Kona der „Barbar“ - Hyundais Sportler im Test

Wir in der Redaktion haben Hyundais Sportler liebevoll „Kona, der Barbar“ getauft, weil er doch ein wilder Zeitgenosse ist. Kein Wolf im Schafspelz,
eher ein Wolf im Wolfspelz. Aber wie fährt er sich im Alltag?
Autor: Werner Christl, 14.09.2022 um 12:57 Uhr

Overboost

Eine gewisse Härte muss man dem Kona N schon nachsagen. Insbesondere wenn der Fahrmodus-Schalter auf „Sport“ gestellt wird, wirkt der Asphalt doch ziemlich hart und unbarmherzig. Aber wer will schon mit 280PS die Kurve sänftenartig nehmen? Bei gedrücktem Sportknöpfchen wird unter anderem auch der Sound um einiges bissiger. Man fährt dann in der Kategorie „knurrig bis böse“. Wem das immer noch nicht reicht, der drückt auf den knallroten NGS-Knopf und hat so für ca. 20 Sekunden eine Overboost-Funktion zur Verfügung. In 5,5 Sekunden ist man dann auf 100 km/h. NGS steht übrigens für „N Grin Shift“. Das „N“ soll an Namyang (Forschungszentrum Hyundais) und den Nürburgring erinnern. Auf Letzterem wäre unser Testgerät auch gut aufgehoben. Der Kona N ist einfach ein sehr sportliches SUV. Das heißt aber nicht, dass er im Alltag nicht zu gebrauchen ist. Im Normalmodus fährt er sich einigermaßen komfortabel und der Wochenendeinkauf mit Kind und Kegel funktioniert einwandfrei. Auch der Sitzkomfort passt sehr gut.

Foto: ©Werner Christl

Eckdaten zum Fahrbericht

Dass Hyundai es ernst meint, zeigen auch die Eckdaten. Der 2.0 T-GDI Motor mit 280 PS drückt auf den Frontantrieb, der sich durch ein spezielles Sperrdifferential nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Geschaltet wird mittels 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Damit unser „Barbar“ auch wieder zum Stehen kommt, ist er mit Hochleistungsbremsen bedacht worden. Alles in allem hat Hyundai ein wirklich gutes Sportpaket geschnürt, das für mächtig Fahrspaß sorgt. Der nicht vorhandene Allradantrieb geht im Grunde nicht ab. Der Kona N bringt die Kraft gut auf die Straße. Im Cockpit wird auf Verwirrung verzichtet. Wichtige Funktionen werden per Knopfdruck bedient und sind nicht in irgendwelchen Untermenüs des 10,2-Zoll-Screen versteckt. Der Bildschirm selbst ist extrem logisch aufgebaut – das ist heute eine Seltenheit. Beim Verbrauch spricht Hyundai von 8,6 Liter, wir sprechen von etwa 9 Liter. Vorausgesetzt man schaltet nicht in den Fahrer-ohneHirn-Modus. Fazit: kein Pseudosportler, sondern ein wildes Ding, das aber auch im Alltag die Kurve kratzt. Das Preis-Leistungsverhältnis passt ebenfalls. Zu haben ist der Koreaner ab 46.390,- Euro.