Nissan Juke Hybrid im Test: SUV für die City

Es gibt Autos, bei denen sich die Elektrifizierung – böse gesagt – quasi auf eine Batterie im Autoschlüssel und die Bezeichnung Hybrid beschränkt. Der Nissan Juke Hybrid ist dagegen ein Hightech-Hybrid. Was kann der Hybridler wirklich?
Autor: Werner Christl, 11.10.2022 um 05:41 Uhr

Juhu-Juke mit Hybrid

Startknopf gedrückt und dann geschieht einmal gar nix, denn der Juke fährt und werkt erst mal rein elektrisch. Damit dem kleinen Hybrid-Japaner nicht gleich der Saft ausgeht, hat man ihm eine 1,2-kWh-Batterie eingebaut. Und zwar im Kofferraum, der dadurch mit 354 Litern Volumen etwas kleiner ausfällt, als dies beim „normalen“ Juke der Fall ist. Bis 55 km/h kann der Hy­bridler rein elektrisch fahren. Vorausgesetzt man tritt nicht wie ein Esel aufs Gaspedal. Das elektrische Fahren hat natürlich auch Auswirkungen auf den Verbrauch. Vor allem auf Kurzstrecken über einige Kilometer in der Stadt kommt man mit eingeschaltetem Hirn unter vier Liter Verbrauch. Im Alltag werken aber der 94-PS-Benziner und der 49-PS-Elektromotor fast unmerklich zusammen. Ein neuartiges Multimodalgetriebe kommt hier zum Einsatz. Dieses soll laut Nissan das Zusammenspiel der Antriebe optimal steuern. Bei braver, unaufgeregter Fahrweise können wir das bestätigen. Wer leicht rüpelhaft unterwegs ist, merkt aber schon ein komisches Zusammenspiel von Getriebe und Motor. Heißt: Motor heult dann doch etwas mehr auf, als man beim Druck aufs Gaspedal erwarten möchte.

Foto: ©Werner Christl

Der Verbrauch

Was nutzt Hightech, wenn der Verbrauch nicht stimmt? Im Fall des Juke Hybrid gibt es hier eine Bestnote. Der Juke soll laut WLTP etwa fünf Liter verbrauchen. Im Test haben wir das mit normaler Fahrweise nur knapp nicht geschafft. Die Bremsenergie wird in „Strom“ umgewandelt, was die Batterie mit Reichweite dankt. Wer möchte, kann auch noch auf den e-Pedal-Knopf drücken. Damit bremst der Juke jedes Mal, wenn man vom Gaspedal geht. Zwar nicht so stark, wie es beim rein elektrischen Leaf der Fall ist, aber merklich. Damit lässt sich viel Bremsenergie zurückgewinnen. Ansonsten ist der Juke, wie wir es gewohnt sind. Ein Kleinwagen im Crossover-­SUV-Style mit neu gestyltem Kühlergrill, geschärftem Heckspoiler, gut abgestimmtem Fahrwerk, außergewöhnlichem Outfit und einem flippig-modernen Cockpit. Fazit: Optimales City-­SUV mit wirklich sehr guten Verbrauchswerten – ein vollwertiger Hybrid! Der Preis: Einen 1.6 Hybrid mit Automatikgetriebe und vielen Assistenzsystemen gibt es ab 31.090 Euro. Ohne Hybrid und mit Automatikgetriebe kostet ein gleich ausgestatteter Juke etwa drei Tausender weniger.

Eckdaten:

Leistung: 94 PS + 49 PS E-Motor

Verbrauch WLTP: 5,1 Liter

Motor: Benziner 1,6-Liter/E-Motor

Spitze: 166 km/h

Batteriekapazität: 1,2 kWh