Österreich unter den Top 3 EU-Ländern mit den meisten neuen E-Autos

Österreich hat in der EU den dritthöchsten Anteil an Elektro-Autos bei den Neuzulassungen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Salzburg ist bundesweiter Spitzenreiter.
Autor: Conny Engl, 29.12.2021 um 09:00 Uhr

Von Jänner bis Ende Oktober wurden in Österreich rund 26.500 E-Autos angemeldet, das entspricht knapp 13 Prozent aller Neuzulassungen hierzulande. Damit liegen wir auch deutlich über dem EU-Schnitt von 7,7 Prozent. Nur in zwei EU-Ländern ist der Anteil an neuen Elektro-Autos noch höher als bei uns: In Schweden sind es 41.372 E-Pkw bzw. 16,4 Prozent und in den Niederlanden 35.418 E-Pkw bzw. 13,6 Prozent. Zypern bildet mit 368 E-Pkw bzw. 0,7 Prozent aller Neuzulassungen das Schlusslicht in der EU. Europas absoluter Spitzenreiter ist Norwegen (kein EU-Mitglied), wo bereits 60 Prozent der Neuwagen ausschließlich mit Strom fahren.

Anreize in den Top EU-Ländern

Dass Schweden und die Niederlande vor Österreich liegen, ist kein Zufall, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger: „Schweden hat mit der CO2-Steuer einen starken Anreiz zum Kauf von E-Pkw, die Niederlande haben hohe Zulassungssteuern für Verbrenner und deutlich höhere Spritpreise als Österreich.“ Die Förderung für E-Pkw ist in Holland übrigens mit 4.000 Euro um 1.000 Euro niedriger als in Österreich. Außerdem kann sie nur für Pkw beansprucht werden, die weniger als 45.000 Euro kosten. In Österreich liegt die Grenze hingegen bei 60.000 Euro.

Blick in die Bundesländer

Salzburg ist in Österreich mit 2.675 E-Pkw (16,4 Prozent) Spitzenreiter bei den neuzugelassenen Elektro-Autos. Sehr dicht dahinter auf Platz zwei landet Vorarlberg, wo heuer in den ersten zehn Monaten 1.480 E-Autos (16,3 Prozent) angemeldet wurden. Am drittstärksten ist Oberösterreich mit rund 5.300 neuen E-Pkw (15 Prozent). Die wenigsten E-Pkw-Neuzulassungen gab es mit 1.170 (10,6 Prozent) in Kärnten.

VCÖ gegen übergewichtige Energiefresser

Der Gesamtenergieverbrauch von E-Pkw ist in Österreich pro Fahrzeugkilometer im Schnitt um 42 Prozent niedriger als von Pkw mit Verbrennungsmotor. Der VCÖ weist aber darauf hin, dass auch bei den E-Autos der Verbrauch mit Größe und Gewicht steigt.

Der Trend zu immer größeren Autos behindert auch bei den E-Pkw das Erreichen der Klimaziele. – VCÖ-Experte Michael Schwendinger

„Die Neuwagenflotten brauchen eine Diät in Form von klaren Vorgaben durch die EU. Und in Österreich sollten übergewichtige Energiefresser auch als E-Pkw keine Förderung erhalten“, fordert Schwendinger.