Kurztest VW ID.3 - Volt und Volkswagen

Der neue VW hat eine Art  „Arschbremse“. Wenn man den Allerwertesten hebt bremst ID.3 automatisch! Das hängt damit zusammen, dass es keinen Startknopf und keine Handbremse mehr gibt. Der ID.3 erkennt durch das Gewicht am Sitz und durch die Betätigung des Bremspedals, dass es losgeht, und wenn man eben aufsteht „bremst“ er automatisch, weil ja keiner mehr im Auto sitzt. Das zeigt: Der ID.3 geht neue Wege. So sind Knöpfe und Schalter praktisch nicht mehr vorhanden. Alles läuft über die beiden Screens. Die Menüführung ist übrigens so ­watscheneinfach wie bei den VW-Verbrennern!

Reichweite. Bei unserem Kurztest fuhren wir den Pro Performance mit 204 PS (58-kWh-Akku) und einer WLTP-Reichweite von 426 Kilometern. Daneben gibt es eine 77-kWh-Version, die bis zu 549 km schafft. Eine kleinere Version kommt 2021. Derart  hohe Reichweiten sind nur möglich, wenn man nicht zu viel Gewicht mitschleppt. Neben Einsatz von Leichtbaumaterialien hat Volkswagen deshalb beispielsweise auf Leder im Innenraum verzichtet. Man setzt auf Kunststoff (teilweise aus Recyclingmaterial), der halt auch eher hart daherkommt. Deshalb wirkt das Cockpit nicht unbedingt hochwertig. Gründe dafür sind also Gewicht und Preis – VW hat versucht, Letzteren trotz hoher Akkukosten niedrig zu halten. Geladen wird daheim an der gewöhnlichen Steckdose in etwa 28 Stunden und in 30 Minuten stehen bei 100 kW Ladeleistung 290 Kilometer Reichweite am Screen. Was uns noch aufgefallen ist: extrem gutes Fahrwerk, super Beschleunigung wie bei allen E-Autos (7,3 Sekunden auf 100 Sachen), hinten und vorne gute Platzverhältnisse, toller Wendekreis … Der ID.3 startet ab 34.090 Euro exklusive staatlicher Förderung. Die 77-kWh-Version kostet ab 39.190 Euro.

Fazit: VW meint es ernst! Man geht mit dem ID.3 einen gänzlich neuen Weg. Nein, kein VW Golf mit E-Antrieb - ein gänzlich neu aufgebautes Auto. Allerdings verlangt der ID.3 schon eine gewisse Eingewöhnungsphase in Sachen Bedienung. Was wirklich passt, sind die unterschiedlichen Reichweiten, der einzelnen Modellvarianten. Da ist für jeden was dabei. Preislich sind wir (wie auch bei allen anderen E-Autos) sicher nicht im "Billigsegment" unterwegs. Was uns gefallen hat? Das wirklich tolle Fahrwerk, die geile Beschleunigung, gute Platzverhältnisse und großer Kofferraum...

Autor: Werner Christl , 05.10.2020