es nur digital – insofern steht der Bildschirm still. Auch in Sachen Fahrwerk ist so etwas wie Sportlichkeit zu erkennen. Kräftige Rückmeldung an die Wirbelsäule gibt es aber nicht. Vom Platz her eben ein Kompakter, der zwar keine Großfamilie schluckt, aber immerhin 357 bis 1.253 Liter Kofferraumvolumen bietet. Die ­Varianten ohne Mildhybrid (Batterie) bieten da etwas mehr.

Apropos Mildhybrid: Was genehmigt sich der Ceed? Laut Werk sollen es 5,6 bis 6 Liter Benzin sein. Im Test ­lagen wir bei 6,6. Damit können wir gut leben. Ein Wort zu den Assistenten: Alles da (bis zum Notbremsassistenten), was notwendig ist. Bei dieser hohen Ausstattungsvariante darf man das aber auch erwarten. Unser Fazit: Ein Auto, das wir gerne gefahren sind. Ohne echte Schwächen. Man fühlt sich durchaus eine ­Klasse höher unterwegs. ­Optisch sehr gefällig. Das ­Design hat ein Europäer entworfen und gebaut wird er ebenfalls in der EU. 

Autor: Werner Christl, 04.10.2021